DE1041015B - Verfahren zur Herstellung von Calciummonofluorid - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von CalciummonofluoridInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01F—COMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
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Description
Calciummonofiuorid wurde bereits spektroskopisch im angeregten CaF2-Dampf nachgewiesen. Auf dieser
Basis wurden seine tbermodynamischen Konstanten berechnet, die zu dem Schluß führten, daß CaF, wenn
es sich bei hoher Temperatur bildet, beim Abkühlen in Calciummetall und Calciumfluorid gemäß
2CaF->Ca + CaF2
disproportioniert. Zu ähnlichen Annahmen führten Beobachtungen über die Einwirkung von Ca auf CaF2
und Analogieschlüsse aus dem System Ca—CaCl2.
Ein Verfahren zur Herstellung von CaF in technischen Mengen oder wenigstens in zum Studium
seiner Eigenschaften ausreichenden Mengen wurde bislang nicht beschrieben.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Calciummonofiuorid, das darin besteht,
daß eine Mischung von Calciumhydrid und Calciumfluorid auf eine Temperatur oberhalb 700° C
erhitzt wird.
Das neue Verfahren gestattet nicht nur die Bildung von CaF in einfacher Weise in technischen Mengen,
sondern liefert auch ein Produkt von erstaunlicher Stabilität sowohl hinsichtlich einer Disproportionierung
wie auch gegenüber der Oxydation durch Luft von Zimmertemperatur bis 1500° C und gegenüber
Hydrolyse durch Wasser.
Die Umsetzung erfolgt gemäß der Reaktionsgleichung :
CaH2 + CaF2-^ 2 CaF + H2.
Das entstehende Monofluorid disproportioniert bei technisch üblichen Abkühlungsbedingungen nicht, so
daß es als Reaktionsprodukt isoliert werden kann.
Die Abspaltung von Wasserstoff aus dem Reaktionsansatz hängt außer von der Temperatur auch
von Wasserstoffdruck in der Gasphase ab; interessant ist die Beobachtung, daß der H2-Druck über einer
CaH2—CaF2-Mischung bei einer gegebenen Temperatur
beträchtlich größer ist als über CaH2 allein, weil sie beweist, daß die Monofluoridbildung nicht
über primär aus CaH2 gebildetes Ca verläuft.
In der Praxis ist auch unabhängig vom Wasserstoffdruck
eine Mindesttemperatur erforderlich, um die erfindungsgemäße Umsetzung in einer technisch
befriedigenden Zeit durchzuführen, diese hängt von der Mahlfeinheit der Komponenten und der Innigkeit
der Mischung ab. Beispielsweise ergibt sich für Korngrößen von 0,1 mm eine untere Reaktionstemperatur
von etwa 700° C, wobei die Reaktion in etwa einer Stunde beendet ist.
Wird die Umsetzung bei höherer Temperatur, z. B. bei 1000° C, durchgeführt, so verläuft sie auch bei
gröberem Material wesentlich schneller, das Reak-Verfahren zur Herstellung
von Calciummonofiuorid
von Calciummonofiuorid
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft, Leverkusen-Bayerwerk
Dr. Dieter Goerrig, Lohmar (Siegkr.),
und Dr. Viktor Lwowski, Leverkusen-Bayerwerk,
sind als Erfinder genannt worden
tionsprodukt sintert dann bei dieser Temperatur zusammen.
Oberhalb 1300° C schmilzt die Reaktionsmasse zu einer klaren Flüssigkeit, wenn man von reinen Stoffen
ausgeht, bei technischen Ausgangsmaterialien wird der Schmelzpunkt durch die Verunreinigung herabgesetzt.
Das durch die Reaktion gebildete Monofluorid braucht nicht nach speziellen Methoden abgeschreckt
zu werden, um an der Disproportionierung gehindert zu werden. Es genügt, wenn man die Abkühlung so
schnell verlaufen läßt, daß der Temperaturbereich von 1000 bis 500° C in weniger als einer Stunde durchschritten
wird.
Es wurde weiterhin gefunden, daß die Tendenz zur Disproportionierung beim Abkühlen durch Zusatzstoffe,
die im Monofluorid löslich sind, verringert werden kann. So werden besonders stabile Produkte
erhalten, wenn Mischungen von Calciumhydrid und Calciumfluorid auf eine Temperatur oberhalb 700° C
erhitzt werden, die 3 bis 30% CaO und/oder 1 bis 20% CaC2 (bezogen auf CaF) enthalten. Beispielsweise
kann ein 85%iges CaF, welches etwa 10% CaO und etwa 5% CaC2 enthält, auch so langsam
abgekühlt werden, daß der Temperaturbereich von 1000 bis 500° C erst in 5 Stunden durchschritten
wird, ohne daß eine Disproportionierung in Ca und CaF2 einsetzt.
Dementsprechend hat es sich als vorteilhaft erwiesen, zur technischen Darstellung — da man bei
großen Ansätzen mit einer schnellen Abkühlung Schwierigkeiten in Kauf nehmen muß — von einem
Calciumhydrid auszugehen, welches etwa 10 bis 30% CaO und 1 bis 15% CaC2 hat, und einen etwa
°8%igen Flußspat einzusetzen.
: 809 658/380
Naturgemäß ist geschmolzenes CaF reaktionsträger als gesintertes; bei allen Präparaten überrascht
al>er die große Unempfindlichkeit des Materials, wenn man Ca, CaH2 oder CaC2 als Vergleich zugrunde
legt. Wie auch aus Beispiel 2 zu entnehmen ist, gestattet die Unempfindlichkeit des Monofluorids die
Handhabung der Schmelze bei 1200° C und höheren Temperaturen an der Luft; die Hydrolysenbeständigkeit
läßt sogar das Abschrecken der heißen, erstarrten Schmelze mit flüssigem Wasser zu.
Auf der anderen Seite ist das Calciummonofluorid ein extrem starkes Reduktionsmittel, das beispielsweise
zur Desoxydation und zur Entschwefelung von Metallschmelzen verwandt werden kann.
84 g (2MoI) CaH2, 99,9%ig, und 156 g (2MoI)
CaF2, 99%ig, beide in einer Mahlfeinheit von 0,1 mm und kleiner, werden durch Schütteln innig gemischt.
Die Mischung wird in einem mit Wasserstoff von Normaldruck gefüllten Stahlrohr auf 1000° C erhitzt,
wobei der frei werdende Wasserstoff entweicht. Bei Erreichung von 1000° C wird der Druck auf etwa
1 Torr gesenkt. Die Mischung wird 0,5 Stunden auf 1000° C gehalten und anschließend durch Herausnähme
des Rohres aus dem Ofen innerhalb von einer Stunde auf etwa 100° C gekühlt. Nach dem Ausbau
findet man einen zusammengesinterten Klotz, der aus einer dunkelgrauen spröden homogenen Masse besteht,
die mit Wasser langsam reagiert und laut Analyse zu 66,6% aus Ca und zu 31,8% aus F besteht,
d.h. etwa 98% CaF enthält. Der Wasserstoffgehalt liegt unterhalb von 0,02%.
Es wird eine Mischung aus 20 kg eines technischen Calciumhydrids mit 71,2% CaH2, 20,4% CaO und
4,1% CaC2 (Mahlfeinheit unter lmm) und 26 kg
98%igem CaF2 (Mahlfeinheit unter 1 mm) hergestellt. Diese Mischung wird in kleinen Anteilen in
einen auf 1500° C vorgeheizten Graphittiegel (etwa 41) gegeben, wobei jedesmal ein neuer Eintrag erfolgt,
wenn der Inhalt klar aufgeschmolzen ist. Ist der Tiegel zu etwa zwei Drittel gefüllt, so wird die
Schmelze (Temperatur zwischen 1170 und 1200° C) in Kokillen abgegossen und kann an der Luft erstarren.
In den heißen Tiegel wird sofort neues Material eingetragen. Man verarbeitet auf diese
\¥eise ein etwa 5 Stunden die 46 kg Mischung und erhält eine erstarrte dunkelgraue, spröde, homogene
Schmelze mit 84,3% CaF-Gehalt.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Calciummonofiuorid, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Mischung von Calciumhydrid und Calciumfluorid auf eine Temperatur oberhalb 700° C erhitzt wird.
2. Verfahren zur Herstellung von Calciummonofiuorid besonderer Stabilität, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Mischung von Calciumhydrid und Calciumfluorid in Gegenwart von 3 bis 30% CaO und/oder 1 bis 20% CaC2 (bezogen
auf CaF) auf eine Temperatur oberhalb 700° C erhitzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhitzung bis mindestens
zum Schmelzpunkt des CaF erfolgt.
© 809 658/380 10.58
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