DE10015305A1 - Vorrichtung und Verfahren zur Positionsbestimmung - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zur PositionsbestimmungInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zur Positionsbestimmung werden die Signale von Sendern aus einem bodengestützten System wie zum Beispiel dem LORAN-C-System und aus einem satellitengestützten System wie zum Beispiel dem GPS-System kombiniert. Dabei können entweder die in beiden Systemen getrennt ermittelten Positionen zu einer Positionsbestimmung kombiniert werden, oder es werden die aus beiden Systemen empfangenen Rohdaten gemeinsam ausgewertet. Die Positionsbestimmung mit Hilfe präziseren Subsystems (GPS) wird vorzugsweise als Referenz für die Positionsbestimmung mit dem weniger präzisen Subsystem (LORAN-C) benutzt, um die Genauigkeit des letzteren zu erhöhen. Weiterhin können durch einen Vergleich der berechneten Positionsbestimmung mit einem bekannten Referenzort Korrektursignale (11) berechnet und im System der Sender mit übermittelt werden, mit deren Hilfe die Präzision der Positionsbestimmung gesteigert werden kann. Vorzugsweise findet dabei eine Übermittlung von DGPS-Daten (11) über die Signale eines LORAN-C-Systems statt.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur
Positionsbestimmung mit Hilfe der Laufzeitunterschiede von Signalen, die
von einer Gruppe von Sendern bekannter Positionen zu bekannten Zeiten
ausgesandt werden.
Verfahren zur Positionsbestimmung der eingangs genannten Art sind zum
Beispiel das sogenannte Global Positioning System (GPS), das russische
GLONASS System (Global Orbiting Navigation Satellite System) und das
LORAN-C System (LOng RAnge Navigation). Hierbei handelt es sich um
Netze mit ursprünglich rein militärischer Nutzung, welche in den vergan
genen Jahren auch für eine zivile Anwendung zur Verfügung gestellt wur
den.
Das GPS-System erlaubt dabei grundsätzlich eine Positionsbestimmung
mit sehr hoher Präzision. Da es allerdings auf Signalen mit einer Träger
frequenz im Mikrowellenbereich beruht, ist ein Sichtkontakt des Benutzers
zu mindestens vier Satelliten erforderlich. Diese Bedingung kann jedoch
oft nicht eingehalten werden, wenn sich der Benutzer zum Beispiel in Ge
bäuden, in Häuserschluchten oder in Bereichen mit dichtem Pflanzenbe
wuchs befindet. Außerdem wird die zivile Nutzung des GPS-Systems da
durch erschwert, dass von den Betreibern der Satelliten gezielt Fehler in
die Signale eingefügt werden, um die Präzision der Positionsbestimmung
bei öffentlichen Nutzern zu begrenzen und die maximal erreichbare Präzi
sion der militärischen Nutzung vorzubehalten. Zur Behebung des zuletzt
genannten Problems ist es bekannt, dass ortsfeste Stationen am Boden
mit genau bekannter Position Korrekturdaten ausrechnen (sogenanntes
"Differential GPS", DGPS) mit deren Hilfe die fehlerbehafteten GPS-
Positionsbestimmungen korrigiert werden können. Damit können auch
zivile Nutzer eine höhere Präzision der Positionsbestimmung erreichen.
Die genannten DGPS-Signale werden derzeit jedoch nur in begrenzten
Regionen und für geschlossene Benutzergruppen zur Verfügung gestellt.
Das LORAN-C-Netzwerk besteht aus einer Kette von festen Sendestatio
nen am Boden, von welchen Signale im Langwellenbereich ausgesendet
werden. Diese Signale setzen aufgrund ihrer Ausbreitungseigenschaften
zwar nicht unbedingt einen Sichtkontakt des Benutzers zur Sendequelle
voraus, jedoch ist die Versorgung mit derartigen Signalen nicht flächen
deckend, so dass nicht an jedem Ort der Erde eine Positionsbestimmung
mit einem derartigen System möglich ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, eine Vorrichtung und ein
Verfahren der eingangs genannten Art derart zu verbessern, dass eine
möglichst flächendeckende, weltweite Positionsbestimmung auch in unzu
gänglichen Umgebungen mit großer Präzision möglich ist.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den in Anspruch 1 genannten
Merkmalen gelöst.
Das Verfahren zur Positionsbestimmung arbeitet dabei auf der Basis von
Laufzeitunterschieden von Signalen, bei denen es sich vorzugsweise um
elektromagnetische Wellen handeln kann. Die Signale werden von einer
Gruppe von Sendern mit bekannten Positionen zu bekannten Zeiten aus
gesandt, so dass aus den Zeitpunkten des Eintreffens aller oder eines
Teils der Signale beim Empfänger beziehungsweise aus den Laufzeiten
dieser Signale zum Empfänger die Position des Empfängers im Raum be
rechnet werden kann. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass zu
der Gruppe der Sender sowohl Sender am Boden als auch Sender auf
Satelliten gehören. Bei den Satelliten handelt es sich dabei vorzugsweise
um geostationäre Satelliten.
Durch die Kombination von Sendern am Boden und im Weltraum werden
gegenüber den bekannten Systemen mit Sendern, die entweder nur im
Weltraum oder nur am Boden angeordnet sind, verschiedene Vorteile er
zielt. Zum einen erhöht sich (bei der Kombination bestehender bodenge
stützter beziehungsweise bestehender satellitengestützter Systeme) die
Anzahl der zur Verfügung stehenden Sender, so dass allein aus diesem
Grunde auf einer größeren Fläche die notwendige Mindestanzahl von
Sendern zur Positionsbestimmung zur Verfügung steht. Darüber hinaus
steigt auch die Präzision der Positionsbestimmung mit zunehmender An
zahl der an einem Ort empfangbaren Sender. Aufgrund der Beteiligung
von auf Satelliten befindlichen Sender wird dabei eine große Flächendec
kung gewährleistet. Weiterhin machen sich vorteilhafte Synergieeffekte
bemerkbar, wenn es Teilgruppen unter den Sendern gibt, mit denen je
weils eine Positionsbestimmung verschiedener Präzision möglich ist. Da
bei können die Signale von den Sendern, die eine höhere Präzision der
Positionsbestimmung erlauben, verwendet werden, um das Ergebnis der
Berechnungen aus den Signalen der Sender geringerer Präzision zu ver
bessern. In Situationen, in denen dann nur Sender geringerer Präzision
zur Verfügung stehen, kann deren effektive Präzision mit Hilfe der frühe
ren präziseren Messungen verbessert werden.
Gemäss Anspruch 2 senden die am Boden befindlichen Sender vorzugs
weise elektromagnetische Signale im Langwellenbereich aus. Hierbei
kann es sich insbesondere um den Bereich von ca. 50 bis 500 kHz, be
sonders bevorzugt 80 bis 120 kHz, handeln. Derartige Signale haben den
Vorteil, dass sie in einem gewissen Ausmaß Bodenkonturen folgen, so
dass sie auch in nicht direkt zugänglichen Umgebungen empfangen wer
den können. Das oben erwähnte LORAN-C System arbeitet mit bodenge
stützten Sendern in einem derartigen Frequenzbereich.
Gemäss Anspruch 3 senden die auf Satelliten befindlichen Sender vor
zugsweise elektromagnetische Signale im Mikrowellenbereich. Dabei kann
es sich vorzugsweise um den Bereich von 500 bis 6000 MHz, besonders
bevorzugt 1000 bis 2000 MHz, handeln. Derartige Signale breiten sich im
wesentlichen geradlinig aus, so dass sie für den Empfang einen direkten
Sichtkontakt zwischen Empfänger und Sender voraussetzen. Das ein
gangs genannte GPS-System arbeitet mit satellitengestützten Sendern in
einem derartigen Frequenzbereich.
Bei einer Weiterentwicklung der Erfindung gemäss Anspruch 4 wird für
mindestens einen Referenzort bekannter Position aus Signalen von (allen
oder einigen) Sendern der Gruppe der Sender zunächst die Position des
Referenzortes berechnet. Sodann wird die Positionsdifferenz zwischen der
so berechneten Position und der bekannten tatsächlichen Position des
Referenzortes bestimmt, und schließlich wird dem Signal mindestens ei
nes Senders der Gruppe von Sendern eine Information hinzugefügt, wel
che eine Korrektur der Positionsdifferenz erlaubt. Das heißt, dass das
Verfahren zur Positionsbestimmung am Referenzort überprüft wird und
dass in Abhängigkeit vom Ergebnis der Überprüfung Informationen aus
gesendet werden, die an anderen Orten eine Korrektur der Positionsbe
stimmung erlauben. Auf diese Weise können systematische Fehler bei der
Positionsbestimmung reduziert beziehungsweise nachträglich ausgegli
chen werden. Vorzugsweise findet ein derartiger Vergleich von gemesse
nen Positionen mit tatsächlichen (bekannten) Positionen an mehreren
Referenzorten verteilt über die Erde statt, wobei die von den jeweiligen
Referenzorten zur Verfügung gestellte Korrekturinformation dann nur in
einem lokalen Bereich um den jeweiligen Referenzort herum Gültigkeit
hat. Ein derartiges Verfahren gemäss Anspruch 4 besitzt also eine Selbst
kontrolle, mit deren Hilfe die Präzision der Positionsbestimmung erhöht
werden kann. Bei Integration des eingangs genannten GPS-Systems in
ein derartiges Verfahren kann das Korrektursignal insbesondere das oben
genannte DGPS-Signal sein, welches dann über (mindestens) einen Sen
der der Gruppe der Sender zur Verfügung gestellt wird. Insbesondere
kann das Korrektursignal von einem bodengestützten Sender im Lang
wellenbereich ausgesandt werden, wobei es sich zum Beispiel um einen
zum LORAN-C-System gehörenden Sender handeln kann.
Bei einer Weiterentwicklung der Erfindung gemäss Anspruch 5 wird bei
der aktuellen Positionsbestimmung die Positionsbestimmung zu minde
stens einem zurückliegenden Zeitpunkt berücksichtigt. Auf diese Weise
können zum einen zufallsbedingte Schwankungen im Ergebnis der Positi
onsbestimmung reduziert werden, da sie sich im Wege einer zeitlichen
Mittelwertbildung gegenseitig aufheben. Darüber hinaus ist es möglich,
dass bei einer veränderlichen Empfangbarkeit von Signalen der Ausfall
solcher Sender, deren Signale eine hohe Präzision der Positionsbestim
mung erlauben, in Grenzen ausgeglichen werden kann. Dies geschieht,
indem die nachfolgenden Positionsbestimmungen mit Signalen von Sen
dern geringerer Präzision ausgehend von dem zuletzt bestimmten Wert
maximaler Präzision erfolgen. Zu diesem Zweck ist es bevorzugt, dass die
Positionsbestimmungen der zurückliegenden Zeitpunkte mit einem um so
größeren Gewicht berücksichtigt werden, je kürzer der jeweilige Zeitpunkt
zurückliegt und/oder je präziser die Positionsbestimmung zu dem in Rede
stehenden zurückliegenden Zeitpunkt war. Das Verfahren enthält somit
eine Art Selbstkalibrierung, welche auf den Positionsbestimmungen maxi
maler Präzision beruht.
Nach Anspruch 6 gehört zur Erfindung weiterhin eine Vorrichtung zur
Durchführung des oben genannten Verfahrens, welche folgende Elemente
enthält:
- - mindestens einen ersten Empfänger für die Signale einer ersten Teilgruppe der Sender;
- - mindestens einen zweiten Empfänger für die Signale einer zweiten Teilgruppe der Sender;
- - eine Datenverarbeitungseinheit zur Bestimmung der Position aus den vom ersten und/oder zweiten Empfänger übermittelten Daten.
Mit einer derartigen Vorrichtung ist es möglich, Signale von Sendern aus
verschiedenen Systemen über einen jeweils dafür ausgebildeten Empfän
ger zu empfangen. So kann zum Beispiel der erste Empfänger Signale
aus dem GPS-System empfangen, während der zweite Empfänger dem
LORAN-C-System zugeordnet ist. In der Datenverarbeitungseinheit wer
den dann die empfangenen Signale zusammengeführt und kombiniert,
wobei sowohl eine Kombination von jeweils unabhängig voneinander be
stimmten Positionsdaten als auch von Rohdaten möglich ist. Die Kombi
nation von Rohdaten hat den Vorteil, dass nicht aus jeder der beiden Teil
gruppen der Sender eine Mindestanzahl von Sendern ausreichend gut
empfangen werden muss, um zwei unabhängige Positionsbestimmungen
zu erlauben. Vielmehr reicht es, wenn die aus beiden Teilgruppen zu
sammengenommene Gesamtzahl der Sender ausreicht, um eine kombi
nierte Positionsbestimmung durchzuführen. Dabei kann auch der Fall ein
treten, dass aus einer Teilgruppe überhaupt kein Sender empfangen wird.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen mit
Hilfe der Figuren erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 das Prinzip des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 2 das erfindungsgemäße Verfahren bei Kombination von Positions
daten aus zwei Systemen;
Fig. 3 das erfindungsgemäße Verfahren bei Kombination von Rohdaten
aus zwei Systemen.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Verkehrstelematik- und Navigati
onsgeräten in Kraftfahrzeugen gewinnt die Ortungs-Funktionalität immer
mehr an Bedeutung. Verstärkt kommen hierbei Ortungsempfänger für das
NAVSTAR Global Positioning System (GPS) zum Einsatz, die durch Lauf
zeitmessungen zu mindestens vier GPS-Satelliten eine dreidimensionale
Positionsbestimmung erlauben. Im Sinne einer hohen Systemintegrität
wird für diese Empfänger eine möglichst hohe Positionsgenauigkeit und
Verfügbarkeit gefordert.
Besonders im innerstädtischen Bereich ("urban canyon") und auf Straßen
unter dichtem Laubbewuchs (Landstraßen, Alleen) tritt bisher mangels
Sichtkontakt zu einer ausreichenden Anzahl von Satelliten eine deutliche
Reduktion der Verfügbarkeit der GPS-Positionsdaten auf, die in einigen
Applikationen (z. B. Navigationssysteme, sicherheitskritische Verkehrs
telematik-Dienste) die Verwendung zusätzlicher Sensorik und eine niedri
ge Priorisierung der GPS-Information erforderlich macht. Um die Wettbe
werbsfähigkeit zukünftiger Navigations- und Verkehrstelematiksysteme zu
sichern, ist eine deutliche Reduzierung der Systemkosten erforderlich. In
diesem Sinne wird eine wesentliche Reduzierung der erforderlichen Sen
sorik angestrebt, was eine höhere Priorisierung des GPS-Sensors und
damit auch erhöhte Anforderungen an die Genauigkeit und an die Verfüg
barkeit der GPS-Positionsausgaben bedeutet.
Ein bekanntes Verfahren zur Erhöhung der Genauigkeit der GPS-
Positionsdaten stellt das Differential GPS (DGPS) dar, bei dem von einer
stationären Referenzstation mit bekannter Position Korrekturwerte für die
empfangenen Satelliten berechnet und in Echtzeit über eine Telemetrie-
Verbindung an die mobilen Nutzer übermittelt werden. Durch Berücksichti
gung dieser Korrekturwerte in der Navigationslösung der mobilen Empfän
ger können alle korrelierten Fehler (d. h. die im Überdeckungsbereich der
Referenzstation konstanten Fehler) eliminiert und damit die Genauigkeit
der GPS-Position des mobilen Nutzers deutlich gesteigert werden. Bisher
wird das DGPS-Verfahren überwiegend für geodätische Zwecke einge
setzt, wobei die Referenzstation von dem Nutzer bzw. den Nutzergruppen
lokal betrieben wird. Ein europaweit flächendeckender DGPS-Service, der
für eine Anwendung des DGPS-Verfahrens in Massenanwendungen er
forderlich wäre, ist bisher nicht verfügbar.
Das LORAN-C (LOng RAnge Navigation) System geht auf eine Entwick
lung des United States Department of Defense zurück und ist 1974 nach
nahezu 20-jähriger rein militärischer Nutzung auch den zivilen Nutzern zur
Verfügung gestellt worden. Es handelt sich um ein zweidimensionales
Langwellennavigationssystem (Frequenz 100 kHz) mit einer Reichweite je
Sendestation von ca. 1000 NM für die Bodenwelle. Das System war ur
sprünglich als Navigationssystem für die Marine vorgesehen. Zur Zeit gibt
es weltweit 21 LORAN-C Ketten, wobei der westeuropäische Raum von 4
Ketten mit insgesamt 9 Stationen überdeckt wird. 1992 wurde eine Ver
einbarung zwischen sechs europäischen Ländern (Dänemark, Irland,
Frankreich, Norwegen, Niederlande und Deutschland) zum Ausbau und
Betrieb eines zivilen und kostenfreien LORAN-C Systems getroffen (NELS
North European LORAN-C System).
EUROFIX stellt ein an der TU Delft, Niederlande, entwickeltes System dar,
bei dem Daten durch Phasenmodulation über das LORAN-C Signal über
tragen werden können.
Die vorliegende Erfindung beruht auf einem Empfängerkonzept, das durch
eine enge Verknüpfung der GPS- und LORAN-C-Signalverarbeitung so
wohl die Genauigkeit als auch die Verfügbarkeit der resultierenden Positi
onsausgabe gegenüber einem herkömmlichen GPS-Empfänger deutlich
verbessert.
Fig. 1 zeigt die grundsätzliche Verknüpfung eines GPS-Empfängers 10
und eines LORAN-C Empfängers 12. Mit den aus isolierten Anwendungen
bekannten Verfahren werden sowohl im GPS-Empfänger 10 als auch im
LORAN-C Empfänger 12 die für eine Navigationslösung erforderlichen
Daten gewonnen, über Datenleitungen 13 (LORAN-C) bzw. 16 (GPS) an
einen Mikroprozessor 14 weitergeleitet und dort zu einer kombinierten Po
sitionslösung 15 verarbeitet.
Gleichzeitig werden die dem LORAN-C Signal aufmodulierten DGPS-
Daten, die von einer Referenzstation mit exakt bekannter Position be
stimmt und vorzugsweise über einen Phasenmodulator gemäß dem
EUROFIX-System senderseitig auf das LORAN-C Signal moduliert wur
den, vom LORAN-C Empfänger 12 demoduliert und dem GPS-
Empfänger 10 über die Datenleitung 11 zur Fehlerkorrektur der Laufzeit
messungen zu den GPS-Satelliten zugeführt.
Der Empfang und die Verarbeitung von DGPS-Daten in dem kombinierten
Empfänger steigert die Genauigkeit der GPS-Navigationsdaten und damit
auch der kombinierten Positionslösung gegenüber herkömmlichen GPS-
Empfängern. Die kombinierte Verarbeitung der Navigationsdaten von GPS
und LORAN-C liefert dagegen eine erhöhte Verfügbarkeit der Positions
ausgabe, da zum einen durch die gemeinsame Verarbeitung von GPS-
und LORAN-C-Signalen die Anzahl der für eine Positionsbestimmung
verwendbaren Signale steigt, zum anderen durch die verschiedenen Fre
quenzbänder der Trägerfrequenzen und den damit verbundenen Unter
schieden in dem Ausbreitungsverhalten der Signale teilweise konträre
Verfügbarkeiten von GPS- bzw. LORAN-C-Signalen vorliegen. So besteht
im GPS System wegen der gewählten Satellitenkonstellation grundsätzlich
eine weltweite Verfügbarkeit von mindestens vier Satellitensignalen, auf
grund der Trägerfrequenz im Mikrowellenbereich (1575,42 MHz) und der
damit verbundenen geradlinigen Wellenausbreitung ist der Nutzer jedoch
auf direkten Sichtkontakt zu den Satelliten angewiesen, was gerade in
schwierigen topographischen Umgebungen und in innerstädtischen Berei
chen zu häufigen Signalabschattungen führt. Das LORAN-C System weist
dagegen durchaus Bedeckungslücken auf, in denen weniger als die für
eine LORAN-C Hyperbel-Navigationslösung erforderlichen 3 Sender
empfangen werden. Aufgrund der Signalfrequenz im Langwellenbereich
(100 kHz) folgt die Bodenwelle des LORAN-C Signals in einem gewissen
Umfang künstlichen und natürlichen Konturen im Ausbreitungsweg, so
dass auch in schwierigen Empfangsumgebungen (Innenstadt, Gebirge)
ein Signalempfang möglich ist.
Die Verknüpfung der GPS-Daten und der LORAN-C-Daten kann auf Basis
von Positionsdaten oder auf Basis von Rohdaten erfolgen. Bei einer Ver
knüpfung der LORAN-C- und GPS-Positionsdaten werden aus den unter
schiedlichen Empfangssignalen in den jeweiligen Empfängern 10, 12 nach
bekannten Verfahren jeweils eine LORAN-C- und eine GPS-Position be
stimmt, die in einem nachfolgenden Prozess verknüpft werden. Bei dieser
losen System-Verkopplung müssen in jedem Subsystem die für eine Posi
tionslösung mindestens erforderliche Anzahl an Empfangssignalen emp
fangen werden.
Fig. 2 beschreibt die Verknüpfung von GPS und LORAN-C auf Basis von
Positionsdaten. Der LORAN-C Empfänger 12 berechnet bei 19 aus den
LORAN-C Rohdaten eine Position POS1(T1) zum Zeitpunkt T1, während
der GPS-Einpfänger 10 aus den GPS Rohdaten unter Berücksichtigung
des DGPS-Signals 11 eine Position POS2(T2) zum Zeitpunkt T2 berech
net. Die Bestimmung der LORAN-C Position kann dabei entweder im kon
ventionellen Differenzlaufzeitverfahren (Hyperbelnavigation) oder aber
auch durch Bestimmung der Schrägentfernungen zu verschiedenen Sen
destationen (Rho-Rho-Mode) bestimmt werden. Da die Erfassung der
Rohdaten und die daraus resultierende Berechnung der Positionsdaten
unsynchronisiert zwischen den beiden Subsystemen erfolgt, müssen die
Rohdaten des höherfrequenten Prozesses, in diesem Fall die LORAN-C
Rohdaten, auf den Referenzzeitpunkt T2 der Positionsdaten des nieder
frequenten Prozesses, in diesem Fall die GPS Positionsdaten, extrapoliert
werden (ROH1(T2) in Feld 19), so dass daraus LORAN-C Positionsdaten
POS1(T2) zum Referenzzeitpunkt T2 bestimmt werden können.
Durch einen Vergleich bzw. eine Differenzbildung der GPS- und
LORAN-C-Positionen zum Zeitpunkt T2 wird in Schritt 21 eine Kalibrie
rungsgröße A für die LORAN-C Positionen berechnet, so dass die
LORAN-C Position mit einer den GPS-Positionsdaten vergleichbaren Ge
nauigkeit vorliegt.
An der Stelle 22 wird eine Kalibrierung der LORAN-C Positionen auf die
GPS-Positionen vorgesehen, da durch die Verwendung von
DGPS-Korrekturdaten die GPS-Positionen um mindestens eine Größen
ordnung genauer sind als die LORAN-C Positionen. Bei der Kalibrierung
kann eine sogenannte Graceful Degradation vorgesehen werden, durch
die der Einfluss der Kalibrierungsgröße bei langen GPS-Ausfällen langsam
reduziert und somit ein integraler Kalibrierungsfehler verhindert wird.
Ist bei der Abfrage 23 eine GPS Position POS2 verfügbar, so wird diese in
Schritt 24 von dem kombinierten GPS/LORAN-C Empfänger ausgegeben.
Der LORAN-C Empfänger 12 wird in diesem Fall nur für den Empfang und
die Demodulierung der DGPS-Daten 11 benötigt. Liegt kein GPS-
Empfang, jedoch LORAN-C Empfang vor, so wird die auf die letzte ver
fügbare (D)GPS-Positionslösung kalibrierte LORAN-C Position POS1 in
Schritt 25 ausgegeben. Es ist denkbar, dass in diesem Fall die LORAN-C
Positionsdaten synchronisiert auf die Empfangszeitpunkte der LORAN-C
Rohdaten (T1) ausgegeben werden oder synchronisiert und damit extra
poliert auf die hochgerechneten Empfangszeitpunkte der GPS-Rohdaten
(T2). In dem Fall einer Synchronisation auf die GPS-Empfangszeitpunkte
muss eine Echtzeituhr im Empfänger verfügbar sein, mit deren Hilfe man
auch bei fehlendem GPS-Empfang die hypothetischen Empfangszeit
punkte der GPS Rohdaten berechnen kann.
Gemäß Fig. 3 ist eine weitere Performancesteigerung durch eine Ver
knüpfung der GPS- und LORAN-C-Empfänger auf Rohdatenbasis zu er
zielen. In diesem Fall werden die Rohdaten beider Systeme zusammen
geführt und für eine gemeinsame Lösung einer Positionsgleichung benutzt,
ohne dass eine getrennte, eigenständige dreidimensionale Positi
onslösung der beiden Systeme verfügbar sein muss. Fig. 3 zeigt den
grundsätzlichen Ablauf der Kombination des GPS-Empfängers 10 und
LORAN-C-Empfängers 12 auf Rohdatenbasis. Die LORAN-C Rohdaten
ROH1(T1) werden in Schritt 26 gespeichert und auf die Empfangszeit
punkte T2 der GPS-Rohdaten (niederfrequenterer Prozess) extrapoliert
(ROH1 (T2)). Aus diesen synchronisierten Rohdaten ROH1 (T2) und
ROH2(T2) werden in Schritt 27 die unbekannten Variablen der Nutzerpo
sition POS(T2) bestimmt. Werden mit dem LORAN-C Empfänger 12 Zeit
differenzen (zwischen Master- und Nebenstation) gemessen, so müssen
in der kombinierten Navigationslösung die Koordinaten der Nutzerposition
in den drei Raumrichtungen (x, y, z) und der Uhrenfehler im
GPS-Empfänger 10 bestimmt werden, so dass mindestens vier Messun
gen zur Bestimmung der Unbekannten benötigt werden. Dabei muss min
destens eine GPS-Messung verfügbar sein, da der auf die GPS-
Referenzzeit bezogene Empfänger-Uhrenfehler nur mit Hilfe einer GPS-
Messung bestimmt werden kann. Werden mit dem LORAN-C Empfänger
Schrägentfernungen (Rho-Rho-Mode) gemessen, so muss zusätzlich der
Empfänger-Uhrenfehler bezogen auf die LORAN-C Referenzzeit bestimmt
werden. In diesem Fall müssen zur Bestimmung der fünf Unbekannten (x,
y, z, ΔtGPS, ΔtLORAN) fünf Messungen verfügbar sein, von denen minde
stens eine GPS-Messung zur Bestimmung des Empfänger-Uhrenfehlers
bezogen auf die GPS-Referenzzeit und eine LORAN-C-Messung zur Be
stimmung des Empfänger-Uhrenfehlers bezogen auf die LORAN-C-
Referenzzeit vorliegen müssen.
Wie oben dargelegt, bietet das hier beschriebene Konzept zur Verknüp
fung der Signalverarbeitung eines LORAN-C Empfängers und eines GPS-
Empfängers die Möglichkeit zur Ausnutzung von ausgeprägten Syner
gieeffekten. Zum einen bietet das auf der Basis des LORAN-C Systems
implementierte EUROFIX-System die Möglichkeit einer europaweiten Ver
sorgung mit DGPS-Korrekturdaten und somit eine beträchtliche Erhöhung
der Genauigkeit der GPS-Positionsdaten. Andererseits erhöht die Verknüpfung
der LORAN-C- und der GPS-Positionsdaten die Verfügbarkeit
für die kombinierte Positionsausgabe und eröffnet somit die Möglichkeit,
die Anforderungen bestehender Navigationssysteme zu einem sehr gün
stigen Preis und mit einem vergleichsweise niedrigen Aufwand zu erfüllen.
Die Ausführung des hier beschriebenen Konzeptes ist sowohl mit separa
ten GPS und LORAN-C-Empfängern denkbar als auch in einer integrierten
Variante. Der integrierten Lösung kommt jedoch aufgrund der zu erwar
tenden Massenanwendungen eine besondere Bedeutung zu, da sich so
wohl mit modernen GPS-Empfängerkonzepten als auch mit neuesten di
gitalen Rundfunk-Empfängerkonzepten sehr kostengünstige und stark mi
niaturisierte, kombinierte GPS/LORAN-C Empfänger entwickeln lassen.
Ein besonderes Optimierungspotential ergibt sich, wenn die gesamte Si
gnalverarbeitung für den GPS- und den LORAN-C-Empfängerzweig inklu
sive der verknüpfenden Algorithmen auf einem ausreichend leistungsfähi
gen µ-Prozesssor implementiert werden. In diesem Fall würde sich der
Aufwand und die Komplexität in den GPS- bzw. LORAN-C-Frontends dra
stisch reduzieren.
Claims (6)
1. Verfahren zur Positionsbestimmung mit Hilfe der Laufzeitunter
schiede von Signalen, die von einer Gruppe von Sendern be
kannter Position zu bekannten Zeiten ausgesandt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gruppe der Sender sowohl
Sender am Boden als auch Sender auf Satelliten enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sender am Boden elektroma
gnetische Signale im Langwellenbereich, vorzugsweise im Bereich
von 50 bis 500 kHz, aussenden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sender auf Satelliten elektro
magnetische Signale im Mikrowellenbereich, vorzugsweise im Be
reich von 500 bis 6000 MHz, aussenden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass für mindestens einen Referenzort
bekannter Position aus Signalen von Sendern der Gruppe die Po
sition des Referenzortes berechnet wird, die Positionsdifferenz
zwischen der so berechneten Position und der bekannten tatsäch
lichen Position des Referenzortes bestimmt wird, und dass dem
Signal mindestens eines Senders der Gruppe eine Information
hinzugefügt wird, welche eine Korrektur der Positionsdifferenz er
laubt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Positionsbestimmung zu min
destens einem zurückliegenden Zeitpunkt bei der aktuellen Positi
onsbestimmung berücksichtigt wird, und zwar vorzugsweise mit
um so größerem Gewicht, je kürzer der Zeitpunkt zurückliegt
und/oder je präziser die Positionsbestimmung beim zurück
liegenden Zeitpunkt war.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der An
sprüche 1 bis 5, enthaltend
- - einen ersten Empfänger (10) für die Signale einer ersten Teilgruppe der Sender,
- - einen zweiten Empfänger (12) für die Signale einer zwei ten Teilgruppe der Sender,
- - eine Datenverarbeitungseinheit (14) zur Bestimmung der Position aus den vom ersten und/oder vom zweiten Emp fänger übermittelten Daten.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10015305A DE10015305A1 (de) | 2000-03-28 | 2000-03-28 | Vorrichtung und Verfahren zur Positionsbestimmung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10015305A DE10015305A1 (de) | 2000-03-28 | 2000-03-28 | Vorrichtung und Verfahren zur Positionsbestimmung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10015305A1 true DE10015305A1 (de) | 2001-10-04 |
Family
ID=7636640
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10015305A Withdrawn DE10015305A1 (de) | 2000-03-28 | 2000-03-28 | Vorrichtung und Verfahren zur Positionsbestimmung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10015305A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10239952A1 (de) * | 2002-08-30 | 2004-03-25 | Honeywell Regelsysteme Gmbh | Satellitenbasiertes Navigationsverfahren |
| DE102006038856A1 (de) * | 2006-08-20 | 2008-02-21 | Symeo Gmbh | Vorrichtung und Verfahren zur Positions- und/oder Geschwindigkeitsbestimmung, insbesondere unter Einsatz von Absolutlaufzeiten und Laufzeitunterschieden von Signalen |
| CN103592659A (zh) * | 2013-11-25 | 2014-02-19 | 中国人民武装警察部队工程大学 | 一种长波asf测量方法 |
| CN110646817A (zh) * | 2019-05-09 | 2020-01-03 | 一飞智控(天津)科技有限公司 | 计算定位误差的方法和高精度定位方法 |
-
2000
- 2000-03-28 DE DE10015305A patent/DE10015305A1/de not_active Withdrawn
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| US7161532B2 (en) | 2002-08-30 | 2007-01-09 | Honeywell Regelsysteme Gmbh | Satellite navigation method |
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