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Die
Erfindung bezieht sich auf das Führen von
Tieren, insbesondere Haustieren, beispielsweise Hunden. Der Einsatzbereich
umschließt
sämtliche Fährsituationen,
sei es beim Spazierengehen, Joggen, im Sport, im Gebrauchs- oder
Diensthundeeinsatz.
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Unter
den Haustieren nimmt der Hund seit Jahrtausenden eine besondere
Stelle ein. Seine Qualitäten
als freundlicher und vielseitig einsetzbarer Begleiter wurden früh erkannt
und die Nutzung seiner Anpassungsfähigkeiten hat eine lange Tradition
mit zahlreichen Ausformungen.
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Von
Natur ein Raubtier mit dem genetischen Erbe des Wolfes, bringt der
Hund aber gleichzeitig Risikopotentiale mit, die der Mensch, ebenfalls
in langer Tradition, mit entsprechender Haltung, Ausbildung und
unter Nutzung diverser Methoden und unter Einsatz von Hilfsmitteln
begegnete.
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Das
kontrollierte Mitgehen mit dem Hundeführer, die so genannte „Leinen-
und Freifolge",
spielt innerhalb der Leistungserwartungen des Menschen an den Hund
nahe liegender weise eine herausragende Rolle. Trotz zahlreicher
methodischer Ansätze und
einer langen Tradition stellt die Leinenführigkeit für viele Hundebesitzer bis heute
ein proßes,
mitunter unüberwindbar
anmutendes Problem dar.
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Die
seit Beginn der Hundehaltung üblich
verwendete Fährleine
(Länge
rund 1,5 m), am Hals des Hundes mittels Karabiner lösbar befestigt,
ebenso wie die variable Aufrolleine (Beispiel „Flexi-Leine"), das „Halti" oder „Gehgeschirre" brachten partikular Teilerfolge.
Auch der neuere „Legleader” (2006
Fima KARLIE GmbH) (Befestigung am Knie ist ein Beitrag zur Lösung des
Problems der Leinenführigkeit.
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Ziel
der gegenständlichen
Erfindung ist es, auf dem Stand der Technik bislang nicht oder nicht ausreichend
eingelöste
Kriterien einer Führungshilfe neu
oder verbessert einzubringen. Die da sind:
- a)
Die Erfindung sollte automatisches Distanzhalten und Korrektur ermöglichen
(neu)
- b) Korrektur und automatisches Distanzhalten sollten für den Hund
unvorhersehbar und unauffällig
ablaufen (weitgehend neu)
- c) Korrekturbewegungen sollten in den natürlichen, alternierenden Bewegungsablauf
der Arme integrierbar sein (neu)
- d) Die Kraft, welche erforderlich ist, um den Hund beim Vorwärtsdrängen zurückzuhalten,
sollte nicht allein durch Hand und Arm aufgewendet werden (neu)
- e) Die Erfindung sollte kurzzeitige Einwirkungssignale und Dauersignale
gleichermaßen
und unpräjudiziert
ermöglichen.
(Verbesserung)
- f) Die Erfindung sollte auch während des Gehens ohne großen Aufwand
kontrollierte Distanzmodifikationen ermöglichen (neu)
- g) Die Erfindung sollte weder für das Knie, noch für Finger,
Hand oder Arm des Hundeführers
oder für
den Hund Gesundheitsrisiken beinhalten (neu)
- h) Die Erfindung sollte in technischer Hinsicht einfach und
effizient ausgeführt
sein.
- i) Die Erfindung sollte sich unkompliziert, variabel, individuell
und komfortabel anlegen, tragen und bedienen lassen (Verbesserung)
- j) Die Erfindung sollte aus abwaschbarem, witterungsfestem und
widerstandsfestem Material ausgeführt sein.
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Kurz-Beschreibung der Erfindung:
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Ausgangspunkt
der Erfindung gegenüber besteht
darin, dass die Verbindung zwischen Hund und Mensch (In dieser Schrift „Verbindungsleine" genannt) nicht wie üblich sagittal
oder ventral, sondern dorsal geführt
wird. Das heißt;
die Verbindungsleine läuft
nicht seitlich oder von vorn von Hund zu Mensch, sondern rückseitig über das
Gesäß und Oberschenkel.
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Das
entscheidend Neue der Erfindung gegenüber dem Stand der Technik besteht
darin, dass die Führungsleine
nicht wie bekannt mit der dem Standort des Hundes benachbarten Hand
(Fußgehen
links = die linke Hand führt),
sondern mit der gegenüber
liegenden Hand gehalten. (Fußgehen
links = rechte Hand führt)
oder geführt
wird.
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Die
Erfindung im Beispiel eines auf der linken Seite geführten Hundes:
Die Verbindungsleine wird am Halsband des Hundes mittels Karabiner
festgemacht und am linken Oberschenkel nach hinten, schräg über das
Gesäß bis zur
rechten Hüfthöhe an Körper und
Kleidung anliegend geführt.
Dort nimmt die der Hundeseite gegenüberliegende Hand, also beim üblichen „Fußgehen" des Hundes nicht
die Linke, sonder die Rechte Hand das Ende der Verbindungsleine
zur Führung
und allfälligen
Korrektur auf. Die Führungsleine
ist in einer besonderen Ausführung
der Erfindung am Ende in ihrer Länge
verstellbar, so dass die Distanz zwischen Mensch und Hund variabel
gehalten werden kann. Die Erfindung erlaubt neben dem beschriebenen
korrigierenden Einsatz auch die einmal eingesteltte „automatische" Distanzerhaltung.
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Technische Beschreibung der Erfindung
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Die
Erfindung besteht aus einem Gürtel
(1) mit Schließe
(10), an welchem an der Hüfte an der Seite, an welcher
der Hund geführt
wird, mittels Lasche ein Ösenhalter
(2) übergestülpt oder
mittels Klette oder anderen bekannten Arretierungsmechanismen variabel
einstellbar oder fest verbunden ist. Der Ösenhalter (2) ist
in der Länge
zwischen Knie und Hüfte
verstellbar und weist am unteren Ende eine Öse (3) auf, durch
welche die Verbindungsleine (6) geführt wird. Die Verbindungsleine
(6), welche aus Leinen- oder Bandmaterial bestehen kann,
läuft von
der Öse
(3) des Ösenhalters
auf der Rückseite des
Hundeführers
zur an der dem Hund gegenüberliegenden
Hüfte angebrachten Öse (5)
am Körper
anliegend schräg
nach oben. Die Verbindungsleine (6), welche am Halsband
(7) des Hundes oder an anderen Hals- oder Schnauzenhaltern
(beispielsweise „Haiti") mittels Karabiner
oder Panikhaken befestigt ist, läuft über die
beiden Ösen
(3) und (5) und wird dort von der dem Hund gegenüberliegenden
Hand aufgenommen. Die Verbindungsleine (6) ist in der Länge verstellbar.
Das Ende (9) der Verbindungsleine ist je nach Bevorzugung
als Lasche, Knauf, Knopf oder Kugel oder auch als loses Ende ausgestaltet. Die Ösenhalter
(2) und (4) sind in einer Ausführung der Erfindung mittels
Klettenband und Gegenband oder mittels Positionsverstellbeschlägen am Gürtel variabel
justierbar verbunden, wodurch ein Verrutschen der Ösenhalter
vermieden wird. So können
die Ösenhalter
auf die individuelle Position des der Hüftknochen eingestellt werden.
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In
einer besonderen Ausführung
der Erfindung findet eine Zweit – Führungsleine (11) Verwendung,
welche an jedem Ende eine Öse
aufweist, welche auf der hundseitigen Seite gemeinsam mit dem Halsbandring
(bzw. Brustgeschirr-Ring) durch den hundseitig Karabiner der Verbindungsleine
verbunden und am anderen Ende mit dem am Ende der Verbindungsleine
liegenden Karabiner der Verbindungsleine verbunden wird. Diese vorn
herum geführte (dorsal)
Zweit – Führungsleine
ist vor allem für
den Anfang und für
Welpen gedacht, also für
Hunde, die nicht nur vorprellen, sonder auch noch teilweise die Seite
wechseln wollen und hinten herum gehen. Mit Hilfe der vorn herum
geführten
Hilfsleine (11) lässt sich
das ungewollte Hinten herum Gehen durch entsprechendes Gegenziehen
oder Gegenhalten vereiteln.
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Funktionsbeschreibung:
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Die
Verbindungsleine (6) wird vor dem Einsatz mit Hund in der
Länge so
eingestellt, dass der Hund den bezweckten Maximal-Spielraum beim
gemeinsamen Gehen erhält.
Beim gemeinsamen Gehen bietet die Erfindung dem Hundeführer die
Möglichkeit,
mittels der dem Hund gegenüber
liegenden Hand die Maximal-Distanz des Hundes zum Hundeführer zu
verringern, zu variieren und vorübergehend oder
dauerhaft aufrechtzuerhalten. Das Besondere ist, dass der Großteil der
Kraft, die der Hund mitunter beim Vordrängen entgegenbringt, nicht
wie auf dem Stand der Technik, durch Hand oder Knie aufgefangen
wird, sondern vom Reibungswiderstand der Verbindungsleine, welche über eine
weite Strecke – nämlich oberhalb
des hundseitigen Knies bis zur Hund gegenüberliegenden Hüfte – absorbiert
wird. Die gegenhaltende Hand benötigt
nur noch einen Bruchteil der üblicherweise
erforderlichen Gegenzugkraft.
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Ein
weiterer Vorteil der erfinderischen dorsalen Führung der Verbindungsleine
besteht darin, dass das hundseitige Bein des Hundeführers ebenfalls
als Gegenkraft zum Vordrängen
eingesetzt werden kann. Hier bieten sich vor allem „punktuelle
Einwirkungen" (E.
L. – damit
sind kurzzeitige Einwirkungen gemeint) an, welche ebenfalls mit
Unterstützung des
an der Verbindungsleine wirkenden Reibungswiderstandes sehr effektiv
und kraft sparend einsetzbar sind. Ein weiterer Vorteil der Erfindung
besteht darin, dass die natürliche
alternierende Schlenderbewegung der Arme bei gleichzeitigem Zug-
oder Korrektureinsatz weitgehend aufrechterhalten werden kann.
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Ein
weiterer erfindungsmäßiger Vorteil
gegenüber
dem Stand der Technik besteht darin, dass die Verbindungsleine ebenso
wie der wirkende Reibungswidersand für den Hund weitgehend unsichtbar
bleibt und er somit nicht die verbreitete, unerwünschte Adaption an ankündigenden
Signale erlernt und einsetzt, indem er wunschgemäß Fuß geht, wenn er die Vorankündigung
der ziehenden Hand sieht und wieder ins Vordrängen oder Abweichen verfällt, wenn
die Ankündigung
der Einwirkung beendet ist.
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Die
Erfindung erlaubt neben der beschriebenen variablen Einflussnahme
die Verbindungsleine in beliebiger Distanzeinstellung „automatisch" wirken zu lassen,
indem das Ende aus der Hand gegeben wird und damit an der Öse (5)
seine Längenbegrenzung
erfährt.
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In
einer weiteren Ausführung
der Erfindung ist läuft
das Ende der Verbindungsleine (6) ein durch einen Arretierknopf
(8b), wie er bei Annoraks und anderen Jacken im Hüftbereich
zur Verengung des Umfanges eingesetzt wird), womit der Hundeführer während des
Gehens die Länge
der Verbindungsleine verändern
und den Umständen
anpassen kann. Der Arretierknopf bietet neben der Längenveränderung gleichzeitig
die Möglichkeit,
die Verbindungsleine äußerst bequem
und ergonomisch zu bedienen. Die Hand braucht in ihrer natürlichen
Haltung beim Gehen zum Gegenhalten der Verbindungsleine nicht verändert werden.
Stellt man die Länge
der Verbindungsleine mittels Arretierknopf entsprechend kurz ein,
so erlaubt diese Einstellungsform ein freihändiges Gehen, da die Öse (5)
ein Durchrutschen des Arretierknopfes verhindert.
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In
einer weiteren Ausführung
der Erfindung wird das Ende der Verbindungsleine (9) mittels
Karabiner in die „Parköse" (12) eingehängt, was
einen noch schnelleren Wechsel von der einhändig gesteuerten Fährform zur
freihändigen
Fährform
ermöglicht.
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In
einer weiteren Ausführung
der Erfindung, bestehend aus einer Kurry-Klemme (13), wie
sie beim Segeln verwendet wird, – welche auf der dem Hund gegenüberliegenden
Seite am Gürtel
fest angebracht ist, lässt
sich die Länge
der Verbindungsleine noch schneller und bequemer, als dies unter
Verwendung der Arretierknopfes (12) und unter Verwendung
der Parköse
(12) möglich
ist, verändern,
feststellen und wieder lösen.
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In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Öse (5)
mit der Kurryklemme (13) einteilig gebaut, wodurch der
zusätzliche
Einbau der Öse (5)
eingespart wird.
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Die
Erfindung bietet somit ein breites Spektrum aktiv Einfluss gebender
sowie passiv determinierter Führung.
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Die
Erfindung bietet darüber
hinaus erstmalig die Möglichkeit,
innerhalb positiver Bestärkungsmethodik
die hundeseitig gelegene Hand zum Belohnen zu verwenden und die
gegenüberliegende
Hand zur Signalgebung einzusetzen. Auf dem Stand der Technik wird
der Hund mit der hundseitigen Hand geführt. Das bedeutet, die linke
Hand hält
die Leine, die rechte den Ball oder das Futter. Wird aber das MO
(E. L. = Motivationsobjekt) in der rechten Hand gehalten, so tendiert
der Hund zum Schiefgehen und Bedrängen, was im täglichen
Umgang Probleme schafft und im Sport mit Abzug minder bewertet wird.