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Die
Erfindung bezieht sich auf Fördereinrichtung zu einer In-Situ-Gewinnung
von Rohöl aus einem insbesondere sandhaltigen Materialgemisch
mit rohölartigem oder rohölhaltigem Anteil, wobei
die Einrichtung
- • Mittel zu einer
Injektion oder Durchflutung des Materialgemisches mit einem erhitzten
Dampf,
- • Mittel zu einer Sammlung des so in seiner Viskosität
herabgesetzten Anteils
- • und Mittel zu einer Weiterverarbeitung des Anteils
enthält.
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Bei
bekannten Förderungseinrichtungen zur Gewinnung von Rohöl,
insbesondere aus Ölsanden, wird als ein In-Situ-Verfahren
bevorzugt die sogenannte „Steam assisted gravity drainage"
(SAGD) angewandt (vgl. z. B. Oberseminarvortrag zum Komplex
„Unkonventionelle
Kohlenwasserstoffe" mit Thema „Schweröle und Ultraschweröle"
von J.Seim, Freiberg (DE), Januar 2001). Derartige Verfahren
befinden sich gegenwärtig im Pilotstadium. Erste Anlagen
werden derzeit aufgebaut um eine höhere Qualität,
so genanntes synthetisches Rohöl, mit einer verbesserten
Viskosität zu erzeugen. Das synthetische Rohöl
wird vom Reservoirstandort mittels einer Pipeline zum Raffineriestandort
transportiert, wobei der Raffineriestandort bis zu etwa 500 km entfernt
liegen kann. Zum Betreiben des SAGD-Verfahren ist die Erzeugung
von Dampf notwendig. Zur Erzeugung von Dampf kann Erdgas eingesetzt
werden.
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Zur
Förderung eines Barrels Bitumen bzw. Rohöl werden
derzeit in etwa 28 m3 Erdgas benötigt.
Dies führte zu einem diesbezüglichen Verbrauch
in Jahre 2006 von 17 × 106 m3 Gas/Tag. Der Verbrauch wird nach Schätzungen
im Jahr 2015 bis zu etwa 40 bis 45 × 106 m3/Tag liegen. Um das Erdgas an den Ort zu
transportieren, wo es zur Dampferzeugung benötigt wird,
sind entsprechend lange Pipelines notwendig. Die führt
zu hohen Investitionskosten für die Pipelines. Da der Preis
des Erdgases vom Ölpreis abhängig ist, sind die
laufenden Betriebskosten bedingt durch den Faktor der Gaskosten
schlecht vorhersagbar.
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Weiterhin
werden zur Produktion von einem Barrel Bitumen derzeit bis zu vier
Barrel Wasser verbraucht. Die Grenze von vier Barrel Wasser zur
Produktion von einem Barrel Bitumen wird momentan als Grenze der
Wirtschaftlichkeit angesehen. In Gebieten, in denen Ölsande
bzw. sandhaltigen Materialgemische mit rohölartigem oder
rohölhaltigem Anteil ausgebeutet werden, sind jedoch die
natürlichen Ressourcen an Wasser begrenzt. Weiterhin verlangen
vielfach die örtlichen Behörden, das verwendete
Wasser zu 100% zu recyceln. Der Dampferzeugungsprozess erfordert
weiterhin eine hohe Qualität des dem Prozess zugefügten
Wassers, was zu einem entsprechenden Aufwand in der Wasseraufbereitung
führt.
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Üblicherweise
werden bei dem SAGD-Verfahren die auszubeutenden Ölfelder
flächenmäßig sequentiell erschlossen.
Zu diesem Zweck werden Drainagerohre in das Erdreich getrieben,
typischerweise ein erstes Drainagerohr oder auch Injektionsrohr,
und ein weiteres einige Meter tiefer angeordnetes zweites Drainagerohr,
das sogenannte Produktionsrohr. Ein Paar solcher Rohre wird auch
als Well-Pair bezeichnet. Die Lebensdauer eines solchen Well-Pairs
beträgt je nach Beschaffenheit des ausgebeuteten Reservoirs
zwischen 3 Monaten und 3 Jahren. Ein Well-Pair wird in der Regel
bis zu drei Monate vorgeheizt, bevor die Produktion beginnen kann.
Während der Vorheizzeit werden beide Rohre mit Dampf beaufschlagt,
wozu gegenüber der Produktionsphase die doppelte Dampfleistung
gebraucht wird. Nach einer etwa 3-montigen Aufheizzeit wird das Produktionsrohr
oder Drainagerohr, welches vorher ebenfalls mit Dampf beaufschlagt
wurde, nun nicht mehr mit Dampf beaufschlagt; stattdessen wird durch
das Produktionsrohr Bitumen aus dem Erdreich gepumpt. Während
der Produktionszeit wird lediglich die halbe Dampfleistung gebraucht,
wie sie während der Aufheizzeit gebraucht wird.
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Die
Lebenszeit eines Well-Pairs ist im Wesentlichen bestimmt durch das
Verhältnis von zur Förderung aufgewendetem Wasser
und mit diesem Wasser geförderten Öl. Dieses Verhältnis
wird auch als „Steam to Oil Ratio (SOR)" bezeichnet. Auf
weitere, die Wirtschaftlichkeit des Betriebes eines Well-Pairs tangierende
Faktoren, sei im Folgenden eingegangen: So ist die zentrale Heißdampferzeugung
in einem zentralen Versorgungsgebäude zu nennen. Es ergeben
sich aufgrund der zentralen Dampferzeugung große Wege zwischen der
eigentlichen Dampferzeugung und den Well-Pairs. Auf dem Transport
des Dampfes geht folglich Hitze und auch Dampfdruck verloren. Außerdem
wird Erdgas zur Erzeugung von Wasserdampf verwendet. Das Erdgas muss
mittels einer Pipeline zu der entsprechenden Gasproduktionsstätte
gefördert werden. Die Bitumen-Wasser-Emulsion wird an einem
zentralen Aufpunkt gesammelt, dies führt zu Transportproblemen.
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Aktuelle
Förderungseinrichtungen zeichnen sich vor allem dadurch
aus, dass die industriellen Großkomponenten zentral angeordnet
sind, um die Investitionskosten zu minimieren. Das bedeutet, dass
wesentliche Anlagenteile vor Ort aufgebaut und in Betrieb gesetzt
werden müssen. Die Anlagen sind nicht mehr verrückbar,
so dass sämtliche Verbindungen zu den „production
wells" verändert bzw. verlängert werden müssen, wenn
sich das Förderungsfeld ändert. Dies führt
zu relativ hohen Leitungsinfrastrukturkosten und großen
Verlusten z. B. bedingt durch lange Dampfleitungen, welche zusätzlich
isoliert werden müssen. Die Betriebskosten sind ebenfalls
relativ hoch, vor allen bedingt durch Umrüst- und Ausfallzeiten
bzw. Kosten. Bisherige Anlagen zeichnen sich vor allem durch
- – zentrale Dampferzeugung,
- – zentrales oder dezentrales Separieren,
- – zentrales Upgrading,
- – Leitungsverlegung in das Feld aus.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, die Förderungseinrichtung
mit den eingangs genannten Merkmalen dahingehend zu verbessern,
dass sie kostengünstiger zu installieren und zu betreiben
ist.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den in Anspruch
1 aufgeführten Maßnahmen gelöst. Dementsprechend
soll die Fördereinrichtung zu einer In-Situ-Gewinnung von
Rohöl aus einem insbesondere sandhaltigen Materialgemisch
mit rohölartigem oder rohölhaltigem Anteil
- • Mittel zu einer Injektion oder Durchflutung
des Materialgemisches mit einem erhitzten Dampf,
- • Mittel zu einer Sammlung des so in seiner Viskosität
herabgesetzten Anteils
- • und Mittel zu einer Weiterverarbeitung des Anteils
enthalten und dabei einen Aufbau mit oder aus vorzufertigenden Einzelkomponenten
oder Moduln aufweisen.
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Bei
einer solchen Ausgestaltung der Förderungsanlage ergeben
sich folgende Vorteile: So kann die Dampferzeugung dezentral erfolgen.
Jeweils ein Dampferzeuger kann für einen eine bestimmte
Anzahl von Well-Pairs den notwendigen Dampf liefern. Derartige dezentrale
Dampferzeuger sind aufgrund ihrer modularen Bauweise flexibel zu
handhaben. Es ergibt sich weiterhin ein kurzer Weg zu den Injektionspunkten,
was im Vergleich zu den herkömmlichen Lösungen
vernachlässigbare Verluste und genauer zu bestimmende Parameter
zur Folge hat. Auf diese Weise kann das SOR optimiert werden. Zur
Dampferzeugung kann weiterhin Synthesegas, welches lokal produziert
wird, verwendet werden. Dies hat zur Folge, dass keine Pipelines
gebaut werden müssen und kein zusätzliches Erdgas
verbraucht wird. Der Bau von Erdgas-Pipelines trägt nämlich
in wesentlichem Maße zu den Investitionskosten bei, die
in Fall einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung entfallen.
Eine derartige modulare Einheit muss nämlich lediglich
mit einem Stromversorgungskabel sowie mit einer Pipeline zum Abtransport
des Rohöls bzw. des gesammelten rohölartigen oder
rohölhaltigen Anteils verbunden sein.
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Das
verbesserte modulare System zeichnet sich dadurch aus, dass Module
vorgefertigt und getestet als „plug and play"-Lösungen
leicht zu transportieren und zu installieren sind. Die Module können
unabhängig voneinander betrieben werden. Weiterhin lassen
sich verschiedene Module je nach Kundenwunsch einfach miteinander
kombinieren. Die einzelnen Module können ein zuverlässiges
einfaches Design aufweisen. Die Module können einfach und
standardisiert aufgebaut sein. Die ermöglicht die Kompatibilität
der Module untereinander.
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Die
modulare Anlage kann auch unter schwierigen geografischen Bedingungen
(Unwegsamkeit der Transportwege, schlechte Infrastruktur) aufgebaut
werden. Eine modulare Anlage erlaubt weiterhin die schnelle und
schrittweise Inbetriebsetzung und damit eine sehr frühzeitige
Produktion der gesamten modularen Anlage, dies verbessert ihren „return
an investment" (ROI). Gleichzeitig werden zum Aufbau einer modularen
Anlage eine geringere Anzahl von Fundamenten und weniger schwere
Fundamente benötigt. Dies vermindert die Rückbaukosten
beim Abbau der Anlage.
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Weiterhin
besteht die Möglichkeit im Winter oder in Gebieten des
Permafrostes die Module mit geringem Aufwand und geringem Risiko
aufzubauen und zu installieren. Zum Aufbau einer modularen Anlage
wird eine geringe Straßeninfrastruktur benötigt,
da die zu transportierenden Module beispielsweise Standardmaße aufweisen
können und so mittels handelsüblicher Lastkraftwagen
transportabel sind. Der Transport mit einem Spezialfahrzeug kann
im Idealfall entfallen.
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Durch
einen modularen Aufbau einer Anlage vermindern sind die Investitions-
als auch die Betriebskosten, weiterhin können die Gesamtkosten
einer solchen Anlage gesenkt werden. Durch die Modularisierung entsteht
eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit
der Anlage bedingt durch ihren redundanten Aufbau. Bei einem Ausfall
beispielsweise eines Dampferzeugers entsteht kein totaler Produktionsausfall,
da die übrigen Dampferzeuger weiterlaufen können.
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Eine
modulare Anlage kann aus transportfähigen standardisierten
Einheiten z. B. aus Containern, mit einem Gewicht von weniger als
40 t oder auch darüber bestehen. Die modulare Anlage kann
dabei folgende Module aufweisen:
- – Erzeugermodul/Fördermodul
- – Dampfinjektormodul
- – Dampferzeugermodul
- – Wasseraufbereitungsmodul
- – Elektrische Versorgung und Automatisierung
- – Separatormodul
- – Destillationsmodul
- – De-Asphaltermodul
- – Vergaser
- – Luftzerlegung (Sauerstoffversorgung für
den Vergaser)
- – Abfallsammlung/Behandlung
- – Medienversorgung (beispielsweise Chemikalienvorräte
etc.).
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Eine
Erweiterung der Anlage kann in mehreren Ausbaustufen erfolgen. Bereits
in einer Ausbaustufe in der nur wenige Module miteinander kombiniert
sind kann die Anlage bereits autonom betrieben werden. So kann beispielsweise
eine Anlage, die bereits Bitumen produziert, in einer weiteren Ausbaustufe
beispielsweise um ein Modul zur Produktion von synthetischem Öl
erweitert werden. Die einzelnen Module können für
den Betrieb vorbereitet werden und in diesem vorbereiteten zustand
zum Einsatzort gebracht werden. Dieses Vorgehen erlaubt es beispielsweise
Personalkosten vor Ort Kosten zu sparen.
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Alle
Module können ein einheitliches konstruktives Konzept,
Bedien-, Beobachtungs- und Kontrollkonzept aufweisen. Die einzelnen
Module können weiterhin über einheitliche Schnittstellen
verfügen mit deren Hilfe sie über eine Art "Plug
and play-Konzept" miteinander verschaltbar sind.
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Ausführungsbeispiele
einer modularen Anlage gehen aus der im folgenden beschriebenen
Zeichnung hervor, deren 1 und 2 jeweils
einen beispielhaften modularen Aufbau einer Anlage zeigen.
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1 zeigt
schematisch dargestellt einen modularen Aufbau einer Ölproduktionseinrichtung,
wie sie beispielsweise zur Förderung von Bitumen aus Ölsänden
eingesetzt werden kann. Die Anlage besteht aus einer SAGD-Anlage 101,
mit einer Injektionseinheit 102 und einer Produktionseinheit 103.
Ausgehend von der Injektionseinheit 102 wird heißer
Wasserdampf in ein oder mehrere Injektionsrohre/Injektionsbohrungen 104 gepumpt.
Mit dem heißen Wasserdampf wird Bitumen aus dem Ölsand
thermisch herausgelöst, das nun flüssige/zähflüssige
Bitumen wird über das Produktionsrohr, die Produktionsbohrung 105 aus
dem Erdreich gefördert. Zum Betrieb der SAGD-Einheit 101 wird
diese mit einer Dampferzeugereinheit 110 verbunden. Diese Dampferzeugereinheit 110 kann,
wie auch alle weiteren in 1 dargestellten
Einheiten, beispielsweise aus einer transportfähigen standardisierten
Einheit bestehen. Der Dampferzeugereinheit 110 wird über
die Wasseraufbereitungseinheit 120 Wasser zur Dampferzeugung
zugeführt. Das aus der SAGD-Einheit 101 geförderte
Bitumen gelangt zunächst in einen Separator 130.
Von diesem Separator 130 aus wird Wasser, welches wiederum
der Wasseraufbereitungseinheit 120 zuführbar ist,
von dem aus dem erdreich geförderten Bitumen-Wasser Gemisch
abgetrennt. Eine bitumenhaltige Substanz wird weiter in dem Destillierer 140 gegeben. In
dem Destillierer 140 wird synthetisches Rohöl,
in 1 mit SCO bezeichnet, gewonnen. Die Rückstände des
Destillierers 140 werden dem De-Asphalter 150 zugeführt.
Die Rückstände des De-Asphalters 150 werden einer
Abfalleinheit 160 zugeführt. Rückstände
des De-Asphalters 150 können weiterhin einem Vergaser 170 zugeführt
werden. Ausgehend von dem Vergaser 170 können über
einen Gassammler und Aufbereiter 180 Gase zur Dampfproduktion
in der Dampferzeugereinheit 110 benutzt werden. Rückstände
des Gasaufbereiters 180 können ebenfalls der Abfalleinheit 160 zugeführt
werden. Die gesamte modulare Produktionsanlage kann ü ber
eine elektrische Versorgungs- und Antriebseinheit 190 verfügen.
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In
einer ersten Ausbaustufe kann die in 1 gezeigte
modulare Einrichtung lediglich aus der Dampferzeugereinheit 110,
dem Wasseraufbereiter 120, dem Separator 130 sowie
der SAGD-Einheit 101 bestehen. In weiteren Schritten ist
die modulare Anlage um den Destillierer 140 sowie den De-Asphalter 150,
den Vergaser 170 sowie dem Gassammler und Aufbereiter 180 erweiterbar.
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2 zeigt
eine schematisierte Skizze einer modularen Anlage, welche gegenüber
der in 1 dargestellten Anlage leicht verändert
ist. 2 zeigt weiterhin verschiedene Schritte bei der
Herstellung von synthetischem Rohöl (SCO). Ausgehend von
dem in der SAGD-Anlage 101 geförderten Bitumen
ist die Produktion von synthetischem Rohöl (SCO) darstellt.
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Sich
in der 1 und 2 in etwa entsprechende modulare
Einheiten sind in den beiden Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen. Die SAGD-Einheit 101 weist gegenüber
den aus 1 bekannten Komponenten zusätzlich
eine Vorrichtung zum Einspritzen eines Lösungsmittels 201 auf.
Mit Hilfe dieses Lösungsmittels, welches dem Injektionsrohr 104 zugeführt
wird, könnte das in dem Ölsand vorhandene Bitumen nicht
nur ausschließlich mittels Hitze aus dem Sand bzw. Gestein
gelöst werden, sondern zusätzlich mit Hilfe eines
geeigneten Lösungsmittels. Die Lösungsmitteleinspritzvorrichtung 201 kann
Teil der SAGD-Einheit 101 sein. Die Dampferzeugereinheit 110 besteht
im Wesentlichen aus einem Dampfgenerator 210, welcher als
Abgas 211 fasst ausschließlich reines CO2 ausstößt. Der Dampfgenerator 210 stößt
deswegen fast reines CO2 als Abgas 211 aus,
da das dem Dampfgenerator 210 zugeführtes Gas
bereits in dem Gassammler und -aufbereiter 180, insbesondere
von Schwefel, befreit wurde. Das Abgas 211 des Dampfgenerators 210 kann
zusätzlich zum Erhitzen der Lagerstätte verwendet
werden. So kann das Abgas 211 dem heißen Dampf,
welcher in die Injektionsbohrung 104 gepumpt wird, beigemischt
wer den. Das CO2-Abgas 211 des Dampfgenerators kann
ebenfalls dem Well-Pair einer anderen modularen Anlage zugeführt
werden.
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In
dem Destillierer 140 wird synthetisches Rohöl
(SCO) mit einer Viskosität von typischerweise API 20° erzeugt.
Zur weiteren Veredelung kann das synthetische Rohöl (SCO)
einem Hydrocracker 2000 zugeführt werden. Das Produkt des
Hydrocrackers 2000 ist hochqualitatives synthetisches Rohöl
2001. Die Reststoffe des Distillers 140 werden dem De-Asphalter 150 zugeführt.
Ein Produkt des De-Asphalters 150, Asphalten wird dem Vergaser 140 zugeführt.
Der Vergaser 140 wird mit reinem Sauerstoff 271 gespeist.
Auf diese Weise entsteht in dem Vergaser 170 zum einen
Wasserstoff 272 als auch synthetisches Gas 273.
Der Wasserstoff 272 kann dem Hydrocracker 2000 zugeführt
werden. Weiterhin kann der in dem Vergaser 170 entstehende
Wasserstoff 272, wie nicht in 2 dargestellt,
zur Erzeugung von Heißdampf dem Dampfgenerator 210 zugeführt werden.
Das in dem Verdampfer 270 entstehende synthetische Gas 273 wird
dem Gassammler und Aufbereiter 180 zugeführt.
In dem Gassammler und Aufbereiter 180 wird dem synthetischen
Gas 273 der Schwefel 281 entzogen. Das auf diese
Weise gereinigte Gas wird, wie bereits erwähnt, dem Dampfgenerator 210 zugeführt. Der
Vergaser 170 verfügt typischerweise über
eine Kühlung. Das für den Vergaser 170 notwendige
Kühlwasser kann zum Vorheizen des Wassers für
den Dampfgenerator 210 verwendet werden. Auf diese Weise
kann der Wirkungsgrad der modularen Anlage, wie sie in 2 skizziert
ist, weiter verbessert werden.
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Mit
einer Anlage, wie sie beispielhaft in 2 skizziert
ist, kann eine Produktion von 50000 Bluebarrel/Tag erreicht werden.
Unter einem Bluebarrel ist ein Barrel synthetisches Rohöl
zu verstehen. Zur Produktion von 50000 Bluebarrel/Tag werden in
etwa 50 bis 60 Well-Pairs betrieben. Für die Dampferzeugung
werden dann in etwa 840 mW benötigt. Der Dampf/Wasserkreislauf
ist geschlossen. Die Energiebilanz ist ebenfalls geschlossen, wenn
ein Vergaser 170 verwendet wird, dessen Synthesegase zur
Energieerzeugung (Dampfgenerator oder Kraftwerk zur kombinierten
Energieerzeugung Strom/Dampf) verwendet wird. Im laufenden Betrieb
wird kein Erdgas benötigt. Der Prozess ist so auf eine
Minimierung industrieller Rückstände/Abfälle
ausgelegt.
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Aus
logistischen Gründen ist es denkbar, die Größe
einer modularen Einheit auf eine Produktionskapazität von
5000 bis 10000 Bluebarrel/Tag zu reduzieren. Auf diese Weise könnte
die Transportierbarkeit, insbesondere in einem Land ohne feste Straßen,
deutlich verbessert werden. Die Dampferzeugereinheit 110 kann modular
ausgeführt werden. Beispielsweise können für
eine gewünschte Leistung von 100 MW vier Einheiten a 25
MW zum Einsatz kommen. Der Einsatz mehrerer kleinerer Einheiten
hat den Vorteil, dass sie in Abhängigkeit von der Reservoirqualität
eingesetzt werden können. Außerdem ist es wirtschaftlicher
einzelne kleinere Dampferzeuger unter Volllast zu fahren, anstatt
einen großen Dampferzeuger bei Teillast zu fahren. Dieser würde
keinen guten Wirkungsgrad erreichen. Wie bereits erwähnt
kann das Abgas 211 des Dampfgenerators 210 in
das Erdreich injiziert werden. In diesem Fall würde der
Produktionsprozess als kohlendioxidneutral betrachtet werden.
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Im
Folgenden werden einige Produktionsparameter einzelner modularer
Einheiten angegeben. Die genannten Größen und
Werte sind als beispielhafte Werte zu verstehen. Eine modulare Einheit
kann ohne Einschränkung mit anderen technisch sinnvollen
Parametern betrieben werden. So kann die Dampferzeugereinheit 110 in
etwa 335 kg/s Dampf bei 280°C und 65 bar abgeben. Zu diesem
Zweck wird die Dampferzeugereinheit 110 mit 58 kg/s Gas
versorgt. Der Dampferzeugereinheit 110 werden weiterhin
335 kg/s Frischwasser von der Wasseraufbereitungseinheit 120 zugeführt.
Der Wasseraufbereitungsanlage bzw. der Wasseraufbereitungseinheit 120 werden
17 kg/s Frischwasser zugeführt; 318 kg/s entstammen dem
Separator 130 und werden somit in einem geschlossenen Zyklus
recycelt. Der Separator 130 enthält von der SAGD-Einheit 101 106
kg/s Bitumen/Wasser Gemisch. Diese 106 kg/s gibt der Separator
an den Destillator 140 wei ter. 8 kg/s gibt der Separator 130 als
Gas an Gassammler und Aufbereiter 180 ab. Der Gassammler
und Aufbereiter 180 wiederum versorgt die Dampferzeugereinheit 110 mit
58 kg/s Gas.
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Der
Destillator erzeugt 83 kg/s synthetisches Rohöl bzw. 50000
Barrel/Tag. Die entsprechende Menge wird an den Hydrocracker 2000
weitergegeben. Der Destillator gibt weiterhin 23 kg/s an den De-Asphalter 150 ab,
welcher unter Verwendung von 1,5 kg/s Lösungsmittel, 30
kg/s Lösungsmittel und Asphalten an den Vergaser 170 abgibt.
Der Vergaser 170 wird mit 29 kg/s Sauerstoff versorgt und
produziert infolgedessen in etwa 50 kg/s synthetisches Gas, 7,5
kg/s Abfall und 1,8 kg/s Wasserstoff. Dieser Wasserstoff kann dem
Hydrocracker 2000 bzw. der Dampferzeugereinheit 110 zugeführt
werden.
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Die
folgende Tabelle gibt im Vergleich zum Stand der Technik die Vorteile
eines modularen Aufbaus wieder:
| | Stand
der Technik | modularer
vorgeschlagener Aufbau |
| Steam
to oil ratio (SOR) | 2,5–4 | 2,5–4 |
| Erdgas | 28
m3/Bl Bitumen | – kein
Gasverbrauch bis zu SOR = 3 – kein Gasverbrauch wenn die Abwärme
des Vergasers 170 genutzt wird (bis zu SOR = 4) |
| Energie | 1000
MJ/bl | 1000
MJ/bl bei SOR = 3 |
| Versorgungslietungen | – Kraftwerk/Erdgas – Elektrische Energie – Bitumenpipeline | – keine
Gas- oder Dampf versorgung, da Betrieb in geschlossenem Kreislauf – elektrische
Versorgung – synthetische Rohöl-Pipeline |
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Der
vorgeschlagene modulare Aufbau verfügt weiterhin über
die folgenden Vorteile: Er vermindert den Wasserverbrauch durch
gegebenenfalls Verwendung von Lösungsmitteln zum Abbau
des Bitumens. Die Logistik wird erheblich vereinfacht, im Falle
eines Umbaus oder einer Verlagerung der gesamten Einheit, da einzelne
diskrete Einheiten leichter bewegt werden können. Weiterhin
kann der Produktionsprozess der Production wells ferngesteuert werden
oder mit weiteren elektronischen Hilfsmitteln (E-assistance) verbessert
werden.
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Im
Folgenden werden einige Kenngrößen für
die Dampferzeugereinheit 110 angegeben. Dampferzeugung
von 335 kg/s, dies entspricht in etwa 1200 t/h. Der erzeugte Dampf
soll weiterhin eine Temperatur von 280° bei 65 bar aufweisen.
Dies entspricht einer Leistung von 840 MW. Die Dampferzeugereinheit 110 stellt weiterhin
geringe Ansprüche an die Wasserqualität. So kann
Wasser mit einer Leitfähigkeit von > 600 mS/cm verwendet werden. Die Dampferzeugereinheit 110 kann
dabei einen Salzrückgewinner aufweisen, ölfrei
arbeiten, das Wasser thermisch entgasen, mit Trinatriumphosphat
von Sauerstoff befreien, den pH-Wert erhöhen und/oder die
Resthärte erniedrigen. Die Dampferzeugereinheit 110 ist
einfach zu installieren und erfordert wenig Wartung, die einfach
durchzuführen ist. Er ist weiterhin schnell zu starten
und hinreichend dynamisch für variierende Kapazitätsanforderungen.
Weiterhin erfordert die Dampferzeugereinheit 110 geringe
Investitionskosten sowie Kosten am Aufstellungsort. Er verfügt
weiterhin über einen geringen Flächenverbrauch,
ist robust und einfach gebaut und erlaubt einen umweltverträglichen
Betrieb.
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Die
gesamte modular aufgebaute Anlage erlaubt einen umweltfreundlichen
Betrieb. Sie verfügt über ein Abfallmanagement
z. B. für Schwermetalle und Aschen. Das modulare System
verfügt über einen geschlossenen Wasserkreislauf
und kann CO2 neutral produzieren.
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Der
Prozess der modularen Einheit lässt sich in den folgenden
Stichworten zusammenfassen.
- – Produktion
von 50000 Bluebarrel Rohöl (API 20°)
- – Produktion des Rohöls mit einer SAGD-Einheit 101,
welche ca. 1 bl pro Meter Produktionsleitung 105 und Tag
liefert, das entspricht bei einer Länge der Produktionsleitung 105 von
1000 m ca. 1000 bl/24 h, also ca. 1,8 kg/s. Es können 106
kg/s Bitumen aus 60 Wells gefördert werden.
- – Der Abstand zwischen den Wells kann ca. 20 m betragen,
bei 60 Wells und einer Länge von 1200 m pro Produktionsbohrung 105 entspricht
dies einer Fläche von in etwa 144 ha.
- – Ein Steam to oil ratio (SOR) von 2,5 bis 4 wird heutzutage
als ökonomisch betrachtet.
- – Die Volumenverhältnisse der produzierbaren
Emulsion betragen in Bitumen/Wasser/Sand/Rest in etwa ½,
5–4/< 1/< 1.
- – Die Produktion von einem Barrel Bitumen erfordert
heutzutage den Verbrauch von in etwa 28 m3 Erdgas (in
etwa 1000 MJ/bl).
- – 95 des Wassers werden zurückgewonnen.
- – Die Wassertemperatur hinter dem Separator beträgt
in etwa 50°C.
- – Die Vorlauftemperatur für das Füllwasser
beträgt in etwa 10°C.
- – Der De-Asphalter 150 verfügt über
ein H/C-Verhältnis von in etwa 1.
- – Der Vergaser 170 setzt ca. 100 des Sauerstoffs
in der Reaktion um.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - „Unkonventionelle
Kohlenwasserstoffe" mit Thema „Schweröle und Ultraschweröle"
von J.Seim, Freiberg (DE), Januar 2001 [0002]