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DE1013459B - Mittel zur selektiven Unkrautbekaempfung in Kulturen - Google Patents

Mittel zur selektiven Unkrautbekaempfung in Kulturen

Info

Publication number
DE1013459B
DE1013459B DEF19976A DEF0019976A DE1013459B DE 1013459 B DE1013459 B DE 1013459B DE F19976 A DEF19976 A DE F19976A DE F0019976 A DEF0019976 A DE F0019976A DE 1013459 B DE1013459 B DE 1013459B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
isatin
plants
weed control
crops
agent
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEF19976A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Erich Hambsch
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Hoechst AG
Original Assignee
Hoechst AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hoechst AG filed Critical Hoechst AG
Priority to DEF19976A priority Critical patent/DE1013459B/de
Publication of DE1013459B publication Critical patent/DE1013459B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D209/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • C07D209/02Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom condensed with one carbocyclic ring
    • C07D209/04Indoles; Hydrogenated indoles
    • C07D209/30Indoles; Hydrogenated indoles with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, directly attached to carbon atoms of the hetero ring
    • C07D209/32Oxygen atoms
    • C07D209/38Oxygen atoms in positions 2 and 3, e.g. isatin

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
  • Indole Compounds (AREA)

Description

  • Mittel zur selektiven Unkrautbekämpfung in Kulturen Bei der Unkrautbekämpfung in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen ist man bestrebt, die mit hohem Aufwand an Zeit und Arbeitskräften verbundenen mechanischen Methoden durch die Verwendung chemischer Mittel zu ersetzen.
  • An ein Mittel, das im Prä- oder Postemergenzverfahren zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden soll, muß eine Reihe von Forderungen gestellt werden, welche die Auswahl solcher Stoffe als sehr begrenzt erscheinen lassen. So dürfen die Kulturen nicht beeinträchtigt werden; weiterhin soll der Schutz vorhalten, bis die Pflanzen derart erstarkt sind, daß die nunmehr auflaufenden Unkräuter unterdrückt werden. Daher geht bei der stetig wachsenden Bedeutung, die einer zuverlässigen chemischen Unkrautbekämpfung zukommt, das Bestreben dahin, solche Herbicide einzusetzen, die selektiv wirken und deren Wirkung anhaltend ist.
  • Es wurde nun gefunden, daß Isatin oder seine Substitutionsverbindungen der allgemeinen Formel wobei R für eine oder mehrere Alkylgruppen und/oder Halogen stehen kann, als selektive Unkrautbekämpfungsmittel verwendet werden können. .
  • Die Verbindungen üben eine ausgezeichnete selektive Wirkung auf dikotyle Pflanzen bei völliger Schonung der Gramineen aus. Besonders hervorstechend sind diese Eigenschaften bei Isatin, 4-Chlor-isatin, 5-Chlor-isatin, 6-Chlor-isatin, 7-Chlor-isatin, S-Chlor-6-methyl-isatin, 6-Chlor-7-methyl-isatin, 5, 7-Dichlor-isatin, 4, 7-Dichlorisatin, 4, 5, 7-Trichlor-isatin, 5-Brom-isatin und 5, 7-Dibrom-isatin.
  • Es besteht bei. geeigneter Wahl der Substitutionsprodukte eine große Mannigfaltigkeit der Wirkungsweise, wodurch der Anwendungsbereich keineswegs nur auf wenige Unkräuter und Kulturpflanzen beschränkt bleibt.
  • Die erfindungsgemäß anzuwendenden Mittel stellen ausgesprochene Wurzelgifte dar und kommen erst im Boden zur Wirkung, wenn sie von den Pflanzen mit Hilfe der Wurzeln aufgenommen werden. Gibt man die Stoffe als sogenannte Präemergenzen, so wird zwar in vielen Fällen die Keimung der Samen und das Auflaufen der Pflanzen nicht verhindert, die jungen breitblättrigen Pflanzen kümmern jedoch und sterben ab, sobald sie zur Nahrungsaufnahme durch die Wurzeln gezwungen sind. Gibt man die Mittel als sogenannte Postemergenzen, z. B. im Spritz- oder Stäubeverfahren, so werden die Grünteile auch der über die Wurzeln empfindlichen Pflanzen nicht geschädigt. Gegen viele Unkrautbekämpfungsmittel, die auf dem Wege über die oberirdischen Teile ihre Wirkung entfalten, besitzt eine Reihe der zu schützenden Pflanzen in einigen besonders empfindlichen Teilen und in bestimmten Entwicklungsstadien, z. B. dem Peitschenstadium der Zwiebeln, eine so hohe Empfindlichkeit, daß selbst selektive Mittel in diesen Fällen nur beschränkt eingesetzt werden können. Da nun die genannten Isatine nicht in die Grünteile der Pflanzen eindringen und diese daher ungeschädigt lassen, erkennt man den bedeutenden Vorteil dieser Substanzklasse bei einer Anwendung im postemergenten Spritz- oder Stäubeverfahren.
  • Es sind einige Wachstumsregulatoren bekanntgeworden, die ihren herbiciden Charakter auf hormonellem Wege als Wuchs- oder Wuchshemmstoffe entfalten. Diese Stoffe wirken auf alle Teile der empfindlichen Pflanzen toxisch und sind auch als selektive Unkrautbekämpfungsmittel vorgeschlagen worden. Die vorliegenden Mittel besitzen nicht die gefürchteten Nachteile dieser Stoffe, wie beispielsweise das Verursachen von Mißbildungen an Wurzelhals und Ähren bei Getreidearten.
  • Die erfindungsgemäß zu verwendenden Mittel sind praktisch wasserunlöslich und besitzen bei Erhaltung ihrer herbiciden Eigenschaften eine hohe Verweilzeit im Boden. Dadurch ist es möglich, bei der selektiven Unkrautbekämpfung im Prä-, und Postemergenzverfahren eine anhaltende Wirkung zu erreichen. Andererseits liegt die Wirkungszeit stets nur innerhalb einer Vegetationsperiode, so daß bei Fruchtwechsel Kulturpflanzen, die gegen Isatine empfindlich sind, nicht geschädigt werden.
  • Schließlich können die obengenannten Isatine in Mischung mit Stoffen, die ihre Wirkungsbreite vergrößern, eingesetzt werden.
  • Die Anwendung der Isatinverbindungen als Präemergenzen geschieht am vorteilhaftesten in Verdünnung mit Füllstoffen durch oberflächliches Einarbeiten in den Boden vor dem Ausbringen des Saatgutes. Die Ausbringung nach dem Auflaufen erfolgt jedoch besser durch die üblichen Streu-, Stäube- und Spritzverfahren.
  • Beispiel 1 In Kästen von 30 cm Länge, 25 cm Breite und 6 cm Tiefe wurde die Erde oberflächlich mit dem Wirkstoff, der zur besseren Ausbringung mit 60 °/o Talkum verschnitten war, gemischt, und es wurde folgende Einsaat vorgenommen: drei Reihen Hafer (Avena sativa) zu je fünfzehn Korn, zwei Reihen Bohnen (Vicia faba) zu je zehn Korn, je 1,5 g Raps (Brassica napus), Senf (Sinapis arvensis) und Kresse (Lepidium sativum) wurden breitwürfig ausgesät.
  • Die folgenden Tabellen ergeben sich aus einer Reihe von sechs derartigen Versuchen.
    Tabelle 1
    Durchschnitt der aufgelaufenen Samen in °/o, 14 Tage nach der Einsaat
    Wirkstoff g/ma Kleinsamige Unkräuter Großsamige Pflanzen
    Senf I Raps I Kresse
    Bohne Hafer
    5, 7-Dichlor-isatin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 80 75 ! 0 70 91
    8 95 70 0 20 92
    10 90 80 0 25 91
    Isatin ............................... 9 60 ! 80 20 100 75
    12 45 43 12 50 95
    15 30 38 6 50 90
    20 33 31 0 0 I 95
    Kontrolle (nur Talkum)................. 10 100 100 100 100 100
    In der folgenden Tabelle wurde notiert, welcher Prozentsatz von diesen aufgelaufenen Pflanzen im weiteren Verlauf der Versuchsreihe wieder abstarb.
    Tabelle 2
    Abgestorbene Pflanzen in %, bezogen auf die nach 14 Tagen aufgelaufenen Samen,
    nach 35 Tagen bzw. in Klammern nach 50 Tagen. X bedeutet, daB die Pflanzen zwar nicht völlig abgestorben,
    jedoch so stark geschädigt sind, daB sie nicht mehr aufkommen.
    (
    Kleinsamige Unkräuter GroBsamige Pflanzen Zustand der wachstum Längen-
    Wirkstoff g/m # der
    Senf I Raps Kresse Bohne I Hafer Haferpflanzen
    I
    5, 7-Dichlor-isatin 5 100 100 i - 0(100) 0 (0) gesund ' normal
    8 100 100 - 0(100) 3,5(3,5) gesund normal
    10 100 i 100 - 100 5 (5) gesund , etwas hinter
    der Kontrolle
    zurück
    I
    Isatin 9 100 100 100 O,X(0,X) ; 0 (0) gesund normal
    12 100 100 100 O,X(0,X) ! 0 (0) gesund normal
    15 100 I 100 100 O,X(0,X) 0 (0) gesund normal
    20 100 ( 100 - - 0 (0) gesund normal
    Kontrolle 10 0 (0) l 0 (0) 0 (0) 0 (0) j 0 (0) gesund I normal
    Die genannten Unkräuter können somit in Haferkulturen mit Erfolg bekämpft werden.
  • Beispiel 2 In Beetversuchen war 5, 7-Dichlor-isatin bei analoger Anwendung wie im Beispiel 1 gegen Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris), Raps und Senf wirksam bei völliger Schonung von Weizen (Triticum sativum), Mais (Zea Mays) und Gerste (Hordeum sativum).
  • Beispiel 3 In Topfversuchen wurden analog Beispiel 1 Bohne und Hafer mit 4-Chlor- und 6-Chlor-isatin behandelt. Bei einer Aufwandmenge von 6 g/m2 war bei Hafer kein Unterschied zu den Kontrollpflanzen zu verzeichnen, während sich aus den Samen der Bohne nur völlig deformierte und wenige Millimeter hohe Keimlinge entwickelten, die nach 5 Wochen eingingen.
  • Beispiel 4 4, 7-Dichlor-isatin zeigte bei analoger Anwendung wie im Beispiel 3 keine Schädigung des Hafers, während aus den Samen der Bohne stark miBgebildete Pflanzen hervorgingen, die nur wenige Zentimeter hoch wurden und nach 4 Wochen abzusterben begannen.
  • Ebenso verhielt sich 7-Chlor-isatin. Beispiel 5 5-Brom-isatin verursachte im Präemergenzverfahren analog den Beispielen 1 und 3 bei einer Aufwandmenge von 4,5 g/m2 keine Schädigung des Hafers, dagegen liefen Erbse (Pisum sativum) und Bohne nur in stark geschädigtem und nicht mehr lebenstüchtigem Zustand auf.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Mittel zur selektiven Unkrautbekämpfung, gekennzeichnet durch ihren Gehalt an Isatin oder dessen Substitutionsprodukten der Formel wobei R für einen oder mehrere Alkylgruppen und/ oder Halogen stehen kann.
DEF19976A 1956-04-06 1956-04-06 Mittel zur selektiven Unkrautbekaempfung in Kulturen Pending DE1013459B (de)

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DEF19976A DE1013459B (de) 1956-04-06 1956-04-06 Mittel zur selektiven Unkrautbekaempfung in Kulturen

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DEF19976A DE1013459B (de) 1956-04-06 1956-04-06 Mittel zur selektiven Unkrautbekaempfung in Kulturen

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DE1013459B true DE1013459B (de) 1957-08-08

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ID=7089512

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DEF19976A Pending DE1013459B (de) 1956-04-06 1956-04-06 Mittel zur selektiven Unkrautbekaempfung in Kulturen

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DE (1) DE1013459B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1567075B1 (de) * 1961-05-08 1970-07-23 Gulf Oil Corp Verfahren zum Unterdruecken der Schaedigung junger Getreidepflanzen durch herbizide Carbamate

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1567075B1 (de) * 1961-05-08 1970-07-23 Gulf Oil Corp Verfahren zum Unterdruecken der Schaedigung junger Getreidepflanzen durch herbizide Carbamate

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