Koordinatenwähler In dem Patent Nr. 345924 ist ein Koordinaten wähler beschrieben, welcher sich kreuzende An sprechspulen, nämlich Zeilen- und Reihenspulen, sowie zusätzliche Haltespulen aufweist, die je die betreffende gesamte Zeile bzw. Reihe des Wählers umfassen und an ihren Kreuzungsstellen einen aus Dry-reed-Kontakten (Schutzrohrkontakten) aufge bauten Kontaktsatz enthalten. Ein solcher Wähler ist in der Fig. 1 dargestellt. Er weist vier Kreu zungsstellen auf und besitzt infolgedessen vier Kon taktsätze 1, 2, 3 und 4, die hier beispielsweise je aus einem Schutzrohrkontakt bestehen.
Die Kontakt sätze werden von den Zeilenspulen<I>A</I> und<I>B</I> sowie den Reihenspulen C und D umfasst. Ausserdem sind noch die beiden Haltespulen H1 und H2 vorgesehen, die bei ihrer Erregung einen geschlossenen Schutz rohrkontakt in diesem Zustand halten. Die Halte spulen liegen hier parallel zu den Reihenspulen, sie können aber auch parallel zu den Zeilenspulen an geordnet werden. Selbstverständlich kann die Zahl der Kreuzungsstellen eines solchen Wählers beliebig grösser gewählt werden.
Die Wirkungsweise eines solchen Koordinaten wählers besteht darin, dass bei Erregung einer Zeilen und einer Reihenspule dem an der Kreuzungsstelle dieser beiden Spulen vorgesehenen Kontaktsatz ein zum Schliessen seiner Kontakte ausreichendes ma gnetisches Feld aufgedrückt wird. Der Kontaktsatz ist nämlich so aufgebaut, dass bei Erregung zweier Spulen, die beiderseits der tlberlappungsstelle der Kontakte liegen, diese betätigt werden. Sollen nun die Kontakte nach Abschalten der zugehörigen Zei len- und Reihenspule in geschlossenem Zustand ge halten werden, so wird die zugehörige Haltespule unter Strom gesetzt, die dann das für die dauernde Schliessung der Kontakte erforderliche magnetische Feld liefert.
Da bei der Anordnung gemäss Fig. 1 die Reihen spulen C, D und die Haltespulen H1,<I>H2</I> beiderseits der 17berlappungsstellen der von ihnen umfassten Schutzrohrkontakte angeordnet sind und voraus setzungsgemäss bei Erregung zweier Spulen, die beiderseits der überlappungsstelle der Kontakte lie gen, letztere betätigt werden, können bei gleich zeitiger Erregung einer. Reihenspule und einer ihr zugeordneten Haltespule sämtliche Kontakte der betreffenden Reihe betätigt werden, was eine Fehl betätigung darstellen würde, da immer nur der Kon taktsatz betätigt werden soll, dessen Zeilen- und Reihenspule erregt werden.
Es muss also dafür ge sorgt werden, dass die Einschaltung einer Halte spule von der Abschaltung der zugehörigen Reihen spule abhängig gemacht wird bzw. umgekehrt, die Abschaltung einer Reihenspule ist von der Einschal tung der zugehörigen Haltespule abhängig zu machen. In einer evtl. vorhandenen Zwischenzeit könnte der betreffende Kontaktsatz durch die Zeilen spule gehalten werden. Die gleichen Überlegungen gelten bezüglich der Zeilenspulen, wenn diese par allel zu den Haltespulen angeordnet sind.
Die Ein haltung dieser Zeitbedingung erfolgt selbsttätig, wenn man erfindungsgemäss die Haltespulen je aus einer Halte- und einer Kompensationswicklung auf baut, von denen die Haltewicklung bei alleiniger Er regung die Aufgaben der Haltespule übernimmt und die Kompensationswicklung bei Einschaltung der zugehörigen, parallel zur Haltespule liegenden An sprechspule infolge entsprechenden Wickelsinns derartig erregt wird, dass sie die Erregung der Halte wicklung zumindest teilweise aufhebt.
Dieses Prinzip lässt sich in verschiedenen Schal tungen ausführen. Bei den im folgenden behandelten Ausführungsbeispielen ist eine Wählerkonstruktion zu Grunde gelegt, bei der die Haltespulen parallel zu den Reihenspulen liegen (Fig. 1). In der Schal tung nach Fig.2 liegt die Kompensationswicklung KW zwischen dem Kontakt ek zur Einschaltung der parallel zur Haltespule HS liegenden Reihenspule RS und dem Kontakt s zur Einschaltung der Halte spule.
Die Wirkung dieser Schaltung ist folgende: Nach Erregung der Reihenspule RS und der Zeilen spule ZS durch Schliessen der Kontakte ek wird der die Haltespule HS einschaltende Kontakt s geschlos sen. Mit dem Schliessen des Kontaktes s erhalten die Kompensationswicklung KW und die Haltewicklung HW Strom, wobei sich die Erregungen dieser beiden Wicklungen infolge entgegengesetzten Wickelsinnes gegenseitig aufheben. Die Haltespule HS kann also zunächst noch keine Wirkung ausüben, so dass die vorstehend geschilderte Fehlerregung anderer, in der gleichen Reihe liegender Kontaktsätze unter bleiben muss.
Werden jedoch mit dem Ende des Markiervorganges zur Bezeichnung der gewünsch ten Kreuzungsstelle die Einstellkontakte ek geöff net, so wird der Stromkreis für die Kompensations wicklung KW unterbrochen, so dass nunmehr sich die Erregung der Haltewicklung auf den geschlosse nen Kontaktsatz auswirken kann, wodurch dieser gehalten wird. Gleichzeitig wird auch der Kontakt s zur Einschaltung der Haltespule mit gehalten. Die Haltewicklung muss selbstverständlich so dimensio niert sein, dass .sie die Aufgaben der Haltespule voll erfüllen kann.
In der Schaltung gemäss Fig. 2 besteht über die Kompensationswicklung KW eine Kopplung zwi schen dem die Einstellkontakte ek enthaltenden Markierstromkreis und dem die Haltewicklung HW enthaltenden Haltestromkreis, was für bestimmte Fälle unerwünscht sein kann. Dies lässt sich vermei den, wenn man eine Schaltung anwendet, wie sie in der Fig. 3 dargestellt ist. Hier liegt die Kompensa tionswicklung KW über einen Hilfskontakt s2 par allel zur Reihenspule RS. Dieser Hilfskontakt wird zusammen mit dem Kontakt s1 zur Betätigung der Haltespule HS geschlossen.
Im übrigen ist die Wir kungsweise dieser Schaltung die gleiche, wie die der Schaltung nach Fig. z. Beim Schliessen der Kon takte s1 und s2 werden die Kompensationswicklung KW und die Haltewicklung HW gegensinnig magne tisiert. Mit der Öffnung eines Einstellkontaktes ek wird auch die Kompensationswicklung K W abge schaltet, so dass sich nunmehr die Magnetisierung der Haltewicklung HW auswirken kann.
Die Methode der Aufteilung einer Spule, wie sie vorstehend in bezug auf die Haltespule beschrieben ist, lässt sich auch für die Reihenspule anwenden. In den beiden in den Fig. 2 und 3 dargestellten Schaltungen ist dann lediglich die Kompensations wicklung KW als ein Teil der Reihenspule RS zu betrachten, wobei beide Teile entgegengesetzt ma gnetisiert werden. Es ergibt sich in diesem Falle folgender Ablauf: Mit der Erregung der Reihenspule und Zeilenspule wird der zugehörige Kontaktsatz betätigt und der Kontakt s bzw. die Kontakte s1 und s2 geschlossen.
Damit erhält die Kompensations wicklung K W eine Magnetisierung, welche das Feld der Reihenspule RS aufhebt. über die Zeilenspule ZS wird zunächst der betreffende Kontaktsatz ge halten. Ausserdem erhält auch die Haltespule HS Strom. Eine Fehlbetätigung zur gleichen Reihe ge hörender Kontaktsätze kann nicht erfolgen, da die Magnetisierung der Reihenspule RS durch die Kom pensationswicklung KW aufgehoben ist.
Mit dem Öffnen der Einstellkontakte ek wird die noch vor handene Magnetisierung der Zeilenspule ZS aufge hoben, so dass nur noch das Feld der Haltespule HS verbleibt, welches den betreffenden Kontaktsatz im angesprochenen Zustand hält.
Bei der Schaltung nach Fig. 3 musste zur Erzie lung einer Entkopplung zwischen dem Markierstrom- kreis und dem Haltestromkreis ein zweiter Kontakt, nämlich der Kontakt s2, eingesetzt werden. Dieser Kontakt lässt sich vermeiden, wenn man eine Schal tung gemäss Fig. 4 anwendet. Hier wird die Halte spule HS durch die Kompensationswicklung KW und die Haltewicklung HW gebildet, die gegen sinnig erregt werden. Die Kompensationswicklung KW liegt im Markierstromkreis und wird mit Schliessen der Einstellkontakte ek ebenfalls erregt.
Um nun die gegensinnige Magnetisierung der Kom pensationswicklung KW, die zunächst eine Betäti gung des betreffenden Kontaktsatzes verhindern würde, auszugleichen, liefert die rechtwinklig zur Kompensationswicklung K W angeordnete Zeilen spule ZS ein Feld, das an der betreffenden Kreu zungsstelle das Feld der Kompensationswicklung KW aufhebt. Infolgedessen wirkt an der betreffenden Kreuzungsstelle das normale zur Betätigung des Kontaktsatzes erforderliche Feld.
Die erhöhte Magnetisierung der Zeilenspule wirkt sich auf die von ihr weiterhin umfassten Kon taktsätze nicht schädlich aus, da diese Magnetisie- rung einseitig erfolgt, was, wie im Hauptpatent Nr. 345924 näher ausgeführt ist, zu keiner Kontakt betätigung führen kann. Wird nun auch der Kon takt s geschlossen, so erhält die Haltewicklung HW Strom und hebt damit das Feld der Kompensations wicklung KW auf. In diesem Zustand wirken also nur die Reihenspule RS und die Zeilenspule ZS, so dass es, wie auch in den vorhergehend beschriebenen Fällen, zu keiner Fehlbetätigung der zur gleichen Reihe gehörenden Kontaktsätze kommen kann.
Mit dem Auftrennen des Markierstromkreises durch Öffnen eines der Einstellkontakte ek verbleibt je doch nur noch das Feld der Haltewicklung HW, welches die Aufrechterhaltung des Ansprech- zustandes des betätigten Kontaktsatzes übernimmt.