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Maschine zum Einsetzen von Befestigungsmitteln in Schuhwerk In der
Patentanmeldung P 11056 VII / 71 c ist eine Maschine zum Einsetzen von Befestigungsmitteln
in Schuhwerk beschrieben, in welcher ein von einem Vorrat zugeführter Draht durch
einen schlagartig vorschnellenden Mitnehmer zum Bilden von sich in der Brandsohle
des Werkstückes ösenförmig verankernden Haken an einer Ablenkvorrichtung entlang
in das Werkstück gestoßen, oberhalb der Befestigungsstelle abgeschnitten und das
aus dem Werkstück hervorstehende Ende des Drahtes schließlich durch eine in schräger
Richtung gegen den Haken wirkende Kraft umgebogen wird.
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In der praktischen Ausführung dieser Maschine wird der Draht in der
durch die Mitte des Mitnehmers und des Überschiebers gegebenen senkrechten Ebene
des -Maschinenkopfes geführt und eingetrieben. Es wird also in jedem Arbeitsgang
der Maschine ein Haken in den Zwickeinschlag und die Brandsohle eingesetzt, wobei
der Schuh von Hand an den Werkzeugen der Maschine entlanggeführt wird. Hieraus ergibt
sich aber eine verhältnismäßig langsame Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine. Ihrer
Erhöhung sind Grenzen gesetzt, die unter anderem durch die Reibung in den Lagerstellen
und durch die bei erhöhter Geschwindigkeit entsprechend erhöhte Beschleunigungskräfte
gegeben sind und deren Überschreiten zu einem raschen Verschleiß der Maschine führen
würde. Es ist auch nicht möglich, die Maschine größer -bzw. kräftiger zu bauen,
da hierdurch der Vorteil einer einfachen, leichten und billigen Gestaltung wieder
verlorengehen würde.
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Die Erfindung stellt eine Verbesserung bzw. Weiterentwicklung der
in" der Patentanmeldung P 11056 VII/71c wiedergegebenen Maschine insofern dar, als
im Kopf der Maschine die zum Eintreiben einzelner Drahthaken vorgesehene Einrichtung
nunmehr zum mehrfachen, insbesondere zum paarweisen Eintreiben der Haken in an sich
bekannter Weise verdoppelt wird, so daß in jedem Arbeitsgang der Maschine zwei verhältnismäßig
eng nebeneinander liegende und sich im Werkstoff der Brandsohle verankernde Haken
gleichzeitig eingesetzt werden.
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Das gleichzeitige Einsetzen mehrerer Befestigungsmittel ist an sich
bekannt. Außer bei Überhol- und Fersenzwickmaschinen, in denen die .Hammerkörper
zum gleichzeitigen Eintreiben von mehreren Befestigungsmitteln in ihrer normalen
Anordnung zueinander eingerichtet sind, hat man zwecks Einsparens von Arbeitsgängen
die Täkse, die sich beim. Eintreiben auf einem Eisenbeschlag des Leistens vernieten
müssen, beim Zwicken bereits paarweise zugeführt und eingeschlagen. An der Schuhspitze
mußte eines.dieser Befestigungsmittel wegen des an dieser Stell'_ beschränkten Platzes
dann ausgeschaltet werden. Im übrigen herrscht in der Schuhherstellung schon seit
langer Zeit das Bestreben, die den Schuh belastenden und versteifenden Täkse durch
andere Befestigungen, insbesondere Klammern, zu ersetzen.
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Ferner ist es beim Seitenklammerzwicken von Rahmenschuhen bekannt,
auf beiden Seiten des Schuhes gleichzeitig je eine zweischenklige Klammer etwa parallel
zur Brandsohle durch die Nählippe zu treiben, wobei zwecks besseren Befestigens
der Verbindung mitunter noch ein Täks schräg in den Winkel zwischen Nählippe und
Zwickeinschlag eingesetzt wird, der dann vor der weiteren Bearbeitung des Schuhes
wieder entfernt werden muß.
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Der Erfindungsgedanke weicht von diesen bekannten Maschinen insofern
ab, als unter Beibehalten der leichten Bauweise der Maschine und ohne wesentliches
Erhöhen der Arbeitsgeschwindigkeit die in der Hauptpatentanmeldung beschriebene
Maschine dadurch noch leistungsfähiger gestaltet ist, daß die aus einfachem Draht
bestehenden einschenkeligen Haken gleichzeitig mehrfach nebeneinander eingesetzt
werden. Infolge der Biegsamkeit des sehr dünnen. Drahtes können die Haken auch an
stark gekrümmten Stellen, z. B. an der Spitze des Schuhes, ohne gegenseitige Störung
eingesetzt werden.
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Erfindungsgemäß werden die Zuführungs-, Vorschleuder-, Ablenk- und
Eintreibvorrichtungen für mehrere Haken in an sich bekannter Weise derart gemeinsam
im Maschinenkopf zusammengefaßt, daß aus
mehreren zugeführten Drähten
gleichzeitig mehrere nebeneinanderliegende Haken in das Werkstück eingetrieben werden.
Die Anordnung wird vorzugsweise so getroffen, daß der den Draht führende Mitnehmer
breiter ausgebildet wird und die den Vorschub und das Abbiegen des Drahtes bewirkenden
Teile entweder ebenfalls breiter oder doppelt vorgesehen sind. Die durch diese Anordnung
eingesetzten Drahthaken können zu beiden Seiten der bisherigen Arbeitsebene oder
auf einer Seite derselben liegen, wobei die Entfernung der Klammern von der Zange
zu berücksichtigen ist, damit die zuletzt eingesetzten Klammern beim Zangenzug nicht
wieder herausgerissen werden.
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Infolge des gleichzeitigen Einsetzens von zwei Befestigungshaken an
Stelle von einem kann der die Maschine bedienende Arbeiter den Schuh rascher an
den Werkzeugen entlangführen, was einer erhöhten Umlaufzahl der Maschine entspricht.
Dabei können die Hakenpaare weiter als bisher voneinander entfernt eingesetzt werden,
so daß der durch die Verdoppelung der Hakenzahl verursachte Mehrverbrauch an Draht
wieder ganz oder teilweise ausgeglichen wird. Auch besteht der Vorteil, daß der
an der Übergangsstelle vom Ballen zum Gelenk erforderliche sogenannte Ballen- oder
Gelenkzug, der gewöhnlich mit der Handzange zusätzlich ausgeführt wird, durch zwei
Haken besser und sicherer befestigt werden kann als bisher, da die Gefahr des Herausreißens
unter der Spannung des Oberleders um die Hälfte verringert wird.
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Die neue Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung
beispielsweise dargestellt. Es zeigt Fig. 1 den Maschinenkopf, von vorn gesehen,
Fig. 2 die Anordnung der Drahthaken in schaubildlicher Ansicht und Fig. 3 dieselbe
in ihrer Verteilung über den Schuhboden.
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Die Anordnung ist im wesentlichen dieselbe wie in der Hauptpatentanmeldung.
Am unteren Ende des durch eine Kurve vor- und zurückbewegten Blockes 8, der dabei
um seine Achse Y-Y schwingt, befinden sich das Piston 18 für das Zuführen des Drahtes
sowie der Überschieber 19, durch welchen der Zwickeinschlag des aufgeleisteten Schuhes
über die Brandsohle geschoben wird. In einer Führung des Blockes 8 wird der Mitnehmer
11 bei jedem Arbeitsgang der Maschine durch den Schlagbolzen 13 vorgetrieben und
nimmt dabei die von zwei getrennten Spulen kommenden Drähte F und F' über die Klemmen
16 und 16 a sowie 17 und 17a mit nach unten. Die Enden der Drähte werden dabei an
Ablenkflächen, beispielsweise 22, in das Werkstück eingetrieben, wobei sie sich
laufend umbiegen. Wie bei der Einrichtung nach der Hauptpatentanmeldung wird der
Draht in einer geringen Entfernung über dem Zwickeinschlag 60 des Schuhes abgeschnitten
und das überstehende Ende durch eine in schräger Richtung wirkende Kraft zum endgültigen
Bilden der Haken G und G' umgeschlagen.
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Vorzugsweise werden, wie in Fig. 1 dargestellt, die Klemmen 16 und
16 a sowie 17 und 17 cc so miteinander vereinigt, daß sie die Drähte F und
F' von beiden Seiten gegen eine mittlere Wand 61 drücken. Die Klemmen 17 und 17a
wirken dabei in der Weise, daß sie die Drähte beim Vorschnellen des Mitnehmers an
diesem festhalten, während die -Klemmen 16 und 16a ein Zurückgehen der Drähte verhindern.
Durch den Hebel 25' kann die Länge der zum Bilden der Haken jeweils benötigten Drahtstücke
über der Skala 25 eingestellt werden. Der Krümmungsradius der Haken wird durch Verstellen
der Ablenliplatte über den Hebel 24' und einer entsprechenden Skala bewirkt: Wie
aus Fig. 3 hervorgeht, liegen die Drahthaken G und G' nach dem Einsetzen paarweise
im Schuh. Die Hakenpaare können in beliebiger Entfernung voneinander eingesetzt
werden; da aber die doppelte Anordnung an jeder Befestigungsstelle ein wesentlich
festeres Haften des Oberleders auf der Brandsohle bewirkt, kann die Entfernung zwischen
den einzelnen Paaren größer als üblich gewählt werden. Dadurch ergibt sich trotz
des besseren Haftens ein rascheres Arbeiten, so daß bei verhältnismäßig geringer
Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine eine höhere Leistung erzielt werden kann. Ein
weiterer Vorteil ergibt sich an der mit X-X bezeichneten Stelle des Ballen- oder
Gelenkzuges, an der die Spannung des Oberleders am größten ist, weshalb der Zwicker
gewöhnlich mit der Tisch- oder Handzange nachhelfen muß. Da die Haken doppelt eingesetzt
werden, wird an sich bereits ein besseres Festhalten des Leders erzielt, das dadurch
noch wesentlich verstärkt werden kann, daß man, wie in der Figur angedeutet, an
dieser Stelle zwei Hakenpaare nebeneinandersetzt.