DE10151112A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Bereitstellen von Telekommunikationsdiensten - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Bereitstellen von TelekommunikationsdienstenInfo
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Abstract
Es wird ein Verfahren zum Bereitstellen von verschiedenen Telekommunikationsdiensten bei einem Nutzer vorgeschlagen, wobei die Dienste über mindestens einen Übertragungskanal zu einem physikalischen Netzabschluß eines Kommunikationsnetzes übertragen werden. Die Dienste werden hinter dem Netzabschluß interpretiert und dann durch jeweils eine von mehreren diensteabhängigen Schnittstellen ausgewählt und zu einem Endgerät, zu einer ein Endgerät simulierenden Einrichtung oder ohne lokale Bereitstellung an einem Endgerät weitergeleitet. Auch kann ein Dienst nach der Interpretation und vor der Weiterentwicklung in einen anderen Dienst konvertiert werden. Bei einer Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ist hinter dem Netzanschluß ein matrixförmig ausgebildetes Koppelfeld vorgesehen, durch welches der mindestens eine Übertragungskanal wahlfrei mit einzelnen Diensteübergängen verbindbar ist. Das Koppelfeld weist vorzugsweise in einen aktivierten Zustand steuerbare Koppelpunkte zwischen dem mindestens einen Übertragungskanal und den einzelnen Diensteübergängen auf, wobei die Koppelpunkte vorteilhaft einzelne diensteinterpretierende Schnittstellen enthalten.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 8.
- Telekommunikationsdienste wurden bisher beim jeweiligen Nutzer und beim Netzbetreiber oder in Ende-zu- Ende-Verbindungen in den beteiligten Kommunikationseinrichtungen interpretiert. So wird beispielsweise der ISDN-Dienst beim Nutzer durch die Bereitstellung einer standardisierten Schnittstelle wie eines SO- Busses am Netzanschluß mit nachgeschaltetem Endgerät und in der Vermittlungsstelle durch einen Übergang auf die digitale Vermittlungseinheit (z. B. EWSD, S12) interpretiert.
- Der Internetdienst FTP wird beim Provider (ISP) durch einen Rechnerprozeß (Dämon), beim Klient-System des Nutzers durch den "IP-Stack", einen Speicherbereich zum Zugriff durch IP-Dienstprogramme (z. B. Internetbrowser) interpretiert.
- Derartige Mechanismen bilden wie beim ISDN-Dienst Diensteabschlüsse, die jedoch nicht durch dienstespezifische Endgeräte (Hardware) realisiert sind, sondern durch einen PC mit dienstespezifischer Endnutzer-Software.
- Bei einem Telefon- oder Telefaxdienst erfolgt die Interpretation des Dienstes durch die beteiligten Endgeräte oder durch solche technischen Einrichtungen, die die Funktion eines solchen Endgerätes simulieren können (z. B. Anrufweiterschaltung, Anrufbeantworter, Modem).
- Übergänge zwischen unterschiedlichen Diensten erfolgen bisher in Vermittlungseinrichtungen oder durch spezielle Zusatztechniken, die hinter den endstellenseitigen Interpretationseinrichtungen angeschaltet sind und eine Dienstekonvertierung vornehmen sowie eine Weiterleitung über die jeweilige dienstespezifische Zugangstechnik bewirken.
- Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Bereitstellen von verschiedenen Telekommunikationsdiensten bei einem Nutzer, welche über mindestens einen Übertragungskanal zu einem pyhsikalischen Netzabschluß eines Kommunikationsnetzes übertragen werden, anzugeben, durch welche es möglich ist, über beliebige vorhandene Nachrichtenübertragungsnetze mit direktem Teilnehmerzugang unterschiedliche Dienste so anzubieten, daß eine gemeinsame Übertragung verschiedener Dienste, die auch von verschiedenen Anbietern bereitgestellt werden können, über ein gemeinsames Transportmedium zu einem Endgerät erfolgen kann.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergeben sich aus den jeweils zugeordneten Unteransprüchen.
- Dadurch, daß die Dienste hinter dem Netzabschluß interpretiert und durch jeweils eine von mehreren diensteabhängigen Schnittstellen ausgewählt und zu einem Endgerät, zu einer ein Endgerät simulierenden Einrichtung oder ohne lokale Bereitstellung an einem Endgerät weitergeleitet werden, kann eine Neuorientierung der verschiedenen Dienste durch Bündelung und Entbündelung in der Weise erfolgen, daß sie in jeweils richtiger Zuordnung zu den für ihre bestimmungsgemäße Nutzung geeigneten Endgeräten, diese Endgeräte simulierenden Einrichtungen oder auch ohne Bereitstellung an einem lokalen Endgerät weitergeleitet werden.
- Gemäß einer bevorzugten Ausbildung ist es möglich, einen Dienst nach seiner Interpretation in einen anderen Dienst überzuleiten und diesen dann zu einem für dessen bestimmungsgemäße Nutzung geeigneten Endgerät weiterzuleiten.
- Auch ist es möglich, eine Diensteinhalt nach seiner Interpretation dienstunabhängig in Multimediadaten (Bild, Text und Ton repräsentierende Daten oder Datenströme) umzuwandeln.
- Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß hinter dem physikalischen Netzabschluß ein matrixförmig ausgebildetes Koppelfeld vorgesehen ist, durch welches der mindestens eine Übertragungskanal wahlfrei mit einzelnen Diensteübergängen verbindbar ist. Hierbei weist das Koppelfeld vorzugsweise jeweils durch vom Nutzer entsprechend einer vorgegebenen Regel aktivierbare Koppelpunkte zwischen dem mindestens einen Übertragungskanal und den einzelnen Diensteübergängen auf, wobei die Koppelpunkte vorteilhaft einzelne diensteinterpretierende Schnittstellen enthalten.
- Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines in der Figur dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Diese zeigt ein Koppelfeld in Form eines Kreuzschienenverteilers, an dessen Kreuzungspunkten an sich bekannte Schnittstellen mit Diensteübergangstechniken angeordnet sind.
- In dem gezeigten Koppelfeld bilden die horizontalen Linien von unterschiedlichen Kommunikationsnetzen gebildete Übertragungskanäle hinter dem jeweiligen physikalischen Netzabschluß. Die Übertragungskanäle können leitungsgebunden, beispielsweise durch das Fernseh-Kabelnetz oder das Telefonnetz realisiert sein. Die Übertragung kann aber auch drahtlos, z. B. mit Hilfe von Satelliten erfolgen.
- Die vertikalen Linien sind den unterschiedlichen Diensten zugeordnet, beispielsweise sind einer ersten Linie Dienste zugeordnet, die für das Endgerät "Telefon" bestimmt sind, einer zweiten Linie Dienste, die für das Endgerät "Telefax" bestimmt sind, einer dritten Linie Dienste, die Informationen über das Internet anbieten (TCP/IP), einer vierten Linie Dienste, die für Videosignale verarbeitende Endgeräte bestimmt sind und einer fünften Linie Dienste, die für Audiosignale verarbeitende Endgeräte bestimmt sind.
- Über die einzelnen Übertragungskanäle können unterschiedliche Dienste übermittelt werden; grundsätzlich ist für jeden Übertragungskanal die Möglichkeit gegeben, z. B. einen oder mehrere der vorgenannten fünf Dienste zu übermitteln.
- Das gezeigte Ausführungsbeispiel enthält sieben Schnittstellen Nr. 1 bis Nr. 7 jeweils an einem Kreuzungspunkt einer horizontalen mit einer vertikalen Linie. Jede Schnittstelle kann, wenn sie aktiviert ist, zumindest einen der auf dem zugeordneten Übertragungskanal angebotenen Dienste interpretieren und diesen auf die entsprechende horizontale Linie überleiten. Es sollte auch die Möglichkeit bestehen, daß die Schnittstellen bestimmte Dienst nach deren Interpretation in andere Dienste umwandeln und diese dann zu der für den neuen Dienst bestimmten vertikalen Linie überleiten.
- Die Aktivierung der einzelnen Schnittstellen erfolgt durch eine Steuerung, die entweder vom jeweiligen Nutzer direkt bedient werden kann oder auch beispielsweise automatisch nach einer vorbestimmten Regel durchgeführt wird. Eine Aktivierung z. B. der Schnittstellen Nr. 4 und Nr. 7 entspricht der derzeitigen konventionellen Konvertierung des dpa-Basisdienstes in den Internet-FTP-Dienst (RBK-Produkt im Datenservice) Eine Aktivierung der Schnittstelle 3 ermöglicht die direkte Ausgabe der über das Kabelnetz übertragenen Dienste eines Radiokanals über eine Audioanlage.
- Als Übertragungsverfahren innerhalb des Koppelfeldes kann ein standardmäßiges digitales Zeitmultiplexverfahren (QAM, PCM) verwendet werden. Von den vertikalen Linien erfolge eine Weiterleitung der von den Schnittstellen selektierten Dienste vorteilhaft über ein gemeinsam genutztes Transportmedium zu den einzelnen Endgeräten, in welchen die Diensteinhalte in einen für den Nutzer wahrnehmbare Erscheinungsform umgewandelt werden. Beispielhaft ist eine Datenverbindung erwähnt, über die diese Inhalte als sogenannte Multimediadaten (Bild, Text und Ton repräsentierende Daten oder Datenströme) übertragen werden, sowie eine Übertragung von Wählinformationen in Form von Modem-Steuerbefehlen. Die Übertragung zwischen dem Koppelfeld und den die zugeordneten Diensteinhalte verarbeitenden Endgerät findet vorzugsweise mittels einer drahtlosen Verbindung statt.
- Die Weiterleitung der selektierten Dienste muß nicht notwendigerweise direkt zu einem derartigen Endgerät erfolgen, sondern auch zu technischen Einrichtungen, die solche Endgeräte nur simulieren, wie z. B. Anrufweiterschaltungen, Anrufbeantworter oder Modems, wobei diese ihrerseits in bekannte Weise Diensteübergänge enthalten können (z. B. Drittbetreibernetze). Auch kann eine Weiterleitung der selektierten Dienste stattfinden, ohne daß diese an einem lokalen Endgerät oder einer diese simulierenden Einrichtung bereitgestellt werden.
Claims (15)
1. Verfahren zum Bereitstellen von verschiedenen
Telekommunikationsdiensten bei einem Nutzer,
welche über mindestens einen Übertragungskanal
zu einem physikalischen Netzabschluß eines
Kommunikationsnetzes übertragen werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dienste hinter dem Netzabschluß
interpretiert und durch jeweils eine von mehreren
diensteabhängigen Schnittstellen ausgewählt und
zu einem Endgerät, zu einer ein Endgerät
simulierenden Einrichtung oder ohne lokale
Bereitstellung an einem Endgerät weitergeleitet
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Dienst nach der Interpretation in
einen anderen Dienst konvertiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die verschiedenen Dienste über
verschiedene Übertragungskanäle zu einem
physikalischen Netzabschluß übertragen werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die interpretierten
und ausgewählten Dienste über ein gemeinsames
Transportmedium weitergeleitet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die interpretierten und ausgewählten
Dienste drahtlos weitergeleitet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auswahl eines
Dienstes über eine diensteabhängige
Schnittstelle durch den Nutzer oder über eine diensteabhän-
gige Schnittstelle nach einer vorgegebenen Regel
gesteuert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Diensteinhalte
dienstunabhängig in Multimediadaten umgewandelt
werden.
8. Vorrichtung zum Bereitstellen von verschiedenen
Telekommunikationsdiensten bei einem Nutzer,
welche über mindestens einen Übertragungskanal
zu einem physikalischen Netzabschluß eines
Kommunikationsnetzes übertragen werden, dadurch
gekennzeichnet, daß hinter dem Netzabschluß ein
matrixförmig ausgebildetes Koppelfeld vorgesehen
ist, durch welches der mindestens eine
Übertragungskanal wahlfrei mit einzelnen
Diensteübergängen verbindbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Koppelfeld jeweils durch vom
Nutzer oder entsprechend einer vorgegebenen
Regel aktivierbare Koppelpunkte zwischen dem
mindestens einen Übertragungskanal und den
einzelnen Diensteübergängen aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Koppelpunkte einzelne Dienste
interpretierende Schnittstellen enthalten.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
Diensteübergänge jeweils ein gemeinsames
Transportmedium für die Übertragung eines Dienstes zu
mehreren Nutzern verwenden.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß getrennte
Übertragungskanäle für die Übertragung der Dienste bis
zum Netzabschluß vorgesehen sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch
gekennzeichnet, daß mehrere der getrennten
Übertragungskanäle mit einem Diensteübergang verbindbar
sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Übertragungskanäle wahlweise durch eine mit den Medien
symmetrische Doppelader ein Koaxialkabel, eine
Glasfaser oder eine Funkstrecke realisiert sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß als Dienste
Telekommunikationsdienste und Verteildienste sowie
Rechnernetzdienste vorgesehen sind.
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|---|---|---|---|
| DE2001151112 DE10151112A1 (de) | 2001-10-15 | 2001-10-15 | Verfahren und Vorrichtung zum Bereitstellen von Telekommunikationsdiensten |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10151112A1 true DE10151112A1 (de) | 2003-04-17 |
Family
ID=7702718
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10151112A1 (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5523747A (en) * | 1993-05-03 | 1996-06-04 | The Whitaker Corp. | Asset management in a cable management system |
| US5886732A (en) * | 1995-11-22 | 1999-03-23 | Samsung Information Systems America | Set-top electronics and network interface unit arrangement |
| DE19822002A1 (de) * | 1998-05-15 | 1999-11-18 | Siemens Ag | Telefonanlage für Internet-Telefonie |
-
2001
- 2001-10-15 DE DE2001151112 patent/DE10151112A1/de not_active Ceased
Patent Citations (3)
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