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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schutz eines elektronischen
Sensorelements, wobei das Sensorelement mindestens ein Anschlusselement
zum Anschließen an ein weiteres Bauelement aufweist. Weiterhin
betrifft die Erfindung ein elektronisches Sensorelement, wobei das
Sensorelement mindestens ein Anschlusselement zum Anschließen
an ein weiteres Bauteil aufweist.
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Elektronische
Sensorelemente, beispielsweise widerstandsbasierte Temperatursensoren,
wie Thermistoren, werden oftmals in aggressiver, insbesondere korrosiver
Umgebung eingesetzt. Bei solchen korrosiven Umgebungen kann es sich
beispielsweise um Abgase oder korrosive Flüssigkeiten wie
Wasser, handeln. Anwendungsbereiche sind beispielsweise der Kraftfahrzeugbereich.
Insbesondere können solche Sensoren beispielsweise im Motorraum
von Kraftfahrzeugen eingesetzt werden. Es besteht das Problem, dass
es zu einer Korrosion der elektrischen Kontakte, also insbesondere
der Anschlusselemente der Sensorelemente sowie von Kontaktstellen
zwischen den Anschlusselementen und weiteren Bauelementen kommt.
Beim Einsatz in Flüssigkeiten kann diese Korrosion aufgrund
elektrolytischer Vorgänge entstehen. Darüber hinaus
sind solche Sensorelemente, insbesondere der eigentliche Sensor,
auch erheblichen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt.
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Zur
Lösung dieses Problems ist es aus dem Stand der Technik
bekannt, Temperatursensoren durch eine vollständige Kapselung
in eine Kunststoff- oder Metallhülse vor korrosiven Stoffen
und gegen mechanische Beschädigung zu schützen.
Derartige Lösungen werden beispielsweise von den Firmen Bosch,
Siemens oder Epcos (Modellbezeichnung: K276 bzw. M2020) angeboten.
Alternativ ist es bekannt, Anschlussdrähte eines Sensorele ments
mit PTFE, Polyamid, Polyimid oder einem anderen Polymer zu schützen.
Dieser Schutz kann durch direktes Aufbringen auf den Draht (Tauchen
oder Sintern) oder durch Aufstecken von Schläuchen gewährleistet werden.
Der eigentliche Sensor wird bei dieser Lösung mit einer
Epoxydschicht gegen mechanische Einflüsse geschützt
(beispielsweise Epcos-Modelle S861, S863).
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Weiterhin
ist es aus dem Stand der Technik bekannt, das Sensorelement durch
eine Einglasung vor mechanischen Beanspruchungen zu schützen. Die
Anschlussdrähte selbst werden durch eine Schicht aus PTFE,
Polyamid, Polyimid oder einem Polymer geschützt. Dabei
kann der Übergang von der Glaspille zu dem geschützten
Anschlussdraht durch eine Keramik- oder Kunststoffscheibe mit Durchführungen
für die Anschlüsse zusätzlich geschützt
werden. Die dabei auftretenden Spalte werden mit einem Silikon,
fluoriertem Silikongel, fluoriertem Polyester oder einem anderen
Füllstoff abgedichtet (beispielsweise Shibaura PSB-S1 oder
NSIII). Gemäß einer weiteren bekannten Lösung
werden fertige Sensorelemente mit einem Lack, Harz oder Polymer
ein- oder mehrfach in einem Tauchverfahren überzogen (
DE 197 21 101 B4 und
Epcos-Modell G561).
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Sämtlichen
aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen ist der Nachteil
gemein, dass die Antwortzeit des Sensorelements durch die Schutzummantelung
erheblich verschlechtert wird. Dies ist insbesondere bei widerstandsbasierten
Temperatursensoren problematisch. Außerdem müssen
die beim Anschließen des Anschlusselements des Sensorelements
an das weitere Bauelement entstehenden Kontaktstellen bei den bekannten
Verfahren in einem separaten Arbeitsschritt mit einem Schutz versehen
werden, d. h. noch einmal vergossen, verklebt oder anderweitig geschützt
werden. Die bekannten Lösungen sind daher aufwändig
und teuer.
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Im Übrigen
hat sich in der Praxis herausgestellt, dass viele der bekannten
Schutzmaterialien die im Betrieb auftretenden, rauen Einsatzbedingungen, beispielsweise
Abgastemperaturen oder chemische Angriffe, nicht über einen
ausreichend langen Zeitraum ohne Beschädigung überstehen.
Es hat sich außerdem gezeigt, dass insbesondere in Tauchverfahren
aufgebrachte Schutzüberzüge oft eine erhebliche
Unregelmäßigkeit aufweisen. Gerade schlecht zugängliche
Bereiche der zu schützenden Oberfläche werden
dabei oftmals nur unzureichend bedeckt, so dass der Überzug
seine Schutzaufgabe nicht zuverlässig erfüllen
kann.
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Ausgehend
von dem erläuterten Stand der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, in einfacher und preisgünstiger Weise
ein elektronisches Sensorelement bereitzustellen, das einen zuverlässigen
und für die vorgesehenen Betriebsbedingungen ausreichenden
Schutz aufweist, wobei die Antwortzeit des Sensorelements durch
den Schutz möglichst wenig beeinträchtigt wird.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch
1 und ein elektronisches Sensorelement gemäß Patentanspruch
15 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
gehen aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
und den Figuren hervor.
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In
Bezug auf das eingangs genannte Verfahren löst die Erfindung
dieses Problem, indem auf zumindest einen Teil der Oberfläche
des elektronischen Sensorelements mittels Gasphasenabscheidung eine
Schutzschicht aufgebracht wird. In Bezug auf das eingangs genannte
elektronische Sensorelement wird das Problem dadurch gelöst,
dass zumindest ein Teil der Oberfläche des elektronischen
Sensorelements eine mittels Gasphasenabscheidung aufgebrachte Schutzschicht
aufweist.
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Die
erfindungsgemäße Schutzschicht bildet zum einen
eine Barriere gegen eindringende aggressive oder korrosive Stoffe.
Zum anderen ist sie elektrisch isolierend. Sie kann außerdem chemisch
inert und temperaturstabil ausgestaltet sein. Hinzukommt, dass sie
einen wirksamen Schutz gegen mechanische Beschädigungen
gewährleistet. Erfindungsgemäß werden
insbesondere die bezüglich Korrosion oder anderer Beschädigungen
kritischen Oberflächenbereiche mit der Schutzschicht bedampft.
Somit können als Ausgangsprodukt ungeschützte
und somit preiswerte Sensorelemente verwendet werden.
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Die
Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass die Antwortzeit der aus
dem Stand der Technik bekannten Sensorelemente durch die Dicke der
auf das Sensorelement aufgebrachten Schutzüberzüge, bzw.
Schutzeinkapselungen verschlechtert wird. Insbesondere bei temperaturabhängigen
Widerstandssensoren führt die beträchtliche Wärmekapazität
der Schutzschicht zu einer Beeinträchtigung der Sensorleistung.
Mittels der erfindungsgemäßen Gasphasenabscheidung
ist es möglich, erheblich dünnere Schutzüberzüge
aufzubringen als mit den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren.
Der erfindungsgemäße Überzug besitzt
aufgrund seiner geringen Dicke eine geringe Wärmekapazität
und beeinträchtigt daher die Antwortzeit von beispielsweise Temperatursensoren
nur wenig. Dabei liegt der Erfindung die überraschende
Erkenntnis zugrunde, dass derartige dünne Schutzschichten
ausreichend sind, um das elektronische Sensorelement zuverlässig
gegen mechanische Beschädigungen und Korrosion zu schützen.
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Mittels
der Gasphasenabscheidung, die üblicherweise in einem Vakuumprozess
erfolgt, ist es möglich, in präziser Weise genau
die Schichtdicke einzustellen, die einerseits einen zuverlässigen Schutz
gewährleistet, und andererseits die Ansprechzeit des Sensors
möglichst wenig beeinträchtigt. Dabei wird eine
im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten Schutzüberzügen
erheblich homogenere Schicht auf das Sensorelement aufgebracht.
Auch schlecht zugängliche Bereiche des Elements, wie beispielsweise
feine Spalte und Risse etc. werden zuverlässig, gleichmäßig
und lochfrei mit der Schutzschicht bedeckt.
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Ein
weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, dass verschiedene kritische
Bereiche der Oberfläche des elektronischen Sensorelements,
für die ein Schutz erforderlich ist, in einem Arbeitsschritt
mit der Schutzschicht versehen werden können. So ist es beispielsweise
möglich, das gesamte Sensorelement zusammen mit seinem
mindestens einen Anschlusselement in einem Arbeitsschritt mit der
Schutzschicht zu versehen. Weiterhin ist es möglich, in
demselben Arbeitsschritt die Schutzschicht auch auf eine beim Anschließen
des Sensorelements an das weitere Bauelement gebildete Kontaktstelle
aufzubringen. Das Sensorelement kann auf diese Weise einfacher und
preisgünstiger bereitgestellt werden.
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Das
erfindungsgemäße Sensorelement kann beispielsweise
in einem KFZ, insbesondere im Motorraum, eingesetzt werden. Bei
dem mindestens einen Anschlusselement kann es sich beispielsweise um
Anschlussdrähte zum Anschließen an das weitere
Bauelement handeln. Es kann sich bei dem Sensorelement jedoch auch
um ein so genanntes Surface Mounted Device (SMD) handeln, bei dem
als Anschlusselement anstelle von Anschlussdrähten Anschlussflächen
vorgesehen sind. Das weitere Bauelement kann beispielsweise ein
sogenannter Leadframe sein, der zu einem Steckverbinder führen kann.
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Das
Sensorelement kann insbesondere eine als Sensor dienende Oberfläche
besitzen. In diesem Fall nimmt der Sensor mit dieser Oberfläche
die Energie oder Information auf, die er zu einem Sensorsignal umsetzt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann das
Sensorelement einen Temperatursensor, vorzugsweise einen Thermistor,
aufweisen. In diesem Fall ist die als Sensor dienende Oberfläche die
die Umgebungstemperatur aufnehmende Oberfläche des Temperatursensors.
Als besonders geeignet für den vorliegenden Anwendungszweck
haben sich dabei solche Temperatursensoren erwiesen, die einen negativen
Temperaturkoeffizienten besitzen (NTC). Aufgrund ihrer geringen
Dicke besitzt die erfindungsgemäße Schutzschicht
eine ge ringe Wärmekapazität. Gerade bei Temperatursensoren
wird daher die Antwortzeit des Sensors durch die Schutzschicht erfindungsgemäß erheblich
weniger beeinträchtigt als beim Stand der Technik.
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Um
einen zuverlässigen Schutz gegen mechanische Beschädigungen
zu gewährleisten, ist gemäß einer vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass zumindest eine als
Sensor dienende Oberfläche des elektronischen Sensorelements mit
der Schutzschicht versehen ist. Bei der als Sensor dienenden Oberfläche
kann es sich beispielsweise bei einem Temperatursensor um den eigentlichen Temperaturfühler
handeln.
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Für
einen zuverlässigen Schutz vor Korrosion ist gemäß einer
weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Schutzschicht
zumindest auf das Anschlusselement aufgebracht wird. Das Anschlusselement
weist in diesem Fall also die Schutzschicht auf, und ist somit gegen
Korrosion geschützt.
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Eine
weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass
das mindestens eine Anschlusselement des elektronischen Sensorelements an
das weitere Bauelement angeschlossen ist, wobei zwischen dem Anschlusselement
des elektronischen Sensorelements und dem weiteren Bauelement mindestens
eine Kontaktstelle gebildet ist. Der Kontakt kann im Bereich der
Kontaktstelle beispielsweise mittels Schweißen, Löten,
Verstemmen, Kleben usw. hergestellt werden. Das Anschließen
des Anschlusselements an das weitere Bauelement erfolgt bei dieser
Ausgestaltung insbesondere vor dem Aufbringen der Schutzschicht.
Somit ist es möglich, auch schutzbedürftige Bereiche
des weiteren Bauelements bzw. der Verbindung des weiteren Bauelements
zu dem Sensorelement im Zuge der Gasphasenabscheidung in einem Arbeitsschritt
mit einer Schutzschicht zu versehen. So kann die Schutzschicht insbesondere
zumindest auf die Kontaktstelle aufgebracht werden. Zumindest die
Kontaktstelle weist in diesem Fall also die Schutzschicht auf und
ist somit ebenfalls sicher vor schädlichen Einflüssen,
beispielsweise Korrosion, geschützt.
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Gemäß der
Erfindung kann eine beliebige Kombination verschiedener Bereiche
des Sensorelements in einem Arbeitsschritt mit einer Schutzschicht versehen
werden. Diese Bereiche können je nach im Betrieb zu erwartender
Belastung ausgewählt werden. Die erfindungsgemäße
Vorgehensweise ist somit erheblich einfacher, schneller und preisgünstiger als
die aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen.
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So
kann die Schutzschicht beispielsweise in einem Arbeitsschritt auf
die als Sensor dienende Oberfläche des Sensorelements und
das mindestens eine Anschlusselement aufgebracht werden. Es ist auch
möglich, die Schutzschicht in einem Arbeitsschritt auf
die als Sensor dienende Oberfläche des Sensorelements und
die mindestens eine Kontaktstelle aufzubringen. Ebenfalls kann die
Schutzschicht in einem Arbeitsschritt auf das mindestens eine Anschlusselement
und die mindestens eine Kontaktstelle aufgebracht werden. Weiterhin
kann die Schutzschicht in einem Arbeitsschritt auf die als Sensor
dienende Oberfläche des Sensorelements, das mindestens
eine Anschlusselement und die mindestens eine Kontaktstelle aufgebracht
werden.
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Schließlich
ist es möglich, die Schutzschicht in einem Arbeitsschritt
auf die gesamte Oberfläche des Sensorelements aufzubringen.
Insbesondere kann die gesamte Oberfläche des Sensorelements die
Schutzschicht aufweisen. Der Begriff gesamte Oberfläche
ist dabei so zu verstehen, dass dies insbesondere die mindestens
eine Kontaktstelle oder auch schutzbedürftige Bereiche
des angeschlossenen weiteren Bauelements mit einschließen
kann.
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Selbstverständlich
ist es ebenfalls möglich, verschiedene Bereiche des Sensorelements
einschließlich der Kontaktstelle oder des weiteren Bauelements
in mehreren Arbeitsschritten mit der Schutzschicht zu versehen.
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Solche
Bereiche des Sensorelements, die nicht mit der Schutzschicht versehen
werden, können auf konventionellem Wege geschützt
werden, im Falle von nicht mit der Schutzschicht versehenen Anschlusselementen
beispielsweise durch ein nachträgliches Vergießen
der Anschlusselemente oder Ähnlichem.
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Eine
weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass
das elektronische Sensorelement zumindest teilweise mit einem Gehäuse
versehen ist. Gemäß dieser Ausgestaltung des Verfahrens
erfolgt das Versehen mit dem Gehäuse vor dem Aufbringen
der Schutzschicht. Ein solches Gehäuse stellt die mechanische
Stabilität des Sensorelements vor dem Bedampfen mit der
Schutzschicht sicher. Das Gehäuse kann beispielsweise in
Form eines Sockels ausgestaltet sein, auf dem das Sensorelement ruht.
Es kann anschließend zusammen mit dem Sensorelement ebenfalls
in einem Arbeitsschritt mit der Schutzschicht bedampft werden.
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Als
besonders praxisgemäße Vorgehensweise hat sich
dabei das Einspritzen des Sensorelements in ein Gehäuse
aus Kunststoff herausgestellt. Bei dem Kunststoff kann es sich insbesondere
um einen Thermoplast, wie beispielsweise PBT, handeln. Mittels eines
solchen Spritzgießverfahrens lässt sich in besonders
einfacher und präziser Weise ein derartiges Gehäuse
realisieren. Alternativ ist es auch möglich, das Sensorelement
vor dem Aufdampfen der Schutzschicht beispielsweise mittels eines
Klebemittels mechanisch zu fixieren. Ebenso ist es denkbar, ein
Sensorelement zu verwenden, das von seinem Anschlusselement, beispielsweise
seinen Anschlussdrähten, selbst gehalten wird und somit
keine zusätzliche mechanische Stabilisierung benötigt.
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Es
wird darauf hingewiesen, dass das Sensorelement sowohl vor als auch
nach einem möglicherweise erfolgenden Anschließen
an das weitere Bauelement mit dem Gehäuse versehen werden kann.
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Um
ein Anschließen des Sensorelements an das weitere Bauelement
nach dem Einbinden in ein Gehäuse zu vereinfachen, ist
gemäß einer weiteren Ausgestaltung vorgesehen,
dass zumindest der zum Anschließen an das weitere Bauelement
vorgesehene Teil des Anschlusselements frei vom Gehäuse
ist bzw. bleibt. Um die Funktion des Sensorelements durch das Gehäuse
nicht zu beeinträchtigen, sieht eine weitere Ausgestaltung
der Erfindung vor, dass zumindest eine als Sensor dienende Oberfläche
des elektronischen Sensorelements zumindest teilweise frei vom Gehäuse
ist bzw. bleibt. Frei vom Gehäuse bedeutet dabei jeweils,
dass diese Bereiche nach dem Bereitstellen des Gehäuses
weiterhin frei zugänglich sind.
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Sofern
ein Gehäuse vorgesehen wird, besteht ein weiterer Vorteil
darin, dass Haarrisse, die beim Bilden des Gehäuses, beispielsweise
durch Umspritzen des Sensorelements, auftreten können, durch
das anschließende Bedampfen mit der Schutzschicht zuverlässig
abgedichtet werden.
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Damit
die Schutzschicht ihre Aufgaben, insbesondere das Bilden einer Barriere
gegen eindringende aggressive oder korrosive Stoffe, die elektrische
Isolation und den Schutz vor mechanischen Beschädigungen,
zuverlässig erfüllen kann, ist die Auswahl des
für die Schutzschicht verwendeten Materials von entscheidender
Bedeutung. Als vorteilhaft hat sich diesbezüglich erwiesen,
die Schutzschicht aus einem Polymer zu bilden. Polymere lassen sich
problemlos mittels Gasphasenabscheidung auf die Oberfläche
des Sensorelements aufbringen und erfüllen dabei zuverlässig
die ihnen zugedachten Schutzaufgaben.
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Besonders
geeignet sind dabei Polymere, die aus der Gruppe der Parylene ausgewählt
sind. Insbesondere kann es sich dabei um ein Poly(para-xylol) mit
oder ohne verschiedene Substi tuenten wie zum Beispiel Cl, 2 Cl oder
als Verbindungsglied CF2 handeln.
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Um
die Antwortzeit des Sensorelements möglichst wenig zu beeinträchtigen
und gleichzeitig einen zuverlässigen Schutz zu erreichen,
ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung vorgesehen,
dass die Schutzschicht mit einer Dicke von weniger als 100 μm,
vorzugsweise weniger als 50 μm, aufgebracht wird. Die Schutzschicht
auf dem Sensorelement weist in diesem Fall also eine Dicke von weniger
als 100 μm, vorzugsweise weniger als 50 μm, auf
und verschlechtert aufgrund ihrer geringen Wärmekapazität
insbesondere bei Temperatursensoren das Ansprechverhalten deutlich
weniger als beim Stand der Technik. Gleichzeitig werden alle mit
der Schutzschicht versehenen Bereiche zuverlässig geschützt.
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In
der Praxis hat sich herausgestellt, dass schon eine Dicke der Schutzschicht
zwischen 0,6 und 12 μm einen ausreichenden Schutz gewährleistet.
Bei einer mittels Gasphasenabscheidung möglichen, derart
geringen Dicke wird die Antwortzeit des Sensorelements durch die
Schutzschicht nur minimal beeinträchtigt.
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Um
den Schutz des elektronischen Sensorelements weiter zu verbessern,
kann das Sensorelement zumindest teilweise zusätzlich mit
einer Lackschicht versehen werden. Diese Lackschicht kann vor und/oder
nach dem Abscheiden der Schutzschicht auf das Sensorelement aufgebracht
werden. Entsprechend kann die Lackschicht unterhalb und/oder oberhalb
der aus der Gasphase abgeschiedenen Schutzschicht vorgesehen sein.
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Gemäß der
Erfindung kann in einfacher Weise eine homogene, dünne,
lochfreie, temperaturstabile, elektrisch isolierende und chemisch
inerte Schutzschicht auf alle kritischen Teile des elektronischen
Sensorelements abgeschieden werden. Während die Schicht
einen optimalen Schutz des Sensorelements vor schädlichen
Einflüssen gewährleistet, wird die Antwortzeit
des Sensorelements minimal beeinträchtigt. Indem verschiedene
Bereiche des Sensorelements in einem Arbeitsschritt mit der Schutzschicht
versehen werden können, kann das erfindungsgemäße
Sensorelement preisgünstiger, schneller und einfacher bereitgestellt
werden.
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Nachfolgend
werden anhand einer Zeichnung bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung näher erläutert. Es zeigen schematisch
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1:
ein elektronisches Sensorelement in einer Schnittansicht gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
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2:
ein elektronisches Sensorelement in einer Schnittansicht gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
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Das
in 1 dargestellte elektronische Sensorelement 1 ist
zur Temperaturmessung im Motorraum eines KFZ vorgesehen. Das Sensorelement 1 weist
einen ellipsoid geformten Temperatursensor 2 auf, dessen
Oberfläche als die Umgebungstemperatur aufnehmender Sensor
dient. Im vorliegenden Beispiel handelt es sich um einen Widerstand
mit negativem Temperaturkoeffizienten (NTC). Das Sensorelement 1 weist
weiterhin zwei Anschlusselemente 3, im vorliegenden Beispiel
zwei von dem Temperatursensor 2 ausgehende Anschlussdrähte 3,
auf. Die Anschlussdrähte 3 dienen zum Anschließen
des Temperatursensors 2 an ein weiteres Bauteil 4,
im dargestellten Ausführungsbeispiel ein zu einer Steckverbindung
führender, teilweise dargestellter Leadframe 4.
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Das
elektronische Sensorelement 1 ist teilweise in ein Gehäuse 5 aus
einem Thermoplast, im vorliegenden Beispiel PBT, eingespritzt. Das
Gehäuse 5 ist als ein das Sensorelement 1 haltender
Sockel ausgebildet und dient zur mechanischen Stabilisierung des
Sensorelements 1 vor dem Bedampfen mit einer Schutzschicht.
Dabei sind die als Sensor dienende Oberfläche des Temperatursensors 2 sowie der
zum Anschließen an den Leadframe 4 vorgesehene
Teil der Anschlussdrähte 3 zumindest teilweise frei
vom Gehäuse 5. Auch ein direkt an den Temperatursensor 2 anschließender
Bereich der Anschlussdrähte 3 ist nicht von dem
Gehäuse 5 bedeckt.
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Der
Temperatursensor 2 ist mit seinen Anschlussdrähten 3 mit
dem Leadframe 4 elektrisch verbunden. Die elektrische Verbindung
wird durch Kontaktstellen 6 vermittelt. Im vorliegenden
Beispiel ist der Kontakt zwischen den Anschlussdrähten 3 und dem
Leadframe 4 mittels einer Verschweißung an den
Kontaktstellen 6 hergestellt. Selbstverständlich sind
andere Verfahren zur Kontaktierung möglich.
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Zur
zusätzlichen Stabilisierung des Temperatursensors 2 ist
eine mechanische Stütze 7 vorgesehen, die ebenfalls
aus einem Thermoplast, beispielsweise PBT, in einem Spritzgießverfahren
bereitgestellt wurde.
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Im
dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine mittels Gasphasenabscheidung
aufgebrachte Schutzschicht 8 auf der Oberfläche
des vom Gehäuse frei verbliebenen Bereichs des Temperatursensors 2,
des außerhalb des Gehäuses 5 verlaufenden Bereichs
der Anschlussdrähte 3, des Leadframes 4, des
Gehäuses 5, der Kontaktstellen 6 sowie
der mechanischen Stütze 7 vorgesehen. Bei der
Schutzschicht 8 handelt es sich in dem dargestellten Beispiel
um ein aus der Gruppe der Parylene ausgewähltes Polymer.
Die Schutzschicht 8 besitzt in dem dargestellten Beispiel
eine Dicke zwischen 0,6 und 12 μm.
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Im
Folgenden wird das Verfahren zur Herstellung des in 1 dargestellten
Sensorelements 1 erläutert.
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Zunächst
wird ein ungeschützter Temperatursensor 2 zusammen
mit seinen Anschlussdrähten 3 in das sockelförmige
Gehäuse 5 und die mechanische Stütze 7 eingespritzt.
Dabei bleibt die Oberfläche des eigentlichen Temperaturfühlers 2 sowie
der zum Anschließen an den Leadframe 4 vorgesehene Teil
der Anschlussdrähte 3 im Wesentlichen frei vom Gehäuse.
Anschließend wird mittels einer Schweißverbindung
der Leadframe 4 an den Kontaktstellen 6 mit den
Anschlussdrähten 3 des Temperatursensors 2 verbunden.
In einem anschließenden Verfahrensschritt wird das gesamte
Bauteil in einem Vakuumprozess mit einem aus der Gasphase abgeschiedenen
Polymer überzogen und so die Schutzschicht 8 gebildet.
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2 zeigt
ein elektronisches Sensorelement 1a gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung, das ebenfalls
zur Temperaturmessung im Motorraum eines KFZ vorgesehen ist. Gleiche
Bezugszeichen wie in 1 bezeichnen dabei gleiche Gegenstände.
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Das
elektronische Sensorelement 1a weist einen im Wesentlichen
quaderförmigen Temperatursensor 2a auf, dessen
Oberfläche als die Umgebungstemperatur aufnehmender Sensor
dient. Im dargestellten Beispiel handelt es sich um einen Widerstand
mit negativem Temperaturkoeffizienten (NTC). Anders als bei dem
Ausführungsbeispiel gemäß 1 ist
der Temperatursensor 2a gemäß 2 ein
sogenannter Surface Mounted Device (SMD). Entsprechend weist der
in 2 dargestellte Temperatursensor 2a anstelle
von Anschlussdrähten zwei an der Unterseite des Temperatursensors 2a vorgesehene
Anschlussflächen 3a als Anschlusselemente 3a zum
Anschließen an ein weiteres Bauelement 4, vorliegend
einen Leadframe 4, auf.
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Das
Sensorelement 1a ist wiederum in ein Thermoplastgehäuse 5 eingespritzt,
das in Form eines Sockels ausgebildet ist. Das Gehäuse 5 dient
zur mechanischen Stabilisierung des Temperatursensors 2a.
Der eigentliche Temperaturfühler 2a ist dabei
zumindest teilweise frei von dem Gehäuse 5. Auch
die zum An schließen an den Leadframe 4 vorgesehenen Bereiche
der Anschlussflächen 3a bleiben frei vom Gehäuse 5.
An den Anschlussflächen 3a des Temperatursensors 2a ist
der Leadframe 4 an Kontaktstellen 6 mit dem Temperatursensor 2a elektrisch
verbunden, beispielsweise verschweißt.
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Der
vom Gehäuse frei bleibende Teil der Oberfläche
des Temperatursensors 2a, die freiliegenden Bereiche des
Leadframes 4 sowie die Oberfläche des Gehäuses 5 sind
mit einer aus der Gasphase abgeschiedenen Schutzschicht 8 aus
einem Polymer überzogen. Das Polymer ist aus der Gruppe
der Parylene ausgewählt und die Schutzschicht besitzt im dargestellten
Beispiel eine Dicke von 0,6 bis 12 μm.
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Zur
Herstellung des in 2 dargestellten elektronischen
Sensorelements 1a wird zunächst ein ungeschützter
Temperatursensor 2a in das sockelförmige Gehäuse 5 aus
einem Thermoplast, beispielsweise PBT, eingespritzt. Die Oberfläche
des eigentlichen Temperaturfühlers 2a sowie der
zum Anschließen an den Leadframe vorgesehene Teil der Anschlussflächen 3a bleibt
dabei auch nach dem Spritzen des Gehäuses im Wesentlichen
frei zugänglich. Anschließend wird der Leadframe 4 mit
den Anschlussflächen 3a des Temperatursensors 2a an
den Kontaktstellen 6 elektrisch leitend verbunden. Im dargestellten
Beispiel wird die elektrisch leitende Verbindung mittels eines Schweißverfahrens
realisiert. Anschließend wird das gesamte Bauteil in einem
Vakuumprozess mit einem aus der Gasphase abgeschiedenen Polymer überzogen,
wobei die Schutzschicht 8 gebildet wird.
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Die
in den 1 und 2 dargestellten Sensorelemente 1, 1a einschließlich
ihrer Anschlussdrähte 3 bzw. Anschlussflächen 3a,
der Kontaktstellen 6 und zumindest eines Teils des Leadframes 4 sind
durch die homogene Schutzschicht 8 zuverlässig
gegen schädliche äußere Einflüsse,
insbesondere Korrosion und mechanische Beschädigung, geschützt.
Der nicht direkt von der Schutzschicht 8 bedeckte Teil
der Sensorelemente 1, 1a ist durch das ebenfalls
mit der Schutzschicht 8 versehene Gehäuse 5 geschützt.
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Indem
mittels der Gasphasenabscheidung in präziser Weise eine
möglichst dünne, jedoch für den Schutz
des Bauteils ausreichende Dicke der Schutzschicht 8 eingestellt
werden kann, ist ein optimaler Schutz des Sensorelements 1, 1a bei
minimaler Beeinträchtigung der Ansprechzeit des Temperatursensors 2, 2a gewährleistet.
Durch die Vakuum-Gasphasenabscheidung werden sämtliche
Oberflächenbereiche des Sensorelements 1, 1a gleichmäßig
und vollständig mit der Schutzschicht 8 bedeckt.
Insbesondere werden beispielsweise beim Einspritzen in das Gehäuse 5 entstandene
Haarrisse sicher abgedichtet.
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Bei
den in 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispielen
der Erfindung werden der Temperatursensor 2, 2a,
die Anschlussdrähte 3 bzw. Anschlussflächen 3a,
das Gehäuse 5, sowie die freiliegenden Bereiche
des Leadframes 4 in einem Arbeitsschritt mit der Schutzschicht 8 versehen.
Dies vereinfacht und beschleunigt die Bereitstellung des Sensorelements 1, 1a.
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Es
wird darauf hingewiesen, dass es sich bei den in 1 und 2 dargestellten
Gegenständen lediglich um Ausführungsbeispiele
der Erfindung handelt. Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Insbesondere ist es denkbar, anstelle des Gehäuses 5 eine
Klebemittelfixierung oder aber überhaupt keine zusätzliche mechanische
Fixierung vorzusehen. Weiterhin kann die Reihenfolge der zum Bereitstellen
der Sensorelemente 1, 1a verwendeten Verfahrensschritte
im Rahmen der Erfindung variiert werden. Dabei ist es nicht erforderlich,
das gesamte Bauteil in einem Arbeitsschritt mit der Schutzschicht 8 zu
versehen. Es ist beispielsweise auch denkbar, das Sensorelement 1, 1a erst
nach dem Aufdampfen der Schutzschicht 8 mit dem weiteren
Bauelement 4 zu verbinden. In diesem Fall können
die Kontaktstellen 6 zwischen Sensorelement 1, 1a und
weiterem Bauteil 4 nach dem Verbinden des Sensorelements 1, 1a mit
dem weiteren Bauelement 4 in einem separaten Arbeitsschritt geschützt
werden. Dies kann beispielsweise durch ein nachträgliches
Vergießen der Kontaktstellen 6 geschehen.
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- 1
- Elektronisches
Sensorelement
- 1a
- Elektronisches
Sensorelement
- 2
- Temperatursensor
- 2a
- Temperatursensor
- 3
- Anschlusselement
- 3a
- Anschlusselement
- 4
- Weiteres
Bauteil
- 5
- Gehäuse
- 6
- Kontaktstelle
- 7
- Mechanische
Stütze
- 8
- Schutzschicht
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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