DE1061095B - Vorrichtung zum heftigen Umruehren einer Mischung unter Luftabschluss in einer Buerette - Google Patents
Vorrichtung zum heftigen Umruehren einer Mischung unter Luftabschluss in einer BueretteInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum heftigen Umrühren einer Mischung aus mengenmäßig
genau definierten Bestandteilen unter Luftabschluß zur Durchführung von volumetrischen Analysen, insbesondere
zur Bestimmung des Harnstoffs im Blut, in einer Bürette durch Bewegen eines Kolbens in der
Längsrichtung des Gefäßes.
Bei zahlreichen chemischen und physikalischen Untersuchungen ist es erforderlich, Mischungen von
Flüssigkeiten, die sich in einer Bürette, einem Reagenzglas oder einem ähnlichen Gefäß befinden,
heftig umzurühren. Bei der Durchführung großer Meßreihen ist das Schütteln der Gefäße von Hand zu
umständlich, mühsam und zeitraubend. Es wurden daher bereits verschiedene mechanische Rührer vorgeschlagen,
mit denen der Inhalt solcher Gefäße schnell und wirksam durchmischt werden kann. Für
Büretten und ähnliche längliche Gefäße haben sich als besonders vorteilhaft Rührer herausgestellt, bei denen
ein Kolben in der Längsrichtung des Gefäßes hin- und herbewegt wird.
Wenn das Umrühren der Mischung ohne Luftabschluß erfolgen kann, bietet der Antrieb des Kolbens
keine besonderen Schwierigkeiten. Bei bekannten Rührwerken wird einfach in das offene obere Ende des
Gefäßes eine Stange eingeführt, die den Kolben trägt und in eine Hinundherbewegung versetzt wird.
Dagegen bereitet das heftige Umrühren der Mischungen Schwierigkeiten, wenn unter vollkommenem
Luftabschluß gearbeitet werden soll. Zu diesem Zweck wurde vorgeschlagen, die durch das offene obere
Ende der Bürette eingeführte Kolbenstange mit einem Rohr zu umgeben, das in einen Flüssigkeitsverschluß
eintaucht. Diese Konstruktion hat aber die Nachteile, daß der Kolbenhub sehr begrenzt ist und daß die Kolbenbewegung
nicht sehr heftig erfolgen darf. Ferner ist diese Vorrichtung für bestimmte Anwendungsfälle
ungeeignet, weil sich das Volumen des Gefäßes während der Kolbenbewegung ständig ändert und weil es
nicht möglich ist, das Gefäß zu Beginn vollständig mit der Mischung zu füllen. Diese Forderungen müssen
aber bei bestimmten chemischen Untersuchungen, nämlich bei der Durchführung von volumetrischen
Analysen, insbesondere zur Bestimmung des Harnstoffs im Blut, erfüllt sein.
Zur Lösung dieses Problems wurde die Verwendung von rotierenden Rührern vorgeschlagen, deren
Welle von oben in das Gefäß eingeführt ist, wobei ein die Gefäß öffnung umgebender Flüssigkeitsverschluß
den Luftabschluß gewährleistet. Bei diesen Rührern bleibt das Volumen des Gefäßes während des Rührvorgangs
konstant; wegen des Flüssigkeitsverschlusses kann aber auch hierbei das Volumen des Gefäßes nicht
vollständig mit der Mischung ausgefüllt werden, wes-
Vorrichtung zum heftigen Umrühren
einer Mischung unter Luftabschluß
in einer Bürette
einer Mischung unter Luftabschluß
in einer Bürette
Anmelder:
Luc Donald de Seguin des Hons,
Aulnay-sous-Bois, Seine-et-Oise
Luc Donald de Seguin des Hons,
Aulnay-sous-Bois, Seine-et-Oise
(Frankreich)
Vertreter: Dipl.-Ing. E. Prinz, Patentanwalt,
München-Pasing, Bodenseestr. 3 a
München-Pasing, Bodenseestr. 3 a
Beanspruchte Priorität:
Frankreica vom 22. Juli 1955
Frankreica vom 22. Juli 1955
Luc Donald de Seguin des Hons, Aulnay-sous-Bois,
Seine-et-Oise (Frankreich),
ist als Erfinder genannt worden
Seine-et-Oise (Frankreich),
ist als Erfinder genannt worden
halb sich diese Rührer für die volumetrischen Analysen ebenfalls nicht eignen. Außerdem sind rotierende
Rührer für Büretten und ähnlich lange, enge Gefäße ungünstig, weil sie nur in einem begrenzten Abschnitt
des Gefäßes wirken, so daß ein schnelles, gleichmäßiges Umrühren des gesamten Inhalts nicht ohne weiteres
möglich ist. Die genaue konzentrische Lagerung des rotierenden Rührers bietet Schwierigkeiten, und die
oberhalb des Gefäßes liegenden Antriebsorgane behindern die Bedienung der Vorrichtung.
Das Ziel der Erfindung liegt in der Schaffung einer Vorrichtung, die sich zum heftigen Umrühren einer
Mischung aus mengenmäßig genau definierten Bestandteilen unter Luftabschluß zur Durchführung von
volumetrischen Analysen, insbesondere zur Bestimmung des Harnstoffs im Blut, in einer Bürette eignet,
und bei der die Vorteile der Vorrichtungen, die mit in der Längsrichtung des Gefäßes bewegten Kolben
arbeiten, für diese Zwecke nutzbar gemacht werden können, ohne daß die oben geschilderten Nachteile
auftreten.
Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß die Bürette mit einem offenen Ende in ein Gefäß
mit Flüssigkeit eintaucht, die ein größeres spezifisches Gewicht als die umzurührende Flüssigkeit besitzt, daß
der Rührkolben an einem Ende eines U-förmigen Stabes befestigt ist und durch die Absperrflüssigkeit
von unten in die Bürette eingeführt ist und daß -der
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Rührer luftdicht von außen mit Hilfe des anderen Schenkels des U-förmigen Stabes durch die untere
Bürettenöfrnung mechanisch aufwärts und abwärts bewegbar ist.
Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann die Bürette vollständig mit der umzurührenden
Mischung gefüllt werden. Die von dem einen Schenkel des U-förmigen Stabs gebildete Kolbenstange
ist frei durch das untere, offene Ende der Bürette geführt, und der Kolben kann beliebig heftig mit großem
Hub auf- und abbewegt werden, wobei sich das Volumen der Bürette nicht ändert und die Absperrflüssigkeit
stets einen einwandfreien Luftabschluß sichert. Das Einsetzen und Entnehmen der Bürette wird durch
die zum Antrieb des Kolbens erforderlichen Teile nicht gestört.
Beispielsweise Ausführungen der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt. Darin zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Schnittansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 2 in größerem Maßstab den bei der Vorrichtung von Fig. 1 verwendeten U-förmigen Stab,
Fig. 3 verschiedene Kolben, die am Ende des einen Schenkels des Stabes von Fig. 2 angebracht werden
können,
Fig. 4 die Vorrichtung von Fig. 1 in Verbindung mit einer Antriebsvorrichtung für den Kolben,
Fig. 5 eine Vorderansicht entlang der Linie V-V von Fig. 4,
Fig. 6 die Oberansicht der Anordnung von Fig. 5, Fig. 7 bis 10 in perspektivischer Darstellung vier
Ausführungsarten der Antriebsvorrichtung für den Kolben und
Fig. 11 die Abwicklung der Außenfläche der Trommel der Vorrichtung von Fig. 10.
In Fig. 1 ist ein Gefäß 10 dargestellt, welches einen nach unten gehenden Ansatz 11 und einen Fuß 12 aufweist.
Dieses Gefäß enthält eine Flüssigkeit 13, im allgemeinen Quecksilber oder Wasser, wobei im folgenden
angenommen wird, daß es sich um Quecksilber handelt. In das Gefäß 10 ist eine Bürette 14 eingetaucht,
welche im allgemeinen aus Glas besteht und aus einem unteren, ausgebauchten Teil 16, einem
zylindrischen Mittelkörper 17, einem Hahn 18 und einem Vorratsraum 19 besteht.
Die Bürette 14 enthält die umzurührende Mischung, die in der üblichen Weise dadurch eingeführt wird,
daß durch den atmosphärischen Druck das Quecksilber in der Bürette angehoben wird und daß dann
durch Anwendung des Hahns 18 und des Vorratsraums 19 die Bestandteile der betreffenden Mischung
eingeführt werden. Schließlich befindet sich im unteren Teil der Bürette Quecksilber und darüber, bis
zum Hahn 18, die umzurührende flüssige Mischung.
Zum Umrühren der Mischung in der Bürette, ohne daß diese aus dem Gefäß gezogen werden muß, ist der
Kolben P vorgesehen, welcher am oberen Ende des einen Schenkels 22' des U-förmigen Stabes 22 befestigt
ist. Dieser Stab ist in den Ansatz 11 des Gefäßes eingeführt, und der andere Schenkel 22" ragt bis
über das Gefäß hinaus. Er ist bei 23 umgebogen und endigt in einer öse 24.
Der Stab 22 ist in Fig. 2 deutlicher dargestellt, wo der Kolben P eine besondere Form aufweist. Dieser
Kolben kann auch in anderer Weise gestaltet sein. Einige mögliche Ausführungsarten sind in Fig. 3 dargestellt.
Zum Umrühren der in der Bürette 14 enthaltenen Mischung genügt es, der öse 24 eine senkrechte hin-
und hergehende Bewegung zu erteilen. Während dieses Vorgangs muß die Bürette 14 möglichst senkrecht gehalten
werden. Dies geschieht häufig von selbst, da die in ihrem unteren Teil enthaltene Quecksilbermasse
und das Eintauchen der Bürette in den Ansatz 11 des Gefäßes (s. Fig. 4) genügen, um ein Umkippen zu
verhindern; sonst wird eine obere Halterung 25 verwendet (s. Fig. 4 bis 6), welche in passender Höhe an
der am Gefäß 10 befestigten senkrechten Säule 26 angebracht wird. Meist kann die Halterung 25 auf dem
Gefäß 10 aufliegen, für welches sie dann einen Schutzdeckel bildet. Die Halterung wird dann vorteilhaft
aus einem durchsichtigen Material hergestellt und mit einem Schlitz 27 versehen, welcher das leichte Ein-
und Ausführen der Bürette 14 gestattet und außerdem die Durchführung des umgebogenen Teils 23 des
U-förmigen Stabes 22 ermöglicht. Man kann auch einen eigenen, von der Halterung für die Bürette getrennten
Schutzdeckel verwenden. In diesem Falle kann die Halterung aus einer Klammer bestehen,
welche um die Bürette gelegt und in passender Höhe an der Säule 26 befestigt ist.
Der Kolben P zwingt bei seiner Bewegung im Innern der Bürette 14 die darin enthaltene Flüssigkeit
dazu, durch den zwischen der Außenfläche des Kolbens und der Innenseite der Bürette bestehenden ringförmigen
Zwischenraum hindurchzutreten. Da dieser ringförmige Raum einen beschränkten Querschnitt
aufweist, setzt er dem Durchgang der Flüssigkeiten einen verhältnismäßig großen Widerstand entgegen.
Dies führt zu einem Ansteigen des Druckes der Flüssigkeit, insbesondere im oberen Teil der Bürette bei
einer schnellen Aufwärtsbewegung des Kolbens. Dieser Druck könnte genügen, um einen Bruch der
Bürette herbeizuführen, wenn die Bürette fest angebracht wäre. Bei der dargestellten Vorrichtung kann
dieser Bruch jedoch nicht auftreten, da die Bürette hierbei, teilweise eingetaucht, in dem im Gefäß enthaltenen
Quecksilber schwimmt und sich in senkrechter Richtung bewegen kann. Diese Bewegungen
der Bürette verhindern, daß der Druck der in der Bürette enthaltenen Flüssigkeiten einen Wert annimmt,
welcher genügt, um deren Bruch herbeizuführen. Andererseits bewirkt der Durchgang der Flüssigkeiten
durch den ringförmigen Raum um den Kolben eine Umwälzung, die sich auf die Homogenität der
Mischung sehr günstig auswirkt.
Die hin- und hergehende Bewegung des Endes 23 der Stange 22 kann von Hand oder mit Hilfe einer
Antriebsvorrichtung geschehen. Eine derartige Vorrichtung ist bei 29 in Fig. 4 angedeutet, wo ferner der
Haken 31 zu erkennen ist, welcher mit der Öse 24 im Eingriff steht. Dieser Haken wird durch einen geeigneten
Mechanismus bewegt, wie im folgenden an Hand von mehreren Ausführungsarten gezeigt wird.
Er bewegt sich abwechselnd zwischen den Stellungen 31 und 31', wobei er die Öse 24 und damit den Kolben
P mitnimmt.
Fig. 7 zeigt eine erste Ausführungsart des Antriebsmechanismus für den Haken 31. Dieser wird von dem
Schlitten 32 getragen, welcher mittels vier am Schlitten befestigter Leitrollen 33 und zweier feststehender
paralleler Führungsstangen 34 in geradliniger Richtung geführt ist. Ein Motor M treibt eine
Kurbel 36 an, deren Ende 37 über eine Pleuelstange 38 mit dem am Schlitten 32 vorgesehenen Gelenk 39
verbunden ist. Es ist leicht zu erkennen, daß die Drehung des Motors M eine hin- und hergehende Bewegung
des Hakens 31 erzeugt.
Bei der in Fig. 8 dargestellten Ausführungsart geschieht der Antrieb des Schlittens 32 mittels einer
Claims (8)
1. Vorrichtung zum heftigen Umrühren einer Mischung aus mengenmäßig genau definierten Bestandteilen
unter Luftabschluß zur Durchführung von volumetrischen Analysen, insbesondere zur
Bestimmung des Harnstoffs im Blut, in einer Bürette durch Bewegen eines Kolbens in der Längsrichtung
des Gefäßes, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürette mit einem offenen Ende in ein Gefäß
mit Flüssigkeit eintaucht, die ein größeres spezifisches Gewicht als die umzurührende Flüssigkeit
besitzt, daß der Rührkolben an einem Ende eines U-förmigen Stabes befestigt ist und durch die Absperrflüssigkeit
von unten in die Bürette eingeführt ist und daß der Rührer luftdicht von außen mit Hilfe des anderen Schenkels des U-förmigen
Stabes durch die untere Bürettenöffnung mechanisch aufwärts und abwärts bewegbar ist.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Schlitten, an welchem das äußere
Ende des U-förmigen Rührstabes befestigt ist, Mittel zur Führung des Schlittens in der Richtung
parallel zu der diesem Ende zu erteilenden Bewegung und durch Mittel zur Verschiebung des
Schlittens in einer hin- und hergehenden Bewegung.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten über einen Kurbelmechanismus
mit einem Motor verbunden ist.
4. Vorrichtung gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine endlose Kette, welche über zwei
Kettenräder läuft, von denen eines durch einen Motor angetrieben wird, und durch einen Mechanismus,
der die Kette mit dem Schlitten verbindet.
5. Vorrichtung gemäß Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine Kurbel, die mit ihrem einen Ende
am Schlitten und mit ihrem anderen Ende an einer Stelle der Kette angelenkt ist.
6. Vorrichtung gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kette mit einem Finger versehen
ist, welcher mit einem im Schlitten vorgesehenen Querschlitz im Eingriff steht.
7. Vorrichtung gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Trommel, welche durch einen Motor
angetrieben wird und mit einer schraubenförmigen Nut versehen ist, in welcher das Ende eines am
Schlitten befestigten Stiftes geführt ist.
8. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Einrichtun-
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