DE10119654A1 - Verfahren zum Betreiben eines modularen Steuersystems sowie danach arbeitendes Steuersystem - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines modularen Steuersystems sowie danach arbeitendes SteuersystemInfo
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Abstract
Beim Betreiben eines modularen Steuersystems mit einer Zentraleinheit (Z) und mit einer Anzahl von mit dieser verbundenen Peripheriebaugruppen (B¶n¶) wird ein in der Zentraleinheit (Z) hinterlegtes Prozessabbild (PA) eines zu steuernden Anlagenprozesses zyklisch zwischen den Peripheriebaugruppen (B¶n¶) und der Zentraleinheit (Z) ausgetauscht, wobei die Zentraleinheit (Z) und jede Peripheriebaugruppe (B¶n¶) das an diese jeweils übertragene Prozessabbild (PA) aktualisiert und an die jeweils benachbarte Peripheriebaugruppe (B¶n¶) übergibt.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben
eines modularen Steuersystems mit einer Zentraleinheit und
mit einer Anzahl von mit dieser verbundenen Peripherie
baugruppen. Sie bezieht sich weiter auf ein danach arbeiten
des Steuersystem.
Ein derartiges modulares Steuersystem dient zum Steuern von
Anlagenteilen innerhalb eines automatisierten, häufig auch
komplexen technischen Anlagenprozesses. Hierzu sind üblicher
weise eine Zentraleinheit (Master) und eine Anzahl von so ge
nannten Peripheriebaugruppen (Slaves), wie beispielsweise
Aktoren, Sensoren oder allgemein Wandler, vorgesehen, die
untereinander über ein Bussystem oder Punkt-zu-Punkt-Verbin
dungen miteinander verbunden sind. Diese Baugruppen, die in
der Regel auch die Aufgabe von (Interface-)Slaves übernehmen,
dienen zum Austauschen von Betriebsmeldungen und Status- oder
Steuerinformationen mit überlagerten Steuerungsaufgaben oder
Steuerungsfunktionen innerhalb des vernetzten Steuerungs
systems.
Beim Anlagenbetrieb und damit beim Betrieb des Steuersystems
liest die Zentraleinheit die Peripheriezustände, insbesondere
die Ein- und Ausgangswerte (I/O-Werte), aus den einzelnen
Baugruppen aus und legt diese in einem Prozessabbild ab. Be
nötigt eine Baugruppe, beispielsweise eine Kommunikations
baugruppe, den Zustand von einem bestimmten Peripherieeingang
und/oder -ausgang, so wird dieser von der Zentraleinheit an
gefordert und an die entsprechende Baugruppe weitergeleitet.
Dies erfordert in unerwünscht aufwendiger Art und Weise stets
einen zweiten Kommunikationsweg über die Zentraleinheit.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Betreiben eines modularen Steuersystems anzugeben, das
innerhalb des Gesamtsystems mit möglichst geringem Aufwand
eine zuverlässige Kommunikation zwischen den Baugruppen er
möglicht. Des Weiteren soll ein hierzu besonders geeignetes
Steuersystem angegeben werden.
Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Dazu wird ein in
der Zentraleinheit hinterlegtes Prozessabbild eines zu steu
ernden Anlagenprozesses zyklisch zwischen den Peripherie
baugruppen und der Zentraleinheit ausgetauscht, wobei die
Zentraleinheit und jede Peripheriebaugruppe das an diese
jeweils übertragene Prozessabbild aktualisiert und an die
jeweils benachbarte Peripheriebaugruppe übergibt.
In vorteilhafter Ausgestaltung übergibt die Zentraleinheit
bei jedem Programmzyklus das aktuelle Prozessabbild an die
benachbarte Peripheriebaugruppe. Gleichzeitig empfängt die
Zentraleinheit von dieser Baugruppe das zuvor aktualisierte
Prozessabbild. Die von der jeweiligen Peripheriebaugruppe
benötigten Peripheriezustände werden dem Prozessabbild ent
nommen und von dieser Baugruppe bearbeitet. Anschließend
überträgt diese Baugruppe das aktualisierte Prozessabbild an
die benachbarte Peripheriebaugruppe. Dieser Austausch des
Prozessabbildes ist unabhängig vom jeweils eingesetzten Bau
gruppentyp und kann somit auch für Kommunikationsanschaltun
gen und für Zentraleinheiten bei verteilten Automatisierungs
lösungen eingesetzt werden.
Bezüglich des modularen Steuersystems wird die genannte Auf
gabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des An
spruchs 4. Dazu weist das Steuersystem mindestens eine Zen
traleinheit, in der ein Prozessabbild des zu steuernden An
lagenprozesses hinterlegt ist, und eine Anzahl von mit der
Zentraleinheit verbundenen Peripheriebaugruppen auf. Die oder
jede Baugruppe liest zyklisch das zwischen den Baugruppen und
der Zentraleinheit ausgetauschte Prozessabbild ein und aus
diesem Peripheriezustände zur baugruppenspezifischen Be
arbeitung aus.
Die oder jede Peripheriebaugruppe weist wiederum einen pro
grammierbaren Speicher und eine Übergabeschnittstelle auf,
über die ein an diese Baugruppe übergebenes Prozessabbild an
eine benachbarte Baugruppe übergeben wird. Die Übergabe des
Prozessabbildes erfolgt, nachdem die jeweilige Baugruppe
deren Peripheriezustände aktualisiert und in das übernommene
Prozessabbild eingetragen hat.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesonde
re darin, dass durch einen zyklischen Austausch des Prozess
abbildes zwischen einer Anzahl von Peripheriebaugruppen und
einer Zentraleinheit eines modularen Steuersystems stets
jeder Baugruppe das vollständige Prozessabbild zur Verfügung
steht, ohne dass dem System der Steckplatz der jeweiligen
Baugruppe oder des jeweiligen Moduls bekannt sein muss. Da
durch sind detaillierte Systemkenntnisse nicht mehr notwen
dig. Zudem sind zusätzlich in ein bereits bestehendes System
aufzunehmende Baugruppen bzw. Module mit unterschiedlichem
Peripherieausbau rückwirkungsfrei einsetzbar.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand
einer Zeichnung erläutert. Darin zeigt die einzige Figur
schematisch in einem Funktions-Blockschaltbild ein nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren arbeitendes modulares Steuer
system.
Das modulare Steuersystem umfasst eine Zentraleinheit oder
einen Master Z und im Ausführungsbeispiel drei Peripherie
baugruppen B1 bis B3. Die Zentraleinheit Z, beispielsweise
eine CPU, weist einen programmierbaren Speicher PS und eine
Übergabeschnittstelle S auf. Analog weist jede der Baugruppen
B1 bis B3 eine Übergabeschnittstelle S und einen Speicher M
auf, der zweckmäßigerweise ebenfalls programmierbar ist.
Die Baugruppen B1 bis B3 können Kommunikationsmodule, Peri
pheriemodule und/oder Module mit intelligenter Vorverarbei
tung zur Bearbeitung von Aktor- oder Sensorsignalen eines
technischen Anlagenprozesses innerhalb eines Automatisie
rungssystems sein.
Die Zentraleinheit Z enthält ein Prozessabbild mit einer ein
deutigen Adressierung der Peripheriebaugruppen B1 bis B3.
Hierzu erfolgt zweckmäßigerweise während einer Initialisie
rungsphase, die durch die Zentraleinheit Z nach dem Hoch
laufen der Baugruppen B1 bis B3 automatisch gestartet wird,
zunächst eine Belegung der Ein- und Ausgänge In aller Bau
gruppen Z und Bn im Prozessabbild PA.
Dazu trägt die Zentraleinheit Z die durch diese belegte Peri
pherie, d. h. deren Eingänge I1 bis I4 und deren Ausgänge Q1
bis Q4, in das Prozessabbild PA - z. B. durch eine "1" - ein
und übergibt dieses an die erste Baugruppe B1. Diese Bau
gruppe B1 erkennt die belegten Adressenplätze AFE und AFA und
somit die bereits belegte Peripherie und trägt wiederum deren
Peripherie, d. h. deren Eingänge I5 bis I8 und deren Ausgänge
Q5 und Q6, in das Prozessabbild PA ein. Anschließend übergibt
diese erste Baugruppe B1 das entsprechend erweiterte Prozess
abbild PA an die nächste Baugruppe B2 weiter, die wiederum
deren Peripherie, d. h. deren Eingänge I9 und I10 sowie deren
Ausgänge Q7 und Q8, in das Prozessabbild PA einträgt und die
ses an die dritte Baugruppe B3 übergibt. Dieser Vorgang wird
so lange fortgesetzt, bis alle Baugruppen B1 und alle Bau
gruppen Bn deren Peripherieausbau in das Prozessabbild PA
eingetragen haben.
Beim Betrieb des Steuersystems überträgt die Zentraleinheit Z
nach jedem Programmzyklus das aktualisierte Prozessabbild PA
an die mit dieser verbundene, benachbarte (rechte) Peri
pheriebaugruppe B1. Gleichzeitig empfängt die Zentraleinheit
Z das von dieser Peripheriebaugruppe B1 zuletzt aktualisierte
Prozessabbild PA. Die Zentraleinheit Z aktualisiert dieses
Prozessabbild PA mit eigenen Eingangswerten (I/O-Werte) I1
bis I4. Somit sind alle Eingänge I1 bis I4 aktualisiert und
das innerhalb der Zentraleinheit Z ablaufende Programm wird
mit diesen Werten bearbeitet. Anschließend werden neu berech
nete Ausgangswerte Q1 bis Q8 im Prozessabbild PA aktuali
siert.
Die Peripheriebaugruppe B1 übernimmt das Prozessabbild PA von
der Zentraleinheit Z und aktualisiert dieses Prozessabbild PA
mit eigenen Eingangswerten (I/O-Werten) I5 bis I8. Von dieser
Baugruppe B1 selbst benötigte Ausgangswerte Q5 und Q6 werden
entnommen und ausgegeben. Anschließend überträgt diese Bau
gruppe B1 das aktualisierte Prozessabbild PA an die mit die
ser Baugruppe B1 verbundene nächste Baugruppe B2. Gleichzei
tig empfängt die erste Baugruppe B1 von der nächsten Bau
gruppe B2 das Prozessabbild PA und aktualisiert dieses mit
eigenen Eingangswerten I5 bis I8. Von der Baugruppe B1 selbst
benötigte Ausgangswerte Q5 und Q6 werden entnommen und ausge
geben.
Die Peripheriebaugruppe B2 übernimmt das Prozessabbild PA von
der (ersten) Peripheriebaugruppe B1 und aktualisiert dieses
Prozessabbild PA mit eigenen Eingangswerten (I/O-Werten) I9
und I10. Von dieser Baugruppe B2 selbst benötigte Ausgangs
werte Q7 und Q8 werden entnommen und ausgegeben. Anschließend
überträgt diese Baugruppe B2 das aktualisierte Prozessabbild
PA an die mit dieser Baugruppe B2 verbundene nächste Bau
gruppe B3. Gleichzeitig empfängt die zweite Baugruppe B2 von
der nächsten Baugruppe B3 das Prozessabbild PA und aktuali
siert dieses mit eigenen Eingangswerten I9 und I10. Von der
Baugruppe B2 selbst benötigte Ausgangswerte Q7 und Q8 werden
entnommen und ausgegeben.
Die Peripheriebaugruppe B3 übernimmt das Prozessabbild PA von
der Peripheriebaugruppe B2 und aktualisiert dieses Prozess
abbild PA mit eigenen Eingangswerten I11 und I12. Das aktua
lisierte Prozessabbild PA steht somit der Peripheriebaugruppe
B2 zur Verfügung, da die Baugruppe B3 selbst keine Ausgangs
werte benötigt.
Claims (4)
1. Verfahren zum Betreiben eines modularen Steuersystems mit
einer Zentraleinheit (Z) und mit einer Anzahl von mit dieser
verbundenen Peripheriebaugruppen (Bn), bei dem ein in der
Zentraleinheit (Z) hinterlegtes Prozessabbild (PA) eines zu
steuernden Anlagenprozesses zyklisch zwischen den Peripherie
baugruppen (Bn) und der Zentraleinheit (Z) ausgetauscht wird,
wobei die Zentraleinheit (Z) und jede Peripheriebaugruppe
(Bn) das an diese jeweils übertragene Prozessabbild (PA)
aktualisiert und an die jeweils benachbarte Peripherie
baugruppe (Bn) übergibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Zentraleinheit (Z)
bei jedem Zyklus das aktuelle Prozessabbild (PA) an die be
nachbarte Peripheriebaugruppe (Bn) übergibt und von dieser
das zuvor aktualisierte Prozessabbild (PA) empfängt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem jede Peripherie
baugruppe (Bn) dem an diese übermittelten Prozessabbild (PA)
entnommene baugruppenspezifische Peripheriezustände (In, Qn)
bearbeitet und das hierdurch aktualisierte Prozessabbild (PA)
an die benachbarte Peripheriebaugruppe (Bn) übergibt.
4. Modulares Steuersystem mit einer Zentraleinheit (Z), in
der ein Prozessabbild (PA) eines zu steuernden Anlagen
prozesses hinterlegt ist, und mit einer Anzahl von mit der
Zentraleinheit (Z) verbundenen Peripheriebaugruppen (Bn), von
denen jede zyklisch das zwischen den Peripheriebaugruppen
(Bn) und der Zentraleinheit (Z) ausgetauschte Prozessabbild
(PA) einliest und aus diesem Peripheriezustände (In, Qn) zur
baugruppenspezifischen Bearbeitung ausliest.
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