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US-Präsident Trump beim NATO-Gipfel in Ankara

Bei NATO-Gipfel Trump droht Iran mit einem "großen Angriff"

Stand: 08.07.2026 • 19:27 Uhr

US-Präsident Trump droht mit neuen Angriffen auf Iran - und schließt weitere Verhandlungen mit Teheran aus. Auf dem NATO-Gipfel erklärte er dann allerdings, er rechne nicht mit langen Kriegshandlungen.

Nach der Aufkündigung des Rahmenabkommens mit Iran hat US-Präsident Donald Trump dem Regime in Teheran mit einem massiven Militärschlag und der Besetzung der strategisch wichtigen Insel Charg gedroht. "Es könnte ein großer Angriff werden", sagte Trump am Rande des NATO-Gipfels in Ankara. Falls nötig, würden die USA auch zivile Infrastruktur, wie die Strom- und Wasserwerke des Landes ausschalten. Er wolle dies jedoch eigentlich nicht, so Trump weiter. Beide Drohungen hatte er bereits in früheren Phasen des Krieges geäußert.

Gegenangriffe auf Bahrain und Kuwait

Das US-Militär hatte bereits in der Nacht zum Mittwoch Dutzende Ziele in Iran bombardiert. Zudem setzten die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Irans Militär kündigte Medienberichten zufolge eine Reaktion auf die Angriffe an. Kurz darauf meldete die Armee des mit Washington verbündeten Golfstaats Kuwait feindlichen Beschuss. Auch in Bahrain heulten am frühen Morgen die Sirenen.

"Sie verletzen das Abkommen jeden Tag", kritisierte Trump mit Blick auf das Mitte Juni geschlossene und nun aufgekündigte Rahmenabkommen. Bei den US-Angriffen handele es sich um Vergeltung für iranische Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Teheran setze dafür Drohnen und Raketen ein.

Zum Abschluss des NATO-Gipfels erklärte der Republikaner dann allerdings, die Angriffe würden nicht lange dauern. "Ich glaube, das wird sehr schnell gehen", sagte Trump in Ankara. Zudem rechnet er nicht mit einem erneuten Aufflammen des Kriegs. "Ich glaube nicht, dass es wieder losgehen wird", betonte er.

Stattdessen rechne er damit, dass der Konflikt zeitnah wieder beigelegt werde. Wie das genau geschehen soll, erklärte er aber nicht.

Trump schließt Verhandlungen mit Iran aus

Neuen Verhandlungen erteilte Trump nämlich vorerst eine Absage: "Ich denke, es ist vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum", antwortete er auf eine Frage nach der Waffenruhe mit Teheran. Er halte es für reine Zeitverschwendung, sich mit Vertretern Irans abzugeben. "Das sind Lügner."

Wieder Kritik an NATO-Ländern

Trump kündigte zudem an, die Handelsbeziehungen mit Spanien zu beenden, weil das Land das NATO-Ziel von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben ablehnt und den USA Stützpunkte im Iran-Krieg verweigert hat. "Spanien ist ein verlorener Fall, ein schrecklicher Partner in der NATO", sagte Trump bei einer Pressekonferenz. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez reagierte betont beschwichtigend auf die Kritik. "Mit Ruhe und Geduld" nehme er Trumps Worte hin, sagte er vor Journalisten.

Auch Deutschland zählte Trump wieder zu den Ländern, die die USA im Krieg gegen Iran im Stich gelassen hätten. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte vor dem Wutausbruch Trumps noch den guten "Geist von Ankara" beschworen. "Ich bin mir sicher, dass wir von Ankara aus einen neuen Geist in der NATO haben werden, der die NATO stärker, der die NATO geschlossener macht."

Ausgleichende Worte von Rutte und Erdogan

NATO-Generalsekretär Mark Rutte betonte nach dem Gipfeltreffen den Zusammenhalt des Militärbündnisses. "Wir haben das Gefühl, dass diese Allianz enger zusammensteht als je zuvor", sagte er.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan lobte einerseits die entschlossene Haltung Trumps bei den Bemühungen um einen dauerhaften Frieden mit Iran. Gleichzeitig dankte der türkische Staatschef den Verbündeten Deutschland, Spanien, Italien und den USA für die Unterstützung bei der Luftabwehr während des Iran-Krieges.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | tagesschau | 08.07.2026 | 15:45 Uhr

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