Déjà-vu! Damals war es zwar im Erdgeschoss statt oben im Goldenen Salon gewesen, doch genau diese Künstlerkonstellation hatte schon einmal im November 2023 das Hafenklang beglückt. Corecass kehrten dann ein Jahr später für ihre Albumpremiere zurück und begegneten mir zuletzt vor nicht einmal vier Monaten im Vorprogramm von Mono im Knust.
Und die heutige Headlinerin hatte ich tatsächlich 2019 gemeinsam auf der Bühne mit Mono und später ebenfalls als Support der japanischen Post-Rock-Monumentalisten kennengelernt. Die Welt ist anscheinend echt winzig.
Nein, von einem radikalen Ausbruch aus meiner Komfortzone konnte an diesem Montagabend wahrhaftig nicht die Rede sein. Ist ja auch nicht schlimm. Dafür gibt es zur Abwechslung diesmal keine Bilder meiner Digital Harinezumi-Spielzeugkamera, die ich schlicht zu Hause vergessen hatte. Immerhin hatte ich für sie Ersatzbatterien dabei. Und zum Ausgleich habe ich immerhin ein paar GIFs aus meinem Smartphonegeknipse gebastelt. Yay!
Und die heutige Headlinerin hatte ich tatsächlich 2019 gemeinsam auf der Bühne mit Mono und später ebenfalls als Support der japanischen Post-Rock-Monumentalisten kennengelernt. Die Welt ist anscheinend echt winzig.
Nein, von einem radikalen Ausbruch aus meiner Komfortzone konnte an diesem Montagabend wahrhaftig nicht die Rede sein. Ist ja auch nicht schlimm. Dafür gibt es zur Abwechslung diesmal keine Bilder meiner Digital Harinezumi-Spielzeugkamera, die ich schlicht zu Hause vergessen hatte. Immerhin hatte ich für sie Ersatzbatterien dabei. Und zum Ausgleich habe ich immerhin ein paar GIFs aus meinem Smartphonegeknipse gebastelt. Yay!
| CORECASS |
An dieser Stelle könnte ich im Grunde schon copypasten. Das vierte Corecass-Konzert innerhalb von wenigen Jahren, stets mit Meisterin Elinor Lüdde an Keyboard, Harfe, Elektronik und Gesangsmikrofon, begleitet von ihrem Mitmusiker an Bass, Gitarre und Basspedalen, und mit ähnlichem Programm. Also ein - sehen wir einmal von einer technischen Schwierigkeit ab, die einen Track unfreiwillig aus der Setlist kickte - ziemlich ähnliches, man könnte auch sagen verlässliches Erlebnis zwischen Dark Ambient, Drone, minimalistischer Neoklassik und gegen Ende aus scheinbar weiter Ferne herüberdröhnendem Black Metal.
Nach der etwas zu unterkühlt wirkenden Show vergangenen November schrieb ich zwar, dass ich mir "zukünftig irgendwie schon - entweder minimalistischer oder unter Hinzunahme eines weiteren Musikers - eine direktere, klanglich nähere, mehr auf die tatsächlich live gespielten Anteile fokussierte Darbietung wünschen" würde; diesmal gelang es mir allerdings, vielleicht durch den intimeren Rahmen, wieder deutlich besser, in die emotionale Tiefe der Musik hinabzutauchen. Schön.
Nach der etwas zu unterkühlt wirkenden Show vergangenen November schrieb ich zwar, dass ich mir "zukünftig irgendwie schon - entweder minimalistischer oder unter Hinzunahme eines weiteren Musikers - eine direktere, klanglich nähere, mehr auf die tatsächlich live gespielten Anteile fokussierte Darbietung wünschen" würde; diesmal gelang es mir allerdings, vielleicht durch den intimeren Rahmen, wieder deutlich besser, in die emotionale Tiefe der Musik hinabzutauchen. Schön.
| JO QUAIL |
Auch bei Jo Quail war vieles sehr vertraut: Das unverwechselbare elektrische Cello mit dem geschweißten Ständer inklusive JQ-Logo. Das achtzehnhundertirgendwann geborene, knorrige alte akustische Cello namens Ferdinand im Hintergrund, sowie die beiden illuminierten Metallflammenskulpturen, die den Rest der Bühne weniger leer erscheinen ließen.
Neu bzw. weitergewachsen war allerdings ein großer Teil ihres Programms mit Schwerpunkt auf dem letztjährigen Album "Notan", welches ich mir bei der Gelegenheit natürlich auch endlich ohne lästige post-brexitäre Extrakosten mitnahm. Ein wunderschön gestaltetes Werk, das bei rechtzeitigerer Anschaffung vermutlich die Auswahl meiner 25 Lieblingsalben 2025 noch mehr erschwert hätte.
Die Musikerin brachte im schulterfreien Kleid klassische Eleganz in den Undergroundsiff der Location (psst Hafenklang Ultras, ich mach doch nur Spaß!), brachte mit ihren gewohnt leicht chaotischen Ansagen die Sympathien auf ihre Seite und verzauberte dazwischen natürlich den anständig gefüllten Raum mit ihrer auf instrumentaler Virtuosität, bildhaftem klanglichen Storytelling und meisterhaftem Looping basierenden, wunderbaren Musik.
Wie ihre Stücke sich allmählich durch vielzählige dröhnende, melodische und rhythmische Klänge zu orchestraler Wucht aufbauen, ist einfach ein Ereignis. Und zu sehen, wie sehr Jo mit ihren wilden, nie ganz kontrollierbaren Kompositionen verschmilzt, ist kein unerheblicher Teil des Erlebnisses. You've heard about drummer face or bass face? Vergiss die! Jo Quails Cello-Gesicht ist der real deal.
Insbesondere während der Stücke, die sie ganz ohne Effektschnickschnack akustisch spielte war einfach die pure Liebe zur Musik zu spüren, in ihrem filigranen, emotionalen Spiel, und wenn sie angesichts des Wohlklangs des altehrwürdigen Instruments spontane Freudenlaute nicht unterdrücken konnte.
Wer - wie sie in ihrer Zugabe - Bach mit solcher Leidenschaft zelebriert, der braucht eigentlich all das elekrische Loop- und Verzerrungsgedöns gar nicht, um zu scheinen. Aber es ist natürlich ein immens schmackhaftes Sahnehäubchen. Letztendlich ist Jo Quail - egal ob modern oder traditionell, ob mit Orchester oder solo - immer ein Garant für berührend faszinierende, fantastische Unterhaltung. Was für ein wunderbarer Abend!
Neu bzw. weitergewachsen war allerdings ein großer Teil ihres Programms mit Schwerpunkt auf dem letztjährigen Album "Notan", welches ich mir bei der Gelegenheit natürlich auch endlich ohne lästige post-brexitäre Extrakosten mitnahm. Ein wunderschön gestaltetes Werk, das bei rechtzeitigerer Anschaffung vermutlich die Auswahl meiner 25 Lieblingsalben 2025 noch mehr erschwert hätte.
Die Musikerin brachte im schulterfreien Kleid klassische Eleganz in den Undergroundsiff der Location (psst Hafenklang Ultras, ich mach doch nur Spaß!), brachte mit ihren gewohnt leicht chaotischen Ansagen die Sympathien auf ihre Seite und verzauberte dazwischen natürlich den anständig gefüllten Raum mit ihrer auf instrumentaler Virtuosität, bildhaftem klanglichen Storytelling und meisterhaftem Looping basierenden, wunderbaren Musik.
Wie ihre Stücke sich allmählich durch vielzählige dröhnende, melodische und rhythmische Klänge zu orchestraler Wucht aufbauen, ist einfach ein Ereignis. Und zu sehen, wie sehr Jo mit ihren wilden, nie ganz kontrollierbaren Kompositionen verschmilzt, ist kein unerheblicher Teil des Erlebnisses. You've heard about drummer face or bass face? Vergiss die! Jo Quails Cello-Gesicht ist der real deal.
Insbesondere während der Stücke, die sie ganz ohne Effektschnickschnack akustisch spielte war einfach die pure Liebe zur Musik zu spüren, in ihrem filigranen, emotionalen Spiel, und wenn sie angesichts des Wohlklangs des altehrwürdigen Instruments spontane Freudenlaute nicht unterdrücken konnte.
Wer - wie sie in ihrer Zugabe - Bach mit solcher Leidenschaft zelebriert, der braucht eigentlich all das elekrische Loop- und Verzerrungsgedöns gar nicht, um zu scheinen. Aber es ist natürlich ein immens schmackhaftes Sahnehäubchen. Letztendlich ist Jo Quail - egal ob modern oder traditionell, ob mit Orchester oder solo - immer ein Garant für berührend faszinierende, fantastische Unterhaltung. Was für ein wunderbarer Abend!