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Verfahren zum Konservieren von Lebensmitteln, pharmazeutischen oder
kosmetischen Produkten, Naturstoffen u. dgl. Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zum Konservieren von Lebensmitteln, pharmazeutischen oder kosmetischen Produkten,
Naturstoffen u. dgl. unter Verwendung von chemischen Konservierungsmitteln, die
in wäßrigen Lösungen schwer löslich sind.
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Bekannte chemische Konservierungsmittel dieser Art sind beispielsweise
Benzoesäure und ihre Derivate, Sorbinsäure, Dehydracetsäure, Kresole, gechlorte
Phenole und deren Abkömmlinge, verschiedene Oxydiphenylmethanderivate u. dgl. Diese
Stoffe haben den besten Konservierungseffekt im sauren Bereich bei einem bestimmten
pH-Wert, bei welchem sie in freier im wesentlichen undissoziierter Säureform vorliegen.
Bekannt sind z. B. Papiere für Konservierungszwecke, die mit Benzoesäure oder Salizylsäure
getränkt sind oder auch zusätzlich lösliche Salze dieser Säuren oder Benzoesäureglyzerid
enthalten.
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Die konservierende Wirkung und Anwendungsmöglichkeit solcher Papiere
sind gering. Es wird vielmehr angestrebt, das Konservierungsmittel gleichmäßig in
dem zu konservierenden Gut zu verteilen. Da diese Jedoch in der im wesentlichen
undissoziierten Säureform im Wasser schwer löslich sind, macht es gewisse Schwierigkeiten,
sie in dem zu konservierenden Gut gleichmäßig zu verteilen. Man hat sich bisher
so geholfen, daß man die Konservierungsmittel in Form ihrer leichtlöslichen Alkali-
oder Erdalkaiisalze anwendet. Man stellt aus diesen Salzen eine konzentrierte Stammlösung
her, rührt diese in das zu konservierende Gut ein und bringt anschließend durch
Zusatz von Säure das Konservierungsmittel in die freie Säureform, wobei infolge
der Anwesenheit der Wasserstoffionen der zugesetzten Säure die Dissoziation des
Konservierungsmittels zurückgedrängt wird.
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Obwohl diese Methode einen gewissen Forschritt brachte, konnte sie
doch nicht völlig befriedigen, und zwar hauptsächlich aus folgenden Gründen: Es
kommt häufig vor, daß das zu konservierende Gut schon für sich sauer ist, aber doch
noch nicht den für die Konservierung erforderlichen optimalen pH-Wert besitzt. In
diesem Falle wird beim Zusatz der Salzlösung des Konservierungsmittels zu dem Konservierungsgut
die schwerlösliche Säure in groben Flocken gefällt und geht für die Konservierung
praktisch verloren. Man hat versucht, diesem Übelstand dadurch zu begegnen, daß
man die Salzlösung des :Mittels in sehr verdünntem Zustand anwendete, wobei man
eine starke Volumenvergrößerung in Kauf nehmen und das überschüssige Wasser wieder
wegkochen mußte.
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Weitere Schwierigkeiten ergeben sich besonders beim Konservieren von
stückigem Gut, das schwach sauer reagiert und dessen Wassergehalt nicht wesentlich
vergrößert werden darf. Beim Zusatz der Salzlösung des Konservierungsmittels bilden
sich an den Grenzflächen festflüssig des Konservierungsgutes unlösliche Niederschläge,
die das Eindringen der Lösung verhindern oder erschweren. Schließlich soll auch
auf die Schwierigkeit der bisherigen Arbeitsweise bei der Konservierung von Stoffen
hingewiesen werden, die einen pH-empfindlichen Farbstoff enthalten. Bei alkaliempfindlichen
Farbstoffen, die in dem Konservierungsgut, beispielsweise Pflanzen oder Früchten,
enthalten sein können, können durch die Behandlung mit den Alkalisalzen des Konservierungsmittels
infolge hydrolytischer Spaltung der Salze irreversible Farbveränderungen auftreten,
die gelegentlich das ganze Konservierungsgut unbrauchbar machen.
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dem diese Nachteile und
Schwierigkeiten ausgeschaltet sind. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß
man dem zu konservierenden Gut ein auf einem Träger, wie Celluloseester oder -äther,
Pektinstoffe, Glykogen, Inulin, Stärke und Stärkeabbauprodukte, wie Dextrin, Pentosane,
Lychenin, Hemicellulosen, Eiweißstoffen
u. dgl., in feinverteilter
Form niedergeschlagenes damisches Konservierungsmittel des beschriebenen Typs und
gegebenenfalls eine leichtlösliche Säure zur Einstellung des für die Konservierung
optimalen p.H-Wertes zusetzt. Das in dieser Form verwendete Konservierungsmittel
ist nun unabhängig von der Azidität des zu konservierenden Gutes. Der Dissoziationsgrad
des Konservierungsmittels -wird beim Einrühren minimal geändert, das Konservierungsmittel
bleibt optimal dissoziiert, und es kann unter den vorteilhaftesten Vbraussetzungen
zur Wirkung kommen.
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Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß man
dem zu konservierenden Gut eine Emulsion bzw. Suspension zusetzt, die das auf dem
Träger niedergeschlagene Konservierungsmittel, die zur Einstellung des optimalen
pl,-Wertes im Konservierungsgut notwendige Säuremenge und ein Salz dieser Säure
enthält. Diese Suspension wird in einem einzigen Arbeitsgang hergestellt, indem
man eine Salzlösung des Konservierungsmittels, z. B. eine Natriumbenzoatlösung,
mit der Säure, z. B. Essigsäure, in Gegenwart des Trägers zweckmäßig unter starkem
mechanischem Rühren umsetzt. Dabei schlägt sich die freie Benzoesäure auf dem Träger
in feinverteilter Form nieder, und es bildet sich die äquivalente Menge Natriumacetat.
Die frei bleibende Essigsäure ist so bemessen, daß sie zur Einstellung des optimalen
p,1-Wertes im Konservierungsgut ausreicht.
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In manchen Fällen ist es zweckmäßig, die -Salzlösung des Konservierungsmittels
mit einem Gemisch zweier oder mehrerer Säuren umzusetzen. In der ererhaltenen Suspension
können dann Salzgemische erhalten werden, die als Puffer zur Einstellung des gewünschten
pH-Wertes dienen. Ebenso können auch verschiedene Salze des Konservierungsmittels,
z. B. die Natrium- und Kalium- oder Calciumsalze, bzw. auch Salze verschiedener
saurer Konservierungsmittel verwendet werden.
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In den folgenden Ausführungsbeispielen wird das Verfahren genauer
erläutert: Beispiel 1 Zum Einlegen einer Menge von 80 kg Gurken wird ein Aufguß
von. 40 1 vorbereitet, der aus etwa 11/2°/o Essig, Gewürze und eventuell Salz besteht.
Zur Konservierung setzt man dem Aufguß eine der folgenden Mischungen zu a) ein Gemisch
von 61 g Benzoesäure, niedergeschlagen auf 24 g Celluloseester, 90 g Ameisensäure,
34 g Natriumformiat und 400 g Wasser; b) ein Gemisch von 75 g p-Oxybenzoesäuremethylester,
niedergeschlagen auf 25 g Gelatine, 20 g Citronensäure, 95 g Natriumcitrat in 500
g Wasser; c) ein Gemisch von 85 g Dehydracetsäure, 40 g Celluloseäther, 80 g Ameisensäure,
35 g Natriumformiat in 700 ml Wasser.
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Beispiel 2 Zum Einlegen von 50 kg geschnittenen Kürbisstücken werden
diese mit 50 kg Wasser übergossen. Zur Konservierung setzt man dem Aufguß eine der
folgenden Mischungen zu: a) ein Gemisch von 140g p-Oxybenzoesäure, niedergeschlagen
auf 30 g Celluloseester, 80 g Weinsäure, 190 g Natriumtartrat in 1000 g Wasser;
b) ein Gemisch von 100 g Chlorbenzoesäure, niedergeschlagen auf 30 g Stärke, 10
g Salzsäure, 39g Kochsalz in 350 g Wasser. Beispiel 3 Zum Frischhalten von 30 kg
Serumfibrin werden diese mit 51 Wasser übergossen. Zur Konservierung setzt man eine
der folgenden Mischungen zu: a) ein Gemisch von 170g o-phenylphenol, niedergeschlagen
auf 50 g Dextrin, 5 g Salzsäure, 60 g Natriumchlorid in 1000 g Wasser; b)
ein Gemisch von 140 g Pentachlorphenol, niedergeschlagen auf 60 g Celluloseäther,
100 g Ameisensäure, 136 g Natriumformiat in 1000 ml Wasser; c) ein Gemisch aus 280
g p-Chlormetakresol, niedergeschlagen auf 100 g Celluloseester, 20 g Salzsäure,
140 g Salz und 21 Wasser.
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Beispiel Für die Konservierung von 100 kg Hustensirup, der einen PH-Wert
von 6,5 aufweist, bereitet man eine Mischung in folgender Weise vor: Man löst 180g
Natriumbenzoat in 500g Wasser, bringt 35 g Cellulosemethylester als Träger in die
Lösung ein und setzt dann unter Rühren mit einem starken Rührwerk (4000 bis. 6000
Touren) 300 g einer 50o/oigen Ameisensäure zu. - Nachdem die ganze Ameisensäure
zugesetzt ist, hat sich die freie Benzoesäure auf dem Träger -in feinverteilter
Form niedergeschlagen; die Mischung enthält jetzt noch 80 g freie Ameisensäure.
Nach Zusatz dieser Mischung zu dem Hustensirup erniedrigt sich dessen pH-Wert auf
ungefähr 3, was das Optimum für den Konservierungseffekt des p-Oxybenzöesäuremethylesters
darstellt.