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Die
vorliegende Erfindung betrifft einen Sensor zur Ortung metallischer
Objekte nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren
zur Auswertung von Messsignalen eines solchen Sensors.
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Sensoren
beziehungsweise Detektoren zur Ortung von beispielsweise in Bauwerkstoffen
verborgenen, metallischen Objekten arbeiten derzeit in der Regel
mit induktiven Verfahren. Hierbei wird ausgenutzt, dass sowohl leitfähige als
auch ferromagnetische Werkstoffe die Eigenschaften einer in der
Umgebung angebrachten, elektromagnetischen Spule beeinflussen. Die
von metallischen Gegenständen hervorgerufenen
Veränderungen
der induktiven Eigenschaften werden von einer Empfangsschaltung eines
solchen Detektors registriert. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise
in einer Wand eingeschlossene, metallische Gegenstände mittels
einer oder mehrerer über
die Wand hinweg geführter
Spulen prinzipiell orten.
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Dabei
beeinflussen magnetische und nicht magnetische metallische Objekte
den induktiven Sensor in unterschiedlicher Weise. Beispielsweise kann
das Einbringen eines ferromagnetischen Eisenstabs in das Magnetfeld
einer Sensorspule durch eine Vergrößerung ihrer Induktivität erkannt
werden. Leitfähige,
nicht magnetische Materialien verursachen demgegenüber durch
die in ihnen induzierten Wirbelströme eine Erhöhung der Verluste der Detektorspulen.
Die Anwesenheit leitfähiger,
nicht magnetischer Gegenstände
im Bereich des Sensors kann somit durch eine Verringerung der Güte der Sensorspulen
erkannt werden.
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Die
Rückwirkung
eines metallischen Objektes auf die Eigenschaften eines induktiven
Sensors ist im allgemeinen eine Funktion des für den Sensor genutzten Frequenzspektrums.
Induktive Sensoren, welche in erster Linie auf ferromagnetische
Objekte, d.h. insbesondere Eisen und Stahl ansprechen sollen, arbeiten
zweckmäßig bei
Frequenzen im Bereich von 10 kHz und kleiner, da bei höheren Frequenzen die
magnetische Suszeptibilität
der meisten magnetischen Werkstoffe rasch sinkt.
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Eine
technische Schwierigkeit bei der Detektion metallischer Objekte
besteht darin, dass die Rückwirkung
der zu ortenden Gegenstände
auf die Spule bzw. Spulen der Sensoranordnung betraglich sehr klein
ist. Dies trifft vor allem für
den Einfluss von nicht ferromagnetischen Objekten, wie beispielsweise
dem technisch wichtigen Kupfer, zu.
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Die
auf einem induktiven Verfahren basierenden Detektoren haben in der
Regel einen hohen Offset, d.h. ein hohes am Sensor abgreifbares
Signal, welches bereits ohne Einfluss eines externen, d.h. zu ortenden,
metallischen Gegenstands von der Empfangsschaltung des Detektors
gemessen wird. Ein solcher hoher Offset macht es schwierig, sehr kleine
induktive Änderungen,
welche durch einen in die Nähe
des Detektors gebrachten metallischen Gegenstand verursacht werden,
zu detektieren.
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Die Änderung ΔL der Induktivität L einer
Sensorspule welche durch metallische Objekte verursacht ist, ist
in der Praxis sehr gering und insbesondere sehr viel kleiner als
die Induktivität
L welche die selbe Spule bei Abwesenheit metallischer Objekte aufweist.
Die größte technische
Schwierigkeit bei der Detektion bereitet dabei nicht der geringe
Absolutwert der Änderung
der Sensoreigenschaften, d.h. die Induktivitätsänderung ΔL, sondern vielmehr die oft fast
verschwindend geringe relative Änderung
der Sensoreigenschaften, also ein extrem kleiner Quotient ΔL/L.
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Besonders
störend
ist der Offset bei der Detektion nicht magnetischer Materialien.
Der übliche Weg
zur Erzielung einer hohen Messleistung ist die Verwendung von Sensorspulen
besonders hoher Güte.
Die geringfügige
Reduktion der Spulengüte,
welche durch das zu ortende Objekt hervorgerufen wird, wird dann
nur in geringerem Ausmaß von
den ohnehin bestehenden Spulenverlusten verdeckt. Der üblicherweise
beschrittene Weg besteht darin, im Sensor Empfangsspulen mit hoher
Windungszahl zu verwenden und Ferritkerne mit besonders geringen
magnetischen Verlusten einzusetzen.
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Die
Notwendigkeit, eine sehr kleine Änderung
der Sensoreigenschaften auf einem sehr großen Offset-Signal zu detektieren,
setzt den Einsatz eng tolerierter und damit teuerer Bauelemente
für einen
solchen Detektor voraus und erfordert zudem eine sehr driftarme
Analogelektronik, die die Kosten für den Sensor bzw. für ein entsprechendes
Ortungsgerät
deutlich erhöht.
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Um
dieser Offsetproblematik zu begegnen sind im Stand der Technik verschiedene
Ansätze
bekannt, welche alle gemeinsam zum Ziel haben, das Sensorsignal
welches bei Abwesenheit metallischer Objekte vorhanden ist, zu reduzieren
und somit die relativen Signaländerungen
zu vergrößern.
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Oft
wird dabei ein mehrstufiger Ansatz gewählt, wobei z.B. in einem ersten
Schritt eine Anordnung von Sensorspulen verwendet wird, welche in der
Lage ist, den Signaloffset im Idealfall bereits vollständig zu
beseitigen, bzw. zu kompensieren. Die in der Praxis erreichbare
Kompensationsgüte
hängt jedoch
vielfach z.B. von Fertigungstoleranzen ab, so dass eine vollständige Beseitigung
des Signaloffsets vielfach ein weiteres Verfahren, gewissermaßen zur Feinkompensation
erforderlich macht.
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Die
gemeinsame Idee, die der im Folgenden unter dem Oberbegriff „induktiver
Kompensationssensor" subsummierten
Familie von Metalldetektoren zugrunde liegt, besteht darin, den
Detektor aus mehr als einer Einzelspule aufzubauen und insbesondere ein
Windungssystem zur Magnetfelderregung und ein Windungssystem zur
Detektion zu unterscheiden. Insbesondere ist es möglich, Anordnungen
zu verwenden, welche gegensinnig gewickelte Leiterschleifen derart
im Raum positionieren, dass bei Abwesenheit metallischer Objekte
die vom Erregermagnetfeld im Empfängersystem induzierten Spannungen
verschwinden. Dies wird beispielsweise dadurch erreicht, dass von
einem Erreger-Magnetfeld in gegensinnig orientierten Empfangs-Leiterschleifen
Spannungen der gleichen Amplitude induziert werden, welche jedoch
aufgrund der Orientierung ein entgegengesetztes Vorzeichen aufweisen
und sich somit wechselseitig aufheben.
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Aus
der
DE 101 22 741
A1 ist ein Detektor zur Ortung metallischer Gegenstände bekannt,
der eine Empfangsspule und eine erste Sende- oder Erregerspule aufweist,
die induktiv miteinander gekoppelt sind. Damit ein möglichst
geringes Offset-Signal im Detektor entsteht, ist eine zweite Sendespule
vorhanden, die ebenfalls mit der Empfangsspule induktiv gekoppelt
ist. Die Empfangsspule und die beiden Sende- bzw. Erregerspulen
sind konzentrisch zu einer gemeinsamen Achse angeordnet, wobei die
beiden Sendespulen bezüglich
ihrer Windungszahlen, Orientierung und/oder ihrer Abmessungen so
dimensioniert sind, dass sich die von den beiden Sendespulen in
der Empfangsspule angeregten Flüsse bei
Abwesenheit metallischer Objekte gerade gegenseitig kompensieren.
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Aus
der
US 5,729,143 ist
ein Detektor bekannt, dessen Ziel es ist, den zuvor angesprochenen Offset
des Messsignals möglichst
weitgehend zu unterdrücken.
Zu diesem Zweck weist der Detektor der
US 5,729,143 eine Sendespule mit einem
Sender, sowie eine Empfangsspule mit einem Empfänger auf. Die Sendespule und
die Empfangsspule des Detektors sind in der Weise miteinander induktiv
gekoppelt, dass sie sich teilweise gegenseitig überlappen. Die Sendespule wird
vom Sender mit einem Wechselstrom gespeist. Diese stromdurchflossene
Sendespule erregt durch ihre induktive Kopplung mit der Empfangsspule
in dieser einen ersten Teilfluss in der Überlappungsfläche der
beiden Spulen und einen zweiten Teilfluss in der restlichen Fläche der
Empfangsspule. Der Abstand zwischen den Zentren von Sendespule und
Empfangsspule kann nun so gewählt
werden, dass sich die beiden Teilflüsse, welche ein entgegengesetztes
Vorzeichen haben, gerade gegenseitig kompensieren. Ist dies der
Fall, so induziert die stromdurchflossene Sendespule – wenn kein externer,
metallischer Gegenstand in der Nähe
der Spulenanordnung vorhanden ist – keinen Strom in der Empfangsspule,
so dass der Empfänger
in diesem Idealfall auch kein Offset-Signal messen würde. Erst
wenn die Spulenanordnung in die Nähe eines metallischen Gegenstands
gebracht wird, wird das von der Sendespule erzeugte Feld gestört, so dass nun
in der Empfangsspule ein nicht verschwindender Fluss angeregt wird,
der ein Messsignal in der Empfangsspule erzeugt, welches unbeeinflusst
von einem Offset-Signal ist und vom Empfänger bzw. einer diesem nachgeschalteten
Auswerteschaltung ausgewertet werden kann.
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Dabei
ist der relative Abstand der Zentren von Sendespule und Empfangsspule
ein äußerst kritischer
Parameter, so dass sich die idealerweise anzunehmende Abwesenheit
einer induzierten Spannung in der Empfängerspule in der Praxis nur
mit großem
technischen Aufwand realisieren lässt. Es hat sich gezeigt, dass
auf diese Weise eine hinreichende Kompensation der Flusskomponenten
unter den Bedingungen einer Serienfertigung eines solchen Sensors
nicht realisiert werden kann.
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Aus
diesem Grund schlägt
die
US 5,729,143 eine
elektronische Schaltung vor, welche die Kompensation auf elektronischem
Weg nachträglich
erreicht und einen solchen Sensor somit auch praktisch nutzbar macht.
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Das
in der
US 5,729,143 beschriebene
Verfahren arbeitet monofrequent. Erregerseitig wird ein magnetisches
Wechselfeld einer bestimmten Frequenz f generiert und die induzierten
Spannungskomponenten werden in den Empfängerwindungen mit geeigneten,
analogen und digitalen Filtern frequenzselektiv bei eben dieser
Frequenz f ausgewertet. Die durch die magnetische Fehlkompensation von
Empfänger-
und Erregersystem in den Empfängerwindungen
induzierte Spannung U(f) bei der Frequenz f verfügt über eine temperaturabhängige Amplitude
und Phasenlage, die zudem zusätzlichen
Exemplarstreuungen unterworfen ist. Das Verfahren der
US 5,729,143 beruht nun darauf analog
zu der in den Empfängerwindungen
indizierten Spannungen, eine Korrekturspannung hinzuzuaddieren,
deren Amplitude und Phasenlage bei der Arbeitsfrequenz f die Fehlerspannung
U(f) gerade kompensiert. Hierzu generiert ein Mikroprozessor bei
der Frequenz f ein in Phase und Amplitude kontrolliertes digitales
Korrektursignal. Die für
die Kompensation erforderliche Amplitude und Phasenlage ist dabei
von der Phasenverschiebung abhängig,
welche durch die Bauelemente der Schaltungen im Erreger- und Empfängerzweig hervorgerufen
werden. Das erforderliche Korrektursignal ist damit aber u. a. auch
einer Temperaturdrift unterworfen. Um auch bei Veränderungen
der Arbeitstemperatur die Fehlerspannung U(f) kompensieren zu können, muss
der Mikroprozessor die Phasenlage und Amplitude des Korrektursignals über die
Temperatur nachführen.
Hierzu ist in der Regel eine Rekalibrierung des Sensors durch den
Anwender erforderlich.
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Eine
alternative Methode zur Kompensation eines z.B. wegen Fertigungstoleranzen
verbleibenden Restoffsets ist aus der
EP 1092989 A1 bekannt. Bei dieser Methode
wird, anstatt, dass zur Detektionsspannung, welche in den Empfängerwindungen induziert
wird, eine Korrekturspannung hinzuaddiert wird, mit zusätzlichen
Korrekturmagnetfeldern gearbeitet. Hierzu wird das System der Magnetfelderregung
nicht nur durch die primäre
Erregerspule gebildet, sondern es werden zusätzlich sogenannte Trimm-Windungen
und Korrekturwindungen hinzugefügt.
Der Unterschied zwischen Trimm- und Korrekturwindung ist dabei der,
dass die Korrekturwindungen mit der primären Erregerspule in Reihe geschaltet
sind und somit immer mit dem gleichen Strom durchflossen werden,
während
die sogenannten Trimm-Windungen mit einem justierbaren Bruchteil
des in den Korrektur- und Erregerspulen fließenden Stroms beschickt werden
können.
Auf diese Weise kann erreicht werden, dass sich bei Abwesenheit metallischer
Objekte in der Umgebung des Sensors in den Detektorspulen keine
induzierte Spannung ergibt. Das Verfahren der
EP 1092989 A1 hängt dabei wesentlich
weniger von Bauelementetoleranzen und Driften in den Sende- und
Empfangsschaltungen ab. Darüber
hinaus ist die Messung nicht auf eine ausgewählte Arbeitsfrequenz begrenzt,
da die Kompensation weitgehend unabhängig von der verwendeten Frequenz
ist. Der Aufbau eines Sensors gemäß der
EP 1092989 A1 wird demgegenüber jedoch
wesentlich komplexer: Während
der Sensor der
US 5,729,143 mit
nur je einer Spule für
den Sende- und Empfangskreis auskommt, benötigt der Aufbau der
EP 1022989 A1 im
Sende- bzw. Erregerpfad zehn Spulen sowie vier Spulen für den Empfangspfad.
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Im
Vergleich zu Sensoren, welche kein unabhängiges Erreger- und Empfängersystem
unterscheiden, erzeugen metallische Objekte in Kompensationssensoren
zunächst
Signaländerungen
wesentlich kleinerer Amplitude. Nicht nur die vom ursprünglichen
Erregermagnetfeld induzierten Spannungen heben sich im Empfangszweig
weg, sondern auch die schwachen vom zu detektierenden Objekt verursachten
Magnetfeldänderungen
sind im Allgemeinen in gewissem Ausmaß einer Kompensation unterworfen.
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Weiterhin
sind in Kompensationssensoren dem Einsatz magnetischer Kerne enge
Grenzen gesetzt. Die Qualität
der Kompensation hängt
hier empfindlich von der magnetischen Suszeptibilität des eingesetzten
Ferrits ab, die häufig
nicht ausreichend eng toleriert werden kann. In der Praxis kommen
in Kompensationssensoren daher in der Regel Luftspulen zum Einsatz,
wobei in Kauf genommen werden muss, dass die Spulengüte drastisch
sinkt und insbesondere die Detektion von nicht magnetischen Materialien
erschwert wird.
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Ein übliches
Vorgehen zur Umgehung des Problems des geringen Signals und der
geringen Güte
von Luftspulen bei Kompensationssensoren besteht darin, wie z.B.
in der
EP1092989A1 im
Detail ausgeführt,
die Windungszahl im Empfangsspulensystem so hoch wie möglich zu
wählen.
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Aufgabe der
Erfindung
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ausgehend von den Detektoren
bzw. Sensoren des Stands der Technik, einen Kompensationssensor
der eingangs genannten Art anzugeben, dessen Eigenschaften und Messergebnisse
sich mit der Umgebungstemperatur möglichst nur geringfügig ändern, so
dass auch ohne regelmäßige Kalibrierungsprozesse
gute Messergebnisse mit einem solchen Sensor möglich sind.
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Darüber hinaus
ist es Aufgabe der Erfindung einen derartigen Sensor insbesondere
kostengünstig und
mit möglichst
geringen Anforderungen an Fertigungstoleranzen und kleinem Montageaufwand
zu realisieren.
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Die
der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird gelöst durch einen Sensor zur Ortung
metallischer Objekte mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
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Vorteile der
Erfindung
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Der
erfindungsgemäße Sensor
zur Ortung metallischer Objekte weist eine Sende- oder Erregerspule
und Empfangsleiterstrutkturen auf, die induktiv miteinander gekoppelt
sind. Erfindungsgemäß ist zumindest
der Empfangsleiterstrukturen durch ein System von Leiterbahnen auf
einer Leiterplatte realisiert.
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In
vorteilhafter Weise ist mindestens ein Empfangsleiterschleifensystem
im erfindungsgemäßen Sensor
daher durch eine Kupferstruktur einer Leiterplatte, d.h. einer gedruckten
Schaltung ersetzt. Dies kann beispielsweise in Form eines Print-Layouts
erzeugt werden. Bei einer solchen Ausgestaltung von Leiterschleifen
als Kupferstrukturen ergeben sich zum einen keine weiteren wesentlichen
Kosten oder ein erhöhter
Zeitaufwand für
die Fertigung und Montage des Empfangswindungs-Systems. Die erfindungsgemäße Ausführung des
Empfangsleiterschleifensystem als Leiterbahnstruktur auf einer Leiterplatte
hat neben den nahezu verschwindenden Kosten zudem den Vorteil, dass
die Dimensionstreue der Leiterschleifen sehr hoch ausgeführt sein
kann. Es bereitet technisch keine großen Probleme, Kupferstrukturen
auf Leiterplatten mit einer Genauigkeit von 25 Mikrometern zu fertigen.
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Die
Verwendung von Leiterbahnstrukturen als Empfangsleiterstrukturen
führt dazu,
dass die Windungszahl im Empfangssystem des Sensors deutlich reduziert
sein muss. Dies wiederum führt
zu einer sehr geringen Induktivität des Empfangssystems. Die
Erkenntnis, das trotz des extrem geringen Induktivitätsbelags
des Empfangssystems ein hochwertiger induktiver Sensor aufgebaut
werden kann, welcher im Vergleich zu üblichen Kompensationssensoren
potentiell sogar noch wesentlich temperaturstabiler und fertigungsfreundlicher
ist, sind Gegenstand der Erfindung, ebenso wie die zur Umsetzung erforderlichen
Mess- und Auswerteverfahren.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen und Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Detektors
ergeben sich mit den Merkmalen der abhängigen Ansprüche.
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Insbesondere
für die
Ortung nicht magnetischer Materialien ist die Verwendung höherer Frequenzen
vorteilhaft, da bei diesen die Eindringtiefe des magnetischen Feldes
in das zu ortende Objekt sinkt und somit die im Objekt induzierten
Wirbelströme
bedeutsamer werden. Da die Eindringtiefe in Kupfer bei einer Arbeitsfrequenz
von 100 kHz bereits in der Größenordnung
von rund 0.2 mm liegt, ist in der Praxis zur Erhöhung der Detektionsgüte eine
Erhöhung
der Arbeitsfrequenz weit über
200 kHz hinaus jedoch im allgemeinen nicht zielführend. Zumindest beim Einsatz
eines induktiven Sensors zum Auffinden von Metall in Bauwerkstoffen
ist diese Länge bereits
wesentlich kleiner als die Abmessung relevanter Objekte, wie Stromleitungen,
Wasserleitungen oder Stahlarmierungen.
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Sensoren,
welche sowohl auf leitfähige
als auch auf ferromagnetische Objekte ansprechen sollen, müssen bezüglich der
Frequenzwahl einen Kompromiss eingehen und arbeiten daher zweckmäßig in einem
Frequenzbereich zwischen 1 kHz und 10 kHz. Besonders geeignet ist
eine Frequenz von 4–6
kHz, da in diesem Frequenzfenster eisenhaltige Objekte und leitfähige Gegenstände vergleichbarer
Größe, Messsignale
näherungsweise
gleicher Amplitude generieren.
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Für die Verwendung
einer Messfrequenz zwischen 1 kHz und 100kHz spricht auch die Tatsache,
dass Auswerteschaltungen und elektronische Bauelemente hier besonders
preisgünstig
und mit geringem Aufwand aufgebaut werden können.
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Zur
genauen Einstellung der Kompensation der im Empfangspfad induzierten
Spannungen in einem Kompensationssensor ist es erforderlich, zu
berücksichtigen,
dass die „Detektorspulen" nicht nur induktiv
wirken, sondern ebenfalls einen nicht verschwindenden kapazitiven
Belag aufweisen. Detektorspulen für Ortungsgeräte werden üblicherweise mit
Hilfe von Kupferlackdraht gefertigt. Der für diese Spulen typischerweise
verwendete Isolationslack besitzt nur eine geringe Dicke in der
Größenordnung von
einigen wenigen Mikrometern. Zwei neben einander liegende Wicklungen
wirken somit nicht nur als Induktivität, sondern in einem gewissen
Maße auch als
Kondensator, mit dem Isolationslack als Dieelektrikum. Durch die
geringe Isolationsdicke bei Verwendung von Lackdraht kann die parasitäre Kapazität leicht
nicht zu vernachlässigende
Werte annehmen. Dies ist insbesondere bei mehrlagig gewickelten Spulen
der Fall. Da zur Realisierung optimaler Kompensationsgeometrien
die Bestimmung der Induktivität
bis in die Größenordnung
von einem ppm wichtig ist, kann dieser kapazitive Einfluss auch
bei Verwendung von Frequenzen von lediglich einigen kHz nicht mehr
vernachlässigt
werden. Hierbei gilt zu beachten, dass die sich über die parasitären Kondensatoren
schließenden
Ströme
innerhalb der anderen Windungen der Spule hochtransformiert werden
und somit in Summe zu einer bedeutenden Störpotential führen können. Die
parasitäre
Kapazität
ist dabei zudem einer bedeutenden Temperaturdrift ausgesetzt, da
die Dielektrizitätskonstante
des Isolationslacks thermisch nicht stabil ist. Dies gilt insbesondere
bei Verwendung sogenannten Backlacks.
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In
vorteilhafter Weise sind die Leiterschleifen des erfindungsgemäßen Empfangssystems
automatisch planar ausgebildet, d.h. im übertragenen Sinn einlagig „aufgewickelt". Auf diese Weise
ist es möglich,
den Kapazitätsbelag
auf einfache Weise zu reduzieren. Die planare, einlagige Geometrie
ermöglicht
es, den Abstand von Schleife zu Schleife groß zu halten und damit den parasitären Kapazitätsbelag
zu reduzieren. Zudem ist so sichergestellt, dass der verbleibende
Kapazitätsbelag
thermisch fast invariant ist, so dass eine Temperaturdrift der parasitären Kapazitäten nicht
mehr so relevant ist.
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Der
Leiterplatte, auf der die Leiterbahnstrukturen des Empfangsleiterschleifensystems
ausgebildet sind, kommt eine besondere Bedeutung im erfindungsgemäßen Sensor
zu. Diese Leiterplatte dient nicht nur als Trägermaterial für die notwendigen
elektronischen Schaltungen des Sensors, sondern ist als Funktionsteil
integraler Bestandteil des Sensors. Dabei sind diverse Bauelemente
des Sensors direkt als Leiterbahnstruktur auf der Leiterplatte ausgebildet, was
dazu führt,
dass eine Vielzahl von einzelnen Bauelementen überflüssig wird.
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Aufgrund
der geringen Anzahl von Leiterschleifen ist beim erfindungsgemäßen Sensor
im Allgemeinen neben der induktiven Verkopplung von Erreger- und
Empfängersystem
auch die parasitäre
kapazitive Kopplung nicht mehr vernachlässigbar. Um diese parasitären Kopplungen
in hohem Maße
unterdrücken
zu können,
werden in vorteilhafter Weise auf der Leiterplatte zwischen der
gewickelten Erregerspule und den Empfängerstrukturen zusätzlich Abschirm-Leiterstrukturen
angeordnet bzw. direkt als Leiterbahnstrukturen ausgebildet. Diese
Strukturen, die auf Massepotential gelegt werden können, verursachen
keinerlei nennenswerte Mehrkosten bei der Herstellung des Sensors.
Insbesondere können
bei der erfindungsgemäßen planaren
Geometrie der Empfangsleiterschleifen auch flächige Abschirmstrukturen gute
Ergebnisse liefern.
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Beim
Aufbringen der Abschirmleitungen bzw.- -Strukturen ist allerdings
darauf zu achten, dass sich innerhalb der Abschirmgeometrie keine Stromschleifen
schließen
können.
In vorteilhafter Weise werden die Abschirmstrukturen daher als Mäander- oder
Kamm-Strukturen
aus möglichst
dünnen Einzelleitern
ausgebildet.
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Die
als Sende- oder Erregerspule arbeitende Spule befindet sich in einer
zur Leiterplatte in der Höhe
versetzten, d.h. in einer z-Richtung verschobenen, parallelen zweiten
Ebene. Dies ermöglicht
in vorteilhafter Weise, dass auch unterhalb der Sendespule zusätzliche
Windungen angeordnet werden können,
welche es gestatten, die Anforderungen an die Positionier- und Abmessungstoleranzen
der Erregerspule erheblich zu reduzieren.
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Eine
Fehlpositionierung der Erregerspule relativ zur vorgesehenen Position
wirkt sich auf die unterschiedlich orientierten Einzel-Leiterschleifen
in um so geringerem Maß aus,
je größer der
Abstand zur betreffenden Empfangswindung ist. D.h. bei einer Fehlpositionierung
der Erregerspule ändert
sich die induzierte Spannung in einer näher liegenden Empfangs-Leiterschleife ggf.
stärker
als in einer gegensinnig orientierten und weiter entfernt liegenden
Leiterschleife. Im Ergebnis kann daher eine gute Kompensation der
indizierten Spannungsamplituden nur bei einer hohen Positionstreue
gewährleistet
werden.
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Zusätzlich zu
den Windungen bzw. Leiterschleifen des Empfangssystems, welche sinnvollerweise
in großem
Abstand zur Sendespule angeordnet sind, werden unterhalb der Erregerspule
Kompensationswindungen angeordnet, welche im Idealfall keinen Einfluss
auf das vom zu detektierenden Objekt generierte Messsignal haben
sollen.
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Dabei
sind Anzahl und Position der jeweiligen Kompensationswindungen so
zu dimensionieren, dass die Abhängigkeit
der induzierten Spannung im Empfangsleiterschleifensystem von einer
Höhenfehlpositionierung
der Erregerspule, d.h. einer Fehljustierung in z-Richtung, möglichst
genau kompensiert wird. Eine geringfügige Fehlpositionierung der Erreger-
oder Sendespule in z-Richtung wirkt sich auf die in den Empfangswicklungen
in der Summe induzierte Spannung somit nicht mehr bzw. nicht mehr
so stark aus.
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In
vorteilhafter Weise sind auch die Kompensationswindungen als Kupferstrukturen
auf einer Leiterplatte realisiert. Idealerweise werden die Kompensationswindungen
und die Windungen der Empfangsspulen auf der selben Leiterplatte
als Leiterbahnstruktur ausgebildet.
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Bei
einer solchen Detektorgeometrie ergibt sich eine deutlich reduzierte
Toleranzempfindlichkeit bezüglich
der Positionierung der Erregerspule in ihrer Höhe (z-Richtung) über der
Ebene der Empfangsspulen.
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In
einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Sensors
sind die Kompensationswindungen der Empfangsleiterschleifensysteme
auf zwei gegenüberliegende
Seitenflächen
einer Leiterplatte ausgebildet. Hierbei werden zwei, im und entgegen
den Uhrzeigersinn gewickelte Kompensationsschleifen bei möglichst
gleicher Geometrie in unterschiedlicher Höhe, z.B. auf zwei Seiten der
Leiterplatte und vorteilhaft als Leiterbahnstruktur aufgebracht.
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Dadurch,
dass die innen im Sensor liegenden Kompensationswindungspaare auf
der Ober- und Unterseite
der Leiterplatte nahezu identisch ausgeformt sind, wird die Richtcharakteristik
des Sensors bei großen
Abständen
zu den metallischen Objekten nicht verfälscht. Auf diese Weise ist
es möglich,
die Kompensationswindungen unterhalb der Erregerspule anzuordnen,
ohne dass die Richtcharakteristik des induktiven Sensors negativ
beeinflusst wird.
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In
vorteilhafter Weise ist die Sendespule des erfindungsgemäßen Sensors
auf einem Wickelkörper
aufgebracht, der bei der Montage anschließend auf der Leiterplatte befestigt,
beispielsweise aufgelötet
oder eingeclipst wird. Die Wicklungen der Erreger- oder Sendespule
befinden sich somit in einer bestimmten, definierten Höhe oberhalb
der Leiterplatte und somit oberhalb der Ebene der Empfangsleiterstrukturen.
Der die Wicklungen der Sendespule tragende Wickelkörper dient
somit in vorteilhafter Weise auch als mechanischer Abstandshalter
der Sendespule bzw. ihrer Wicklungen relativ zu den Leiterschleifen
des Empfangssystems und garantiert somit einen definierten Abstand
von Sende- und Empfangswindungen.
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In
besonders vorteilhafter Weise wird die Erregerspule elektrisch über in ein
Spritzgussteil eingelassene Kontaktstifte kontaktiert, welche in
dafür vorgesehene
Bohrungen auf der Leiterplatte verlötet werden. Um eine stabile,
auch mechanische Kontaktierung zu ermöglichen, ist es dabei hilfreich,
mehr als die zwei elektrisch benötigten
Kontaktstifte zu verwenden und beispielsweise ein oder zwei blinde,
d. h. elektrisch nicht kontaktierte Pins zusätzlich zu setzen. Auf diese
Weise kann die Erregerspule durch einen Lötprozess auch mechanisch präzise fixiert
werden.
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Ein
derartiger Detektor zur Ortung metallischer Objekte mit der erfindungsgemäßen Sensorgeometrie
benötigt
somit in vorteilhafter Weise nur eine einzelne gewöhnliche
Spule und macht weitere gewickelte Sensorspulen ebenso überflüssig wie
die sonst erforderliche hochgenaue Positionierung der Einzelspulen.
Darüber
hinaus weist der erfindungsgemäße Sensor
zudem eine gute Richtwirkung der Detektion auf und zeigt nur ein
geringfügiges
Driftverhalten bei Temperaturänderungen.
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Die
beschriebenen Maßnahmen
gestatten es, den trotz Fertigungstoleranzen und thermischer Drift
verbleibenden Signaloffset erheblich zu reduzieren. Um die Detektion
sehr kleiner metallischer Objekte zu ermöglichen, kann es jedoch wünschenswert sein,
den Offset noch weiter zu verringern.
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Die
erfindungsgemäße Lösung besteht
darin, im Gegensatz zu den bekannten Verfahren der elektrischen
Feinkompensation oder Erregerfeldmodifikation, die Empfangsgeometrie
zu modifizieren. Hierzu können
mit Hilfe von Schaltmitteln Leiterschleifen oder Bruchteile davon
zum Empfangssystem dazu- oder weggeschaltet werden. Bei geeigneter
Dimensionierung dieser Abgleichschleifen kann es erreicht werden,
dass die in diesen Leiterzügen
induzierte Spannung die verbleibende Offsetspannung gerade kompensiert.
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Eine
besonders vorteilhafte technische Lösung stellt es dar, wenn die
Leiterschleifen zur Feinkompensation als Leiterzüge auf einer Leiterbahn ausgebildet
sind, da so ebenfalls die hohe fertigungsbedingte Dimensionstreue
von wenigen 10 μm
und die Möglichkeit,
die Geometrie dieser Abgleichleiterschleifen fast beliebig zu wählen, zum
Tragen kommt.
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Die
Verwendung von Leiterzügen
auf der Leiterplatte zum Ersatz der Spulen des Empfangssystems und/oder
zur Realisierung von Shuntwiderständen und/oder Abgleichwindungen
hat eine Reihe Konsequenzen für
die anschließende
Signalverarbeitung, die zu einer erfindungsgemäßen Auswerteelektronik bzw.
einem entsprechenden Auswerteverfahren geführt hat
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Auf
der einen Seite sind durch die in den vorangegangen Abschnitten
beschriebenen Maßnahmen
Offsetunterdrückungen
in einem so hohen Maß möglich geworden,
dass für
den erfindungsgemäßen Sensor
nunmehr nur noch Drifteffekte wichtig werden, die bei gewöhnlichen
Detektoren nicht sichtbar waren, da sie zumeist von der dort verbliebenen
Drift des Offsets vollständig überdeckt
wurden. Insbesondere macht sich nunmehr bei dem erfindungsgemäßen Sensor
die Änderung
des ohmschen Widerstands der Erregerspule mit der Temperatur bemerkbar.
Die Erfindung beschreibt eine vorteilhafte Lösung, bei der mit Hilfe eines
Shuntwiderstandes die Veränderung
des Stroms in der Erregerspule vermessen wird und eine Kompensation
dieser Drifteffekte gelingt. Vorteilhafterweise wird dabei an zwei Seiten
eines Shuntwiderstandes, durch welchen der Erregerstrom fließt, eine
Messspannung abgegriffen und ausgewertet. Bei Verwendung von zwei
Abgriffpunkten lässt
sich in vorteilhafter Weise eine Variation des Massepotentials auf
der Leiterplatte kompensieren. In einer vorteilhaften Ausführung besteht
das widerstandsbestimmende Material des Shuntwiderstands selbst
aus Kupfer.
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Bei
Kenntnis von Strom und Phasenlage des Stroms im Erregerzweig ist
es möglich,
eine beispielsweise auftretende Verringerung der Messamplitude,
welche z.B. dadurch hervorgerufen wird, dass der Strom im Erregersignal
durch eine Erhöhung
des Kupferwiderstands der Erregerspule mit der Temperatur sinkt,
rechnerisch ebenso zu kompensieren, wie eine ggf. resultierende
Phasenverschiebung.
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In
vorteilhafter Weise kann ein solcher Shuntwiderstand ebenfalls durch
einen Leiterzug auf der Platine gebildet werden. Aufgrund des hohen Verstärkungsfaktors
der Auswerteschaltung eines solchen Sensors reichen sehr geringe
Spannungsamplituden am Shuntwiderstand aus, so dass auch dieser
vorteilhaft durch eine kurze Mäanderstruktur aus
Kupferleiterzügen
auf der Platine gebildet werden kann und auf diese Weise ein zusätzliches
separates Bauelement vermieden wird. In der Praxis reichen dazu
rund 1–2cm
an Leiterstrukturen als Shuntwiderstand aus.
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In
einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Sensors
wird zur Vermessung des Stroms im Shuntwiderstand der gleiche Messverstärker eingesetzt,
welcher auch zur Auswertung der im Empfangsleiterschleifensystem induzierten
Spannung eingesetzt wird. Dies kann durch Einsatz geeigneter Schaltmittel
am Eingang des Messverstärkers
realisiert werden. Der Vorteil besteht darin, dass auf diese Art
und Weise Langzeit- und Temperaturdrifteffekte innerhalb des Messverstärker-Schaltkreises
sich auf die Vermessung der Shuntsignale in identischer Weise auswirken
wie auf die Spulensignale. Weiterhin werden Kosten für den Aufbau
eines separaten Messverstärkers
für die Shunt-Spannung vorteilhaft
vermieden, welche selbst bei Berücksichtung
der Kosten für
die erforderlichen Schaltmittel zu einer erheblichen Kostenreduktion
führen.
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Die
Vorteile der hohen Dimensionstreue im Empfangssystem und die damit
erzielbare Offsetkompensation wird beim erfindungsgemäßen Sensor vor
allem dadurch erkauft, dass die Anzahl der Detektorwindungen extrem
limitiert ist. Die dadurch hervorgerufenen extrem geringen Signalpegel
mit Spannungen in der Größenordnungen
von nur wenigen 10 nV verlangen nach spezifischen schaltungstechnischen
Lösungen
und einer geeigneten Signalprozessierung zur Reduzierung der Rauschbandbreite
und zur Unterdrückung
parasitärer
Störsignale
bei der Auswertung der Messsignale.
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Bei
den geringen Signalpegeln und den somit erforderlichen hohen Verstärkungsfaktoren
ist einerseits auf eine besonders rauscharme Auslegung der Messverstärker zu
achten, welche mit bipolaren Eingangsstufen des Messverstärkers und
sehr niederohmigen Rückkopplungs-Widerständen besonders
vorteilhaft realisiert werden kann. Andererseits führt die
Kombination von extrem hohem Verstärkungsfaktor und geringem Signalpegel
dazu, dass z.B. ein Übersprechen
von Störsignalen
in der Versorgung des Messverstärkers
auf dessen Eingang bedeutsam werden kann. Die Erfindung schlägt vor, mit
Hilfe eines geeigneten Schaltmittels den Eingang des Messverstärkers direkt
auf Massepotential zu legen, um die Amplitude dieser Störsignale
vermessen zu können
und diese in einer anschließenden
digitalen Signalprozessierung von den Messsignalen zu subtrahieren.
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Zur
Auswertung des erfindungsgemäßen Sensors
wird vorgeschlagen, dass eine schmalbandige, digitale Filterung
der Messsignale zur Reduzierung der Rauschbandbreite durchgeführt wird.
Dabei wird in vorteilhafter Weise eine digitale Generierung des
Erregersignals und eine phasensynchrone Analog-Digital-Konvertierung
des Ausgangssignals eines Messverstärkers des Sensors durchgeführt. Vorteilhaft
entspricht die Frequenz der Analog-Digital-Konvertierung mindestens
dem vierfachen der Oszillationsfrequenz der Magnetfelder.
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Die
Erfindung ermöglicht
es, einen kostengünstigen
Sensor zu realisieren, welcher möglichst viele
der kostenintensiven Bauteile und Geräteelemente dadurch überflüssig macht,
dass die Leiterplatte des Sensors nicht nur als Trägermaterial
für die elektronischen
Schaltungen eingesetzt wird, sondern als Funktionsteil integraler
Bestandteil des Sensors ist, in dem diverse Bauteile direkt als
Leiterbahnstrukturen des Funktionsteils ausgebildet sind.
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Dies
wird beispielsweise erreicht durch den Ersatz der bislang typischerweise
verwendeten, gewickelten Empfangsspule durch erfindungsgemäße Leiterzüge auf der
Leiterplatte, sowie das Vorsehen von geeigneten Leiterzügen auf
der Leiterplatte zur Abschirmung von Erreger- und Detektorspule zur Unterdrückung einer
kapazitiven Verkopplung der Windungen. Darüber hinaus kann beispielsweise
auch ein Shuntwiderstand, welcher es ermöglicht, den Strom im Erregerzweig
des Sensors zu vermessen und so die Temperaturdrift des Stroms in der
Erregerspule zu bestimmen, direkt durch eine Leiterbahn dieser Leiterplatte
realisiert werden.
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In
vorteilhafter Weise kann durch den Einsatz geeigneter Schaltmittel
die Auswertung der Messsignale und der Shuntsignale in ein und demselben
Verstärker
erfolgen, welcher idealerweise zusätzlich gestattet, einen ggf.
vorhandenen Hintergrund aus parasitären Störsignalen separat zu vermessen.
Auf diese Art und Weise erfolgen beispielsweise Drifteffekte bei
der Verstärkung
gleichsinnig und können
kompensiert werden können.
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Dadurch
ist ein induktiver Kompensationssensor realisierbar geworden, der
in
einem ersten Schritt eine vorteilhafte Lösung zur Grobkompensation des
Offsetsignals eines induktiven Sensors aufweist, durch die Vermeidung
von zusätzlichen
Spulen, sowie die Berücksichtigung
von Fertigungstoleranzen,
in einem zweiten Schritt eine vorteilhafte
Lösung
zum temperaturinvarianten Feinabgleich dieses Sensors ermöglicht,
sowie
durch seine Auswerteschaltung vorteilhafte Lösungen und
Verfahren ermöglicht,
um durch eine analoge und digitale Signalverarbeitung für einen
derartigen Sensor spezifische technische Probleme, wie beispielsweise
extrem geringe Signalamplituden zu lösen.
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Der
erfindungsgemäße Sensor
mit seinen zuvor dargelegten Vorteilen ermöglicht somit ein zuverlässiges und
preiswertes Messgerät,
insbesondere einen Detektor zur Ortung metallischer Gegenstände, der
ohne regelmäßigen Kalibrierungsprozess unabhängig von
der Temperatur gute Messergebnisse liefert. Ein solches Messgerät kann beispielsweise als
ein handgehaltenes Ortungsgerät
ausgebildet sein.
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Darüber hinaus
ist es in vorteilhafter Weise möglich,
den erfindungsgemäßen Sensor
in oder an einer Werkzeugmaschine zu integrieren, um dem Anwender
ein gefahrloses und sicheres Arbeiten mit einer solchen Maschine
zu ermöglichen.
So kann der Sensor beispielsweise in einem Bohr- oder Meißelwerkzeug
integriert werden oder als ein mit einem solchen Werkzeug verbindbares
Modul ausgebildet sein. Als ein möglicher Einbauort für den erfindungsgemäßen. Sensor
bietet sich in vorteilhafter Weise beispielsweise eine Absaugvorrichtung
für Staub
an, die mit der Werkzeugmaschine verbunden ist, oder mit dieser
verbindbar ist, und funktionsbedingt in der Nähe einer zu bearbeitenden Wand
zum Einsatz kommt.
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Zeichnung
-
In
der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des
erfindungsgemäßen Sensors
dargestellt, die in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert werden
sollen. Die Figuren der Zeichnung, deren Beschreibung sowie die
Ansprüche
enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Ein Fachmann wird diese
Merkmale auch einzeln betrachten und zu weiteren, sinnvollen Kombinationen
zusammenfassen, die somit als ebenfalls in der Beschreibung offenbart anzusehen
sind.
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Es
zeigen:
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1 den
prinzipiellen Aufbau einer Sensorgeometrie eines Sensors zur Ortung
metallischer Objekte nach dem Stand der Technik in einer schematisierten
Darstellung,
-
2 ein
erstes Ausführungsbeispiel
einer Spulenanordnung des erfindungsgemäßen Sensors in einer vereinfachten,
schematischen Darstellung,
-
3 ein
zweites Ausführungsbeispiel
einer Spulenanordnung des erfindungsgemäßen Sensors in einer zu 2 analogen
Darstellung,
-
4 ein
Layout für
eine Leitergeometrie der Empfängerwindungen
des erfindungsgemäßen Sensors
in einer Aufsicht auf eine Leiterplattenstruktur,
-
5 eine
Unteransicht der Leiterplattenstruktur der Leiterplatte gemäß 4,
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6 eine
schematische Darstellung einer Auswerteschaltung zur Auswertung
und Aufbereitung von Messsignalen des erfindungsgemäßen Sensors.
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Beschreibung
der Ausführungsbeispiele
-
Zur
Einführung
wird im Folgenden zunächst kurz
auf das aus dem Stand der Technik bekannte Prinzip zur Grobkompensation
des Offsets bei Verwendung von drei konzentrischen Sensorspulen
eingegangen.
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Gegenstand
des darauf folgenden Abschnitts ist das erfindungsgemäße Prinzip,
welches dazu führt,
dass die mit dem Aufbau realisierbare Grobkompensation unempfindlicher
auf Fertigungs- und Montagetoleranzen reagiert. insbesondere wird auf
den Einsatz von zusätzlichen
Kompensationswindungen zu diesem Zweck eingegangen, gezeigt, auf welchem
Wege es vermieden werden kann, dass diese Kompensationswindungen
auf die Richtcharakteristik des Sensors Einfluss nehmen.
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Im
Anschluss daran wird ein Layout eines Ausführungsbeispiels beschrieben,
das die Realisierung des erfindungsgemäße Sensorprinzip zeigt. Anhand
dieses Beispiels wird anschließend
beispielhaft aufgezeigt, wie Abschirmgeometrien zur Unterdrückung von
kapazitiver Verkopplung zwischen Erreger- und Empfängerpfad
eingesetzt werden können und
wie mit Hilfe von Schaltmitteln ein Feinabgleich des Offsets möglich ist,
indem Leiterschleifen auf der Leiterplatte selektiv dazu- oder weggeschaltet
werden können.
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Der
abschließende
Abschnitt der Beschreibung befasst sich mit einem Ausführungsbeispiel
der schaltungstechnischen Lösungen
und dem Verfahren der Signalverarbeitung, welche insbesondere erforderlich
sind, um trotz der erfindungsspezifisch extrem geringen Signalamplituden
eine gute Messleistung sicherstellen zu können.
-
1 zeigt
zur Verdeutlichung des Basisprinzip eines Kompensationssensors den
prinzipiellen Aufbau eines Sensors bzw. Detektors zur Ortung metallischer
Gegenstände
nach dem Stand der Technik. Die Begriffe Detektor und Sensor werden
im Rahmen dieses Textes synonym verwendet. Ein solcher Detektor
weist in seiner Sensorgeometrie 10 drei Spulen auf. Eine
erste Sendespule 12, die an einen ersten Sender S1 angeschlossen
ist, eine zweite Sendespule 14, die an einen zweiten Sender
S2 angeschlossen ist und eine Empfangsspule 16, die an einem
Empfänger
E angeschlossen ist. Jede Spule ist hier als kreisförmige Linie
dargestellt. Die Besonderheit der Anordnung dieser dieser Spulen 12, 14, 16 besteht
darin, dass sie alle konzentrisch zu einer gemeinsamen Achse 18 angeordnet
sind. Dabei haben die einzelnen Spulen 12, 14, 16 unterschiedliche Außenabmessungen,
so dass die Spule 12 in die Spule 14 koaxial zur
Achse 18 einsetzbar ist.
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Die
beiden Sendespulen 12 und 14 werden von ihren
Sendern S1 und S2 mit Wechselströmen entgegengesetzter
Phase gespeist. Damit induziert die erste Sendespule 12 in
der Empfangsspule 16 einen Fluss, der den von der zweiten
Sendespule 14 in der Empfangsspule 16 indizierten
Fluss entgegengesetzt gerichtet ist. Beide in der Empfangsspule 16 induzierten
Flüsse
kompensieren sich gegenseitig, so dass der Empfänger E kein Empfangssignal
in der Empfangsspule 16 detektiert, falls sich kein externer, metallischer
Gegenstand in der Nähe
der Spulenanordnung 10 befindet. Der von den einzelnen
Sendespulen 12 bzw. 14 in der Empfangsspule 16 erregte
Fluss ϕ hängt
von verschiedenen Größen ab,
wie beispielsweise der Windungszahl und der Geometrie der Spulen 12 bzw. 14 und
von den Amplituden der in die beiden Sendespulen 12 bzw. 14 eingespeisten Ströme sowie
der gegenseitigen Phasenlage dieser Ströme.
-
Diese
Größen sind
bei den Detektoren des Standes der Technik letztendlich so zu optimieren, dass
bei Abwesenheit eines metallischen Gegenstands in der Empfangsspule 16,
bei stromdurchflossenen Sendespulen 12 bzw. 14 kein
Fluss bzw. ein möglichst
geringer Fluss ϕ angeregt wird. Bei der Spulenanordnung 10 gemäß 1 sind
die erste Sendespule 12, die an den ersten Sender S1 angeschlossen
ist und eine zweite Sendespule 14, die an einen zweiten
Sender S1 angeschlossen ist, koaxial zueinander in einer gemeinsamen
Ebene angeordnet. Die Empfangsspule 16 ist in einer gegenüber den
beiden Sendespulen 12 und 14 versetzten Ebene
angeordnet.
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2 zeigt
ein erstes Ausführungsbeispiel einer
Sensorgeometrie 110 für
einen erfindungsgemäßen Sensor
zur Ortung metallischer Objekte in einer stark vereinfachten Prinzipdarstellung.
Dieser optimierte Aufbau einer Sensorgeometrie verringert die Toleranzempfindlichkeit
bezüglich
der Positionierung der Erregerspule in der Höhe. Die Sensorgeometrie 110 gemäß 2 weist
zwei Blöcke
gegensinniger Empfangsleiterschleifen 112 bzw. 114 auf,
die in einer gemeinsamen Ebene 126 koaxial zueinander angeordnet
sind. Mit einem gewissen Abstand z über dieser gemeinsamen Empfängerebene 126 befindet sich
eine Senderspule 116, die ebenfalls koaxial zum Empfängersystem 112 bzw. 114 angeordnet
ist.
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Die
Leitungssegmente der Empfangsleiterschleifen 112 bzw. 114 besitzen
eine planare, einlagige Wickelgeometrie. Eine solche Ausbildung
des Empfangsleiterschleifensystems 112, 114 eröffnet die
Möglichkeit,
den Kapazitätsbelag
auf einfache Weise zu minimieren. Hierbei ist es möglich, den
Abstand von Windung zu Windung groß und damit den parasitären Kapazitätsbelag
klein zu halten.
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In
noch zu beschreibender Weise sind die Empfangsleiterschleifen im
Print-Layout d.h. als Leiterbahnstrukturen, bzw. als gedruckte Leiterschleifen auf
einer Leiterplatte ausgebildet. Bei einer solchen Realisierung fallen
keine Kosten für
die Fertigung und Montage von Empfängerspulen an. Der Ersatz der
beiden Empfängerspulen
durch Leiterbahnstrukturen 112 bzw. 114 auf einer
Leiterplatte hat neben den verschwindenden Kosten zudem den Vorteil, dass
die Dimensionstreue der Windungen sehr hoch ist. Es bereitet technisch
keinerlei Probleme, Kupferstrukturen auf Leiterplatten bis auf 25
Mikrometer genau zu fertigen.
-
2 zeigt
eine Spulenkonfiguration des Sensors – zur Verdeutlichung der Anordnung
der Empfangswindungen – in
ebenfalls stark schematischer Weise. Hierbei ist zur besseren Sichtbarkeit
die Z-Achse 120 relativ zu den X- und Y-Achsen 122 bzw. 124 gedehnt.
Zur Verdeutlichung dieser Darstellung befinden sich entsprechende
Maßzahlen
an den jeweiligen Achsen der Figur, die jedoch keine Absolutwerte,
sondern lediglich die relative Größe der Skalierung der einzelnen
Achsen in diesem Ausführungsbeispiel
in beliebigen Einheiten vermitteln soll. Weiterhin wurde in 2 zur
besseren Sichtbarkeit der Querschnitte jeweils ein Segment aus den
Spulen ausgeschnitten.
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In
einer Ebene 126, die hier eine nicht weiter dargestellte
Leiterplatte 100 symbolisieren soll, und in 2 von
der X-Achse 122 und der Y-Achse 124 aufgespannt
wird, liegen die beiden gegensinnig orientierten Empfangsleiterschleifen 112 bzw. 114.
Diese Ebene 126 kann dabei beispielsweise der Ober- oder
der Unterseite der Leiterplatte 100 entsprechen. Die Windungen 115 des
Empfangssystems 114 sind dabei beispielsweise im Uhrzeigersinn
gewickelt, während
die weiter außen
liegenden Windungen 113 der Strukturen 112 entgegen
dem Uhrzeigersinn orientiert sind. Die in diesen Windungen 113, 115 induzierten
Spannungen haben somit entgegengesetztes Vorzeichen und kompensieren
sich bei geeigneter Dimensionierung im Falle der Abwesenheit externer metallischer
Objekte vollständig.
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Oberhalb
der Ebene 126 der Leiterplatte 100, d.h. in Z-Richtung 120 versetzt,
befindet sich eine Erreger- bzw. Sendespule 116. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn die Sendespule auf einem Wickelkörper gefertigt
wird, der anschließend
auf die Leiterplatte 126 aufgelötet werden kann. Die Wicklungen 117 der
Sendespule 116 befinden sich somit in einer bestimmten,
vordefinierten Höhe
z oberhalb der Leiterplattenebene 126. Wegen der erforderlichen
Stabilität
ist die Fertigung von Wickelkörpern mit
Wandstärken
unterhalb von einem Millimeter kritisch. Daher sind Abstände von
einem Millimeter und mehr zwischen Leiterplatte und Sendespule 116 anzustreben.
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Der
in
2 gezeigte Aufbau ist bezüglich einer Fehlpositionierung
der Sendespule
116 in radialer, d.h. X- bzw. Y-Richtung
122 bzw.
124 wenig
kritisch, wie dies auch bereits im Stand der Technik, beispielsweise
in der
DE 10122741
A1 aufgezeigt worden ist. Zur zusätzlichen Kompensation von Fehlpositionierungen
in Z-Richtung
120 weist die erfindungsgemäße Sensorgeometrie
110 gemäß
2 zusätzlich zu
den aus dem Stand der Technik bekannten Empfangswindungen
115 bzw.
113,
die im Außenbereich
des Sensors angeordnet sind, direkt unter der Sendespule
116 Kompensationswindungen
130 bzw.
132 auf.
Im Ausführungsbeispiel
der
2 bestehen diese Kompensationswicklungen aus zwei Windungen
132 im
und einer Windung
130 entgegen dem Uhrzeigersinn. Zudem
kann die Kompensationswirkung durch die Anpassung der Radien der Kompensationswindungen
130 bzw.
132 optimiert werden.
Anzahl und Position der Kompensationswindungen sind dabei so zu
dimensionieren, dass die Abhängigkeit
der induzierten Spannung im Empfangsleiterschleifen
114 mit
Empfangswindungen
115 und Kompensationswindungen
130 bzw.
im Empfangsleiterschleifen
112 mit Empfangswindungen
113 und
Kompensationswindungen
132 bezüglich einer Fehlpositionierung
der Sendespule
116 in z-Richtung
120 kompensiert
wird. Die Kompensationswindungen
130 bzw.
132 sind
unterhalb der Sendespule
116 in der gleichen Ebene
126 angeordnet, wie
das Empfangs-Leiterschleifensystem
112 und
114 und
verlaufen zu diesen koaxial. Die Radien der Kompensationswindungen
130 bzw.
132 sind
daher unterschiedlich jedoch kleiner gewählt als die Radien der Empfängerwindungen
112 und
114,
so dass die Kompensationswindungen
130 bzw.
123 unter
der Sendespule
116 liegen. Die Kompensationswindungen können dadurch
ebenfalls als Printstrukturen auf der gemeinsamen Leiterplatte realisiert
werden. Die Radien für
die Kompensationsschleifen
130 bzw.
132 können jedoch
auch größer oder
kleiner sein, als der Radius der Windungen
117 der Sendespule
116.
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Diese
Kompensation geschieht dadurch, dass der aufgrund der größeren Entfernung
geringere Einfluss der Fehlpositionierung der Sendespule 116 auf
das Windungssystem 113 der Empfangsleiterschleifen 112 dadurch
ausgeglichen wird, dass in sehr geringern Abstand zur Sendespule 116 ebenfalls
Empfängerkompensationswindungen 132 der Empfangs-Leiterschleifen 112 gesetzt
sind. Diese Kompensationswindungen 132 werden von einer Verschiebung
der Sendespule 116 um so mehr beeinflusst. Eine geringfügige Fehlpositionierung
der Sendespule 116 wirkt sich auf die in den Empfangswicklungen
in der Summe, d.h. einschließlich
ihrer Kompensationswindungen 130 und 132, induzierten Spannung
somit nicht aus. Dies gelingt idealer Weise selbstverständlich nur
für ein
enges Fenster im Bereich der eigentlich vorgesehenen Z-Position
der Sendespule 116. Die Forderung an die Fertigungstoleranz
der Wandstärke
eines Wickelkörpers
für die Sendespule 116 kann
so beispielsweise auf einfach realisierbare +/– 0,1 mm verringert werden.
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Die
so erreichte höhere
Fertigungsfreundlichkeit bei einer Sensorgeometrie 110 gemäß dem Ausführungsbeispiel
der 2 wird jedoch dadurch erkauft, dass durch das
Hinzufügen
der Kompensationswindungen 130 bzw. 132 unterhalb
der Erregerspule 116 die Richt-Charakteristik des induktiven Sensors
negativ beeinflusst wird.
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3 zeigt
in einem alternativen Ausführungsbeispiel
einer Sensorgeometrie 210 für den erfindungsgemäße Sensor
zur Ortung metallischer Objekte einen Kompensationsaufbau, welcher
das Problem der verfälschten
Richtcharakteristik deutlich entschärft. Bei diesem Ausführungsbeispiel
werden die im bzw. entgegen dem Uhrzeigersinn gewickelten Kompensationswindungen 230 bzw. 233 auf
zwei unterschiedlichen Seiten beispielsweise einer Leiterplatte 200,
die durch die Ebene 226 angedeutet sein soll, aufgebracht.
Eine solche Leiterplatte muss dabei also mindestens zweilagig ausgeführt werden. Darüber hinaus
gehende mehrlagige Leiterplatten sind aber ebenso möglich. Dadurch,
dass die innen liegenden Kompensationswindungspaare dann mit nahezu
gleichem Radius ausgebildet werden können, wird die Richtcharakteristik
des Sensors bei großen
Abständen
zu metallischen Objekten nicht mehr verfälscht. Da der Radius der Kompensationswindungen 230 bzw. 232 nun
nahezu gleich ist, wird deren jeweilige Windungszahl genutzt, um
eine optimierte Anpassung der Positionierungstoleranz für die Sendespule 216 zu
ermöglichen.
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Die
verbesserte Richtcharakteristik des erfindungsgemäßen Sensors
gemäß 3 kann
man sich anschaulich durch das folgende qualitative Argument erklären. Würde man
die Empfängerwindungen 215 und 230 bzw. 213 und 232 bestromen,
so wird durch die innen liegenden und auf die Ober- und Unterseite
der Leiterplatte 200 verteilten Kompensationswindungen 230 bzw. 232 ein
Magnetfeld generiert, welches in guter Näherung einem magnetischen Quadropol
entspricht. Das Feld verschwindet in Abständen, die groß zum Abstand
der beiden Kompensationswicklungssysteme 230 bzw. 232 auf Ober-
und Unterseite der Leiterplatte 200 sind, somit mit zunehmender
Distanz sehr schnell. Bereits in einem Abstand von ungefähr einem
Zentimeter zur Leiterplatte tragen die innen liegenden Kompensationswindungen 230 und 232 nicht
mehr merklich zum Gesamtmagnetfeld bei. Diese für die Nutzung der Kompensationswindungen
zur Magnetfelderzeugung gültigen Überlegungen
lassen sich auch auf die sich ergebenden Empfangscharakteristiken übertragen.
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Während die
Kompensationswindungen 230 bzw. 232 gemäß 3 nur
zu einer geringfügigen Deformation
der Empfangscharakteristik führen,
ist ihr Einfluss auf die in den Empfangswindungen 215 bzw. 213 induzierte
Spannung nicht zu vernachlässigen.
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Die
Sendespule 216 befindet sich in einem Abstand von ca. 1
mm oberhalb der Leiterplatte, wobei dieser Abstand in etwa gleich
groß ist,
wie die Dicke der Leiterplatte selbst.
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4 zeigt
eine mögliche
Realisierung des zuvor gezeigten Empfangsleiterschleifensystems und
Kompensationswindungen als Printstrukturen auf einer Leiterplatte 100,
bzw. 200 in einer Aufsicht auf die Oberseite 201 der
Leiterplatte 200. Im folgenden wird lediglich das Layout
der Leiterplatte 200 beschrieben. Für eine Leiterplatte 100 gemäß 2 gilt das
Analoge. Die Leiterbahnstrukturen im Bereich der Auswerteschaltung 260 wurden
dabei nur insoweit dargestellt, wie sie zur Erläuterung des Aufbaus des erfindungsgemäßen Sensors
notwendig sind. Einzelheiten der Auswerteschaltung sind in 6 dargestellt
und werden an entsprechender Stelle beschrieben.
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Die
Empfangsleiterschleifen 112 und 114 bzw. 212 und 214 auf
der Leiterplatte 200 ersetzen die bei Kompensationssensoren üblichen
Empfangsspulen. Die unmittelbare Konsequenz des Einsatzes von Leiterbahnen
im Empfangssystem des Sensors ist die, dass die mögliche Anzahl
von Leiterschleifen im Empfangspfad nicht mehr einige tausend beträgt, sondern
mit realistisch 10 oder maximal 20 Windungen drastisch geringer
ausfallen muss. Im engeren Sinn ist es für diese Leitergeometrien im
Frequenzbereich bis 100 kHz somit nicht mehr sinnvoll von „Spulen" im herkömmlichen
Sinn zu sprechen, so dass hier im verallgemeinerten Sinne von Empfangsleiterschleifen
oder Empfangsleiterstrukturen die Rede ist. Beispielsweise beträgt die Induktivität eines Ensembles
aus Leiterschleifen mit 40 mm Durchmesser bei 11 Windungen nur rund
10 μH. Bei
einer realistischen Arbeitsfrequenz von 5 kHz ergibt sich somit eine
Impedanz von nur rund 0.3 Ohm, welche im Vergleich zum ohmschen
Widerstand der Leiterstruktur von rund 10 Ohm fast vernachlässigbar
ist.
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Ebenfalls
als Leiterbahnstruktur dieser Leiterplatte 200 realisiert
sind kammartige Leiterstrukturen 242, die eine Abschirmelektrode 244 bilden,
welche für
eine elektrische Abschirmung zwischen den Empfangsleiterschleifen 112 und 114 bzw. 212 und 214 einerseits
und der Sendespule 116 bzw. 216 andererseits sorgt,
indem sie auf Massepotential gelegt werden. Diese Strukturen verursachen
keinerlei Mehrkosten bei der Fertigung des erfindungsgemäßen Sensors.
Insbesondere können
bei der vorteilhaften planaren Wickelgeometrie auch flächige Abschirmstrukturen
ausreichend gute Ergebnisse liefern.
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Bei
den Abschirmleitungen ist allerdings darauf zu achten, dass sich
innerhalb der Abschirmgeometrie keine Stromschleifen bilden. Es
ist daher vorteilhaft, Mäander-
oder Kamm-Strukturen aus möglichst
dünnen
Einzelleitern zu verwenden, die im mathematischen Sinn eine einfach
zusammenhängende Fläche bilden.
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Die
Sendespule 116 bzw. 216 ist in 4 nicht
dargestellt, da diese in einer zur Ebene der Leiterplatte 200,
höhenversetzten
Ebene angeordnet ist. Besonders vorteilhaft ist es, wie bereits
beschrieben, wenn die Sendespule 116 bzw. 216 auf
einem Wickelkörper
gefertigt wird, der anschließend
auf die Leiterplatte 200 aufgelötet wird. Die Wicklungen der Sendespule
befinden sich somit in einer bestimmten, vordefinierten Höhe oberhalb
der Leiterplattenebene. In besonders vorteilhafter Weise wird die
Erregerspule elektrisch über
in ein Spritzgussteil eingelassene Kontaktstifte mit der Leiterplatte 200 kontaktiert,
indem die Kontaktstifte in dafür
vorgesehene Bohrungen auf der Leiterplatte des Sensors verlötet werden. Um
eine stabile mechanische Kontaktierung zu ermöglichen, ist es hilfreich,
mehr als die zwei elektrisch benötigten
Kontaktstifte zu verwenden, beispielsweise indem ein oder zwei blinde,
d. h. elektrisch nicht kontaktierte Pins zusätzlich hinzugefügt werden.
Auf diese Art und Weise kann die Erregerspule durch den Lötprozess
auch mechanisch präzise
fixiert werden.
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Des
weiteren sind auf der Leiterplatte 200 elektrische Schaltmittel 240 vorgesehen,
die beispielsweise als Transistoren, insbesondere FET-Schalter ausgebildet
sein können
und die es ermöglichen,
die Geometrie des Empfangsleiterschleifensystems zu variieren, indem
weitere Leiterschleifen 241 zu den Empfangsleitern 112 und 114 bzw. 212 und 214 hinzu
oder abgeschaltet werden. Dieses Prinzip beruht darauf dass die
ursprünglichen
Empfangsleiterschleifen durch eine oder mehrere zusätzlichen
Leiterschleifen 241 oder auch nur durch Bruchteilen von
diesen ergänzt
bzw. um diese reduziert werden. Zur Durchführung dieser Variation der
effektiven „Windungszahl" des Empfangsleiterschleifensystems
sind die Schaltmittel 240 vorgesehen, die in entsprechenden
Abgleichprozessen induktive Kompensationsmodule in Form von Leiterschleifen 241 bzw.
Bruchteilen solcher Leiterschleifen dazu- oder wegschalten. Bei
geeignetem Design der Leiterschleifen der Empfangssystems werden
in diesen Leiterschleifenanteilen 241 Spannungen induziert, welche
die Fehlspannungen im Detektor, welche beispielsweise aufgrund von
Fertigungstoleranzen des Wickelkörpers
der Erregerspule entstehen können, gerade
kompensieren.
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Im
Vergleich mit Abgleichverfahren, welche auf der Erregerseite des
Detektors arbeiten, ist die beanspruchte, schaltungstechnische Realisierung auf
der Empfangsseite wesentlich einfacher und preisgünstiger,
da beispielsweise vergleichsweise hochohmige Schaltmittel eingesetzt
werden können, da
im Empfangspfad im Vergleich zur Erregerspule nur verschwindend
geringe Ströme
fließen.
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Des
weiteren sind auf der gemeinsamen Leiterplatte 200 zudem
Kompensationswindungen 232 der Empfangsleiterschleifensysteme 112 und 114 bzw. 212 und 214 angeordnet.
Diese Kompensationswindungen 232 sind ebenfalls als Leiterbahnen bzw.
Leitungsstrukturen der Leiterplatte 200 ausgebildet. Dabei
werden Anzahl und Position der jeweiligen Kompensationswindungen
so dimensioniert, dass die Abhängigkeit
der induzierten Spannung im Empfangsleitersystem 112 und 114 bzw. 212 und 214 von
einer Fehlpositionierung der Erregerspule 116 bzw. 216 in
der Höhe,
d.h. in Z-Richtung, möglichst genau
kompensiert wird. Eine fertigungsbedingte, geringfügige Fehlpositionierung
der Erregerspule in Z-Richtung wirkt sich auf die in den Empfangsleiterschleifen
in der Summe induzierte Spannung somit nicht mehr aus.
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Bei
der erfindungsgemäßen Detektorgeometrie
ergibt sich eine deutlich reduzierte Toleranzempfindlichkeit bezüglich der
Positionierung der Erregerspule in ihrer Höhe (Z-Richtung) über der Ebene 126 der
Empfangsspulen. Zusätzlich
zu den Empfangs-Leiterschleifen
des Empfängers
im Außenbereich
der Sendespule werden hierbei direkt unter der höhenversetzt angeordneten Sende-
bzw. Erregerspule die Kompensationswindungen ausgebildet.
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Auf
der Leiterplatte 200, welche die Empfangsleiterschleifensysteme 112 und 114 bzw. 212 und 214 trägt und bildet,
sind zudem die Komponenten für
die Ansteuerung der Spule 116, bzw. 216 des Sensors,
sowie für
die Auswertung und Aufarbeitung des Messsignals integriert. So ist
beispielsweise ein Shuntwiderstand 246 vorgesehen, der
es, in noch zu beschreibender Weise ermöglicht, den Strom im Erregerzweig
des Sensors zu messen und somit eine möglicherweise auftretende Drift
in der Elektronik des erfindungsgemäßen Sensors detektieren kann. Bei
Kenntnis von Strom und Phasenlage des Stroms im Erregerzweig ist
es daher möglich,
beispielsweise eine Verringerung der Messamplitude, welche dadurch
hervorgerufen wird, dass der Strom im Erregersignal durch eine Erhöhung des
Kupferwiderstands der Erregerspule mit der Temperatur sinkt, rechnerisch
zu kompensieren.
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Ebenso
ist es möglich,
auf diesem Wege eine Temperaturmessung durchzufuhren, soweit die Schaltung
im Erregerzweig so ausgelegt ist, dass einzig der Kupferwiderstand
einer signifikanten Temperaturdrift unterworfen ist.
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Aufgrund
des hohen Verstärkungsfaktors
der Auswerteschaltung reichen sehr geringe Spannungsamplituden am
Shuntwiderstand 246 aus, so dass auch dieser vorteilhaft
durch eine kurze Mäanderstruktur
aus beispielsweise Kupferleiterzügen
auf der Platine 200 gebildet werden kann und auf diese
Weise ein weiteres, zusätzliches
und separates Bauelement vermieden wird. In der Praxis reichen rund 1–2cm an
Leiterstruktur für
diese Aufgabe aus.
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Des
weiteren sind auf der Leiterplatte 200 u.a. auch noch vier
Schaltelemente 248 realisiert, die verschiedene Eingangssignale
auf den Eingang einer Verstärkerstufe
der Auswerteschaltung aufschalten können. Die Funktionsweise dieser
Schaltelemente 248 wird im Zusammenhang mit 6 beschrieben.
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5 zeigt
die Unterseite 202 der Leiterplatte 200 aus 4.
Auf der Unterseite der Leiterplatte 200 sind – wie im
Zusammenhang mit 3 beschrieben – Kompensationswindungen 230 der
Empfangsleiterschleifen 112 und 114 bzw. 212 und 214 des
erfindungsgemäßen Sensors
ebenfalls in Form von Leiterbahnstrukturen ausgebildet.
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Darüber hinaus
zeigt das Ausführungsbeispiel
des erfndungsgemäßen Sensors
gemäß 4 und 5 weitere
Sensoren, die ebenfalls auf der Leiterplatte 100 und in
vorteilhafter Weise insbesondere ebenfalls als Leiterstrukturen
dieser Leiterplatte 100 realisiert sind. So bilden die
Leiterstrukturen 250 beispielsweise einen 50-Hz AC-Sensor,
der als passiver Sensor die Detektion von stromdurchflossenen Leitungselementen
ermöglicht.
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Die
Erfindung ermöglicht
es, einen kostengünstigen
Sensor zu realisieren, welcher möglichst viele
kostenintensive Bauteile und Geräteelemente dadurch überflüssig macht,
dass die Leiterplatte des Sensors nicht nur als Träger für elektronischen Schaltungen
eingesetzt wird, sondern als Funktionsteil, auf dem die entsprechenden
Elemente ausgebildet sind, integraler Bestandteil des Sensors ist.
So bilden die Leiterbahnstrukturen 252, 254 und 256 Elektroden
eines „Studfinders", der in vorteilhafter Weise
die Suche von beispielsweise Holzmaterial, welches in oder hinter
einer Wand verborgen ist, mit dem erfindungsgemäßen Messgerät ermöglicht. Dabei bilden die Leiterbahnstrukturen 252 den
Empfänger
und die Strukturen 254 bzw. 256 die Erreger bzw. Sender
für den
im erfindungsgemäßen Sensor
integrierten Holzsucher.
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Über entsprechende
Leiterbahnen 258 und Kontaktierungen 260 auf der
Leiterplatte 100 sind die einzelnen Elektroden des erfindungsgemäßen Sensors
mit der Auswerteschaltung 160 verbunden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zur Auswertung der Messsignal der beanspruchten Vorrichtung ermöglicht es,
die verschiedenen Sensoren sowohl parallel, quasi-parallel, als
auch seriell zu nutzen. Dabei wird bei der quasi-parallelen Betriebsart sehr
schnell zwischen einzelnen Sensoren umgeschaltet und die entsprechenden
Detektionssignale generiert, gemessen und ausgewertet, bzw. zur
Auswertung gegebenenfalls zwischengespeichert. Hier kann ebenfalls
zwischen einer automatischen und einer vom Benutzer vorgegebenen
Auswahl der Sensoren gewählt
werden.
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Nachfolgend
werden spezifische schaltungstechnische Lösungen des erfindungsgemäßen Sensors
vorgestellt. Verwendet man empfangsseitig anstelle der im Stand
der Technik üblichen,
gewickelten Spulen nunmehr erfindungsgemäß Leiterbahnen einer Platine,
so kann das übliche
Schaltungsverfahren, bei dem sowohl sende- als auch empfangsseitig ein
Schwingkreis als Anpassungsschaltung vorgesehen ist, nicht mehr
verwendet werden. Hintergrund ist hierbei einerseits, dass, sofern
man die Empfangsleiterschleifen als Spule betrachtet und eine Kennziffer für deren
Güte errechnet,
sich Werte in der Größenordnung
von Q = 0.03 ergeben würden.
Die extrem geringen Induktivitäten
in Kombination mit dem hohen ohmschen Kupferwiderstand sind der
Grund weswegen Printspulen heutzutage typischerweise erst ab Frequenzen
von etwa 100 MHz eingesetzt werden und bei Frequenzen unter 1 MHz
für praktische
Belange bisher keine Rolle spielen.
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Ein
Aufbau von Schwingkreisen mit Hilfe der Empfangs "induktivität" ist daher für die Auswerteschaltung
des erfindungsgemäßen induktiven
Sensors nicht zielführend.
Andererseits ist es in der Praxis selbst bei verschwindendem ohmschen
Widerstand nur schwer möglich,
bei den für
induktive Sensoren zweckmäßigen Frequenzen
kleiner oder gleich 100 kHz Resonanz zu erreichen, da der Induktivitätsbelag
nur in der Größenordnung von
einigen 10 μH liegt.
Die erforderlichen Schwingkreiskapazitäten müssten prohibitiv große Werte
annehmen, die in der Praxis nicht verfügbar sind. Dies führt dazu,
dass im Empfangspfad des erfindungsgemäßen Sensors bei Verzicht auf
eine Empfangsspule eine Resonanzüberhöhung zur
Vergrößerung der
Signalspannung nicht möglich
ist. Zusätzlich
zur fehlenden Resonanzüberhöhung sinkt
auch die Signalstärke
bei Verwendung von Printleiterschleifen im Vergleich zu gewickelten
Detektorspulen mit beispielsweise 2000-6000 Windungen, wie sie in der
EP 102989 A1 vorgeschlagen
werden, da auf der Leiterplatte Printleiterschleifen mit deutlich
mehr als 10–20
Windungen nur mit erhöhtem
Aufwand realisiert werden können.
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Eine
erste Konsequenz des Verzichts auf einen Schwingkreis zur Auswertung
des Messsignals des erfindungsgemäßen Sensors besteht darin,
dass die zu detektierenden Signalamplituden erheblich geringer sind.
Die zu verstärkenden
Signalamplituden liegen beispielsweise im Fall von zu ortenden,
dünnen
Kupferobjekten in der Größenordnung
von nur wenigen 10 nV. Bei Spannungen in dieser Größenordnung
und den notwendigen Verstärkungsfaktoren der
Auswerteschaltung des erfndungsgemäßen Sensors von rund 100.000
kann somit im Allgemeinen ein Überkoppeln
von Störsignalen
aus der Spannungsversorgung der Verstärkerschaltung auf den Signalpfad
des Sensors nicht mehr oder nur mit extremem Aufwand vermieden werden.
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Bei
den geringen Signalamplituden ist es weiterhin erforderlich, Verstärker mit
einem besonders niedrigen Spannungsrauschen einzusetzen. Insbesondere
erscheinen Operationsverstärker
mit bipolarer Eingangsstufe hier als besonders geeignet, da die
Quellenimpedanz der Empfangswindungen mit rund 30 Ohm sehr niedrig
liegt.
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6 zeigt
eine erfindungsgemäße Schaltung
zur Auswertung und Aufbereitung der Signalspannungen, welche in
Summe in den einzelnen Empfangswindungen des erfindungsgemäßen Sensors
induziert werden.
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Die
Induktivität 262 bezeichnet
dabei die konventionell aus Draht gewickelte Erregerspule 116 bzw. 216 (vergleiche 2 und 3),
welche mit der Kapazität 264 einen
Schwingkreis bildet und an die über
einen Widerstand 266 eine Spannungsquelle 268 angeschlossen
wird. Die Induktivität 270 bezeichnet
in 6 die durch die Leiterzüge 113 und 115 bzw. 213 und 215 auf
der Leiterplatte 200 ausgebildete Induktivität der Empfangsleiterschleifen 112, 114 bzw. 212, 214,
an der das schwache Messsignal in Form der induzierten Spannung
abgegriffen werden kann.
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Die
Auswerteschaltung besteht im Ausführungsbeispiel gemäß 6 u.a.
aus einem zweistufigen Verstärker
mit zwei Operationsverstärkern 272 bzw. 274,
an deren Ausgang z.B. ein Analog-Digital-Konverter (ADC) 276 angeschlossen
sein kann. Die erste, besonders rauscharm ausgelegte Verstärkerstufe 272 verstärkt das
Messsignal zunächst,
welches anschließend
in einer zweiten Stufe 274 mit Bandpasscharakteristik (z.B.
für eine
Digitalisierung in einem ADC) aufbereitet wird. Zu beachten ist,
dass der Operationsverstärker 272 über eine
bipolare Eingangsstufe verfügt
und im Rückkoppelpfad
der ersten Verstärkerstufe
niederohmige Widerstände
verwendet werden. Die zweite Verstärkerstufe stellt sicher, dass
höhere
Harmonische des Erregerfeldes aus dem Messsignal herausgefiltert
werden.
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Vor
der ersten Verstärkerstufe 272 befinden sich
eine Reihe von Schaltern 248, welche verschiedene Eingangssignale 278 auf
den Eingang 280 der Verstärkerstufe 272 aufschalten
können.
So kann beispielsweise im Messbetrieb des erfindungsgemäßen Sensors
durch Schließen
eines Schalters 2482, die in der Detektorspule 270 induzierte
Spannung auf den Eingang der Verstärkerstufe 272 aufgeschaltet werden.
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Aufgrund
der geringen Signalpegel ist es in der Praxis jedoch nicht auszuschließen, dass
innerhalb des Verstärkers
ein Störsignal
generiert wird, selbst wenn im Empfangssystem 270 keine
Spannung induziert wird. Mögliche
Quellen eines solchen Störsignals
sind, wie bereits angedeutet, beispielsweise Verkopplungen zwischen
Störsignalen
der Spannungsversorgung der Operationsverstärker und dem Eingang der Verstärkerstufen.
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Um
diese Störsignale
vermessen zu können und
von den eigentlichen Messsignalen abziehen zu können, ist es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
zur Auswertung der Messsignale möglich,
alternativ nicht Schalter 2482 zu öffnen, sondern den Eingang 280 des
Verstärkers 272 mit
Hilfe des Schalters 2481 direkt auf Massepotential zu legen.
Die in dieser Schalterkonfiguration zu vermessenden Störspannungen
können
von den in Messkonfiguration (Schalter 2482 dann geschlossen)
bestimmten Spannungen subtrahiert werden.
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Entscheidend
für die
Messgenauigkeit bei Messsignalen in der Größenordnung von nur einigen nV
ist eine effektive Unterdrückung
des Rauschhintergrundes, insbesondere des Rauschens im Verstärker. Der
Operationsverstärker
aus 6 verfügt daher
zumindest in der ersten Verstärkerstufe über einen
bipolaren Eingangskreis. Die erforderliche Rauschunterdrückung entspricht
einer schmalbandigen Filterung des Messsignals. Geht man von einem eingangsbezogenen
Widerstandsrauschen im Verstärker
in der Größenordnung
von 4 nV/√Hz
aus, so ergibt sich, dass das Rauschfilter eine Bandbreite von nur
wenigen 10 Hz haben müsste.
Derartige schmalbandige Filter sind in analoger Technik nur mit großem Aufwand
und hohen Kosten zu realisieren.
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In
vorteilhafter Weise ist daher für
den erfindungsgemäßen induktiven
Sensor mit Empfangsleiterschleifensystem im Print-Layout als Empfangsteil ein
Auswerteverfahren mit einer digitalen Rauschunterdrückung realisiert
worden. Bei einer derartigen Filterung wird das Messsignal am Ausgang
des Messverstärkers
zunächst
mittels eines Analog-Digital-Wandlers
(ADC) synchron digitalisiert und mit einer nachgeschalteten digitalen
Schaltung oder einem Mikroprozessor digital weiterverarbeitet. Zweckmäßigerweise
generiert dieser digitale Schaltungsteil auch die Treiberspannung,
welche die Erregerspule ansteuert. Besonders zweckmäßig ist
es, das Messsignal mit der vier oder achtfachen Frequenz (z.B. mit ~20
kHz) des Erregermagnetfelds (z.B. ~5 kHz) zu digitalisieren. Es
ist dann möglich,
die am Ausgang der Verstärkerstufe
im Empfangszweig anliegende Spannung phasensynchron mit der Erregerspannung
zu digitalisieren und auf diese Weise rechnerisch eine digitale
Rauschfilterung zu erzielen. Auf diesem Weg sind effektive Rauschbandbreiten
in der Größenordnung
von wenigen Hertz ohne hohe Kosten und ohne großen Aufwand möglich.
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Um
die Drift der Schaltung und insbesondere der Sendespule, welche
sich beispielsweise dadurch ergibt, dass der Kupferwiderstand der
Erregerspule sich über
die Temperatur verändert,
kompensieren zu können,
enthält
die Schaltung zwei zusätzliche Schalter 2483 und 2484,
welche es gestatten, an zwei Seiten eines Shuntwiderstandes 246 eine
Spannung V1 bzw. V2 abzugreifen, welche proportional zum im Erregerschwingkreis
fließenden
Strom ist. Die Verwendung von zwei Abgriffpunkten 282 (für V2) und 284 für (für V1) ist
vorteilhaft, da sich zwischen dem Massepotential des Erregerkreises
und dem Massepotential der Empfängerschaltung
geringfügige
Unterschiede ergeben können,
welche durchaus in der Größenordnung
des Messsignals liegen können.
Bei Kenntnis von Strom und Phasenlage des Stroms im Erregerzweig
ist es aber möglich,
beispielsweise eine Verringerung der Messamplitude rechnerisch zu
kompensieren. Eine solche Verringerung der Messamplitude kann u.a.
dadurch hervorgerufen werden, dass der Strom im Erregersignal aufgrund
einer Erhöhung
des Kupferwiderstands der Erreger- oder Sendespule mit der Temperatur
sinkt.
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Aufgrund
des hohen Verstärkungsfaktors
der Auswerteschaltung reichen sehr geringe Spannungsamplituden am
Shuntwiderstand 246 aus, so dass auch dieser vorteilhaft
durch eine kurze Mäanderstruktur
aus Kupferleiterzügen
auf der Platine gebildet werden kann und auf diese Weise ein zusätzliches
separates Bauelement vermieden wird. In der Praxis reichen rund
1–2 cm
an Leiterstruktur für
diese Aufgabe aus.
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In
der Praxis ist es zweckmäßig, auch
die Schaltmittel 2181 bis 2484 nicht durch mechanische Schalter
zu realisieren, sondern an deren Stelle Relais oder Halbleiterschalter
zu verwenden. Insbesondere erscheinen Feldeffekttransistoren als
das Schaltmittel der Wahl. Hierbei ist es weiterhin möglich, die
Schalterstellung durch einen Microcontroller zu steuern und beispielsweise
zyklisch einen automatischen Abgleich des Übersprechsignals vorzunehmen,
welches durch parasitäre
Verkopplung zwischen der Versorgung der Operationsverstärker und dem
Eingang der Auswerteschaltung hervorgerufen wird.
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Wenn
für die
Vermessung von Mess- (entsprechend Schalter 2482) Kalibrier-
(Schalter 2483 und 2484) und Störsignalen
(Schalter 2481) derselbe Analogverstärker 272 bzw. 274 verwendet
wird, hat dies zusätzlich
den Vorteil, dass Drifteffekte und Exemplarstreuungen innerhalb
der Verstärkerbaugruppen
sich auf die verschiedenen Messsignale in identischer Weise auswirken.
Es ist somit mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, eine
Langzeitdrift der Verstärkerbaugruppe
rechnerisch zu kompensieren.
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Um
die kapazitive Kopplung effektiv unterdrücken zu können, ist es möglich, auf
der Leiterplatte 200 zwischen der gewickelten Erregerspule
und den Empfangsleiterstrukturen Abschirmelemente vorzusehen, die
vorteilhafter Weise ebenfalls als Leiterbahnstrukturen 242 ausgebildet
sind, und auf Massepotential gelegt werden. Diese Strukturen verursachen
bei der Fertigung keinerlei Mehrkosten. Insbesondere können bei
der erfindungsgemäßen planaren
Wickelgeometrie auch flächige
Abschirmstrukturen gute Ergebnisse liefern.
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Beim
Verlegen, bzw. Ausbilden der Abschirmleitungen 242 bzw. 244 ist
allerdings darauf zu achten, dass sich innerhalb der Abschirmgeometrie keine
Stromschleifen bilden können.
Es ist daher sinnvoll, Mäander-
oder Kamm-Strukturen aus möglichst
dünnen
Einzelleitern zu verwenden, die im mathematischen Sinn eine einfach
zusammenhängende Fläche bilden.
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Das
Gleiche gilt für
die auf der Unterseite angeordneten Strukturen für die passiven und aktiven kapazitiven
Sensoren (256, 254, 252).
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Der
erfindungsgemäße Sensor
kann in vorteilhafter Weise in ein Messgerät integriert werden. Dabei
kann ein solches Messgerät
insbesondere als ein handgehaltenes Metallortungsgerät ausgebildet sein
oder aber die Metallortungsfähigkeit über den
erfindungsgemäßen Sensor
als eine Zusatzfunktion beinhalten.
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Darüber hinaus
ist es auch möglich
und vorteilhaft, den erfindungsgemäßen Sensor auch in eine Werkzeugmaschine,
beispielsweise in ein Bohrwerkzeug zu integrieren, um einem Anwender
ein sicheres Arbeiten mit dieser Maschine zu ermöglichen.
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Die
Erfindung ermöglicht
es, einen kostengünstigen
Sensor zu realisieren, welcher möglichst viele
der kostenintensiven Bauteile und Geräteelemente dadurch überflüssig macht,
dass eine Leiterplatte des Sensors nicht nur als Trägermaterial
für die elektronischen
Schaltungen eingesetzt wird, sondern als Funktionsteil integraler
Bestandteil des Sensors ist. Der erfindungsgemäße Sensor zur Ortung metallischer
Objekte erfordert lediglich eine einzelne Spule. Dies wird insbesondere
erreicht, durch das Ersetzen der typischerweise gewickelten Empfangsspulen,
wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind, durch Leiterzüge auf einer
Leiterplatte der Auswerteschaltung des Sensors, sowie die Ausbildung
von geeigneten Leiterzügen
auf der Leiterplatte, die der Abschirmung von Erreger- bzw. Sendespule
und Empfangsleiterschleifen dienen und zu einer Unterdrückung der
kapazitiven Verkopplung zwischen Sende- und Empfangspfad des Sensors
führen.
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Darüber hinaus
ist es möglich,
einen Shuntwiderstand wiederum direkt durch eine Leiterbahnstruktur
auf der Leiterplatte des Sensors auszubilden, wobei der Shuntwiderstand
es gestattet, den Strom im Erreger-zweig des Sensors zu vermessen und
so eine Temperaturdrift des Stroms in der Erregerspule zu bestimmen
und zu kompensieren.
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Durch
die erfindungsgemäße Ausgestaltung der
Sensorgeometrie liefert der beanspruchte Sensor zur Ortung metallischer
Objekte auch ohne einen regelmäßigen, vor
einer jeden Messung durchzuführenden
Kalibrierprozess gute Messergebnisse.
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Der
erfindungsgemäße Sensor
zur Ortung metallischer Objekte ist nicht auf die in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispiele
beschränkt.
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Der
erfindungsgemäße Sensor
ist nicht auf die Verwendung einer einzelnen Sendespule beschränkt. Das
Verfahren lässt
sich unmittelbar auch auf Kompensationsgeometrien übertragen,
welche mehr als eine Erregerspule einsetzen, beispielsweise, um
so zusätzlich
auch die räumliche
Lage eines metallischen Objektes bestimmen zu können.
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Insbesondere
ist es mit den hier beschriebenen Verfahren auch möglich, für Basiskonfigurationen
eines Kompensationssensors, welche von 1 abweichen,
Lösungen
zu finden, sofern die Geometrie und Lage der zumindest einen ersetzten
Empfangsspule näherungsweise
die für
den Einsatz einer Leiterplatte erforderliche flächige Geometrie gestatten.
Die Erfindung und insbesondere die Verwendung von Leiterbahnstrukturen
einer Leiterplatte als Empfangsleiterschleifensystem ist in keiner
weise auf den Typ des Kompensationssensors beschränkt.
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Insbesondere
ist es auch denkbar, im Empfangspfad eine Kombination von leiterplattengebundenen
Empfangsleiterschleifen und Empfangswindungen innerhalb einer konventionell
gewickelten Spule zu verwenden. Dies gilt insbesondere, wenn die
leiterplattengebundenen Empfangsleiterschleifen auch wirklich maßgeblich
zu den von Metallobjekten vermittelten Induktionsspannungen beitragen.
Eine Konsequenz daraus wäre,
dass auch die konventionell gewickelte Ergänzungsspule eine ungewöhnlich geringe
Anzahl an Windungen aufweisen müsste. Der
potentielle Vorteil einer derartigen Kombinationslösung im
Empfangspfad besteht unter anderem darin, dass auch hier die beschriebenen
Verfahren zur Reduzierung der Anforderungen an die Positionier- und
Fertigungstoleranz der gewickelten Spulen durch geeignet ausgeformte
Kompensationsschleifen auf der Leiterplatte gelingen kann.
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Weiterhin
ist es denkbar, für
den Sensor nicht eine zwei- sondern eine mehrlagige Leiterplatte einzusetzen,
beispielsweise um die mögliche
Anzahl von Windungen im Empfangspfad zu erhöhen, die Empfangsleiterschleifen
oder die Positioniertoleranz-Kompensationsschleifen
ganz oder teilweise in Innenlagen zu verschieben, Bauelemente oberhalb der
Empfangsleiterschleifen zu platzieren oder um die kapazitive Kopplung
von Erreger und Empfängerzweig
noch effektiver unterdrücken
zu können.
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Insbesondere
ist der erfindungsgemäße Sensor
nicht beschränkt
auf die Verwendung von kreisförmigen
Spulen oder Leiterschleifensystemen. Abweichend von den in den Figuren
dargestellten Empfangsleiterschleifensystemen kann jedes Leiterschleifensystem
oder einzelne Leiterschleifen eine vom Kreis oder Kreisbogen abweichende
Form haben und aus einer oder auch mehreren Windungen bestehen.