Gnome: Vorweg trotz Krise
Linux-Desktop: Gnome-Konferenz in schwierigen Zeiten
Trotz prekärer Finanzlage organisierte die Gnome Stiftung ein Entwicklertreffen in Italien, um über die Zukunft des Projektes zu beraten.
Es ist eine verzwickte Lage, in der sich das Gnome-Projekt befindet. Während der verbreitete Linux-Desktop technisch auf soliden Beinen steht, sieht es finanziell weniger gut aus. In den letzten Jahren sind Spenden zurückgegangen, doch die Kosten blieben. Dennoch trafen sich Ende Juli am Projekt Beteiligte und Interessierte zur jährlichen Gnome-Konferenz GUADEC. Die fand auf Sparflamme an der Universität in Brescia (Italien) statt.
Stiftung in Schieflage
Bei der ebenfalls dort stattfindenden Jahreshauptversammlung der Gnome Foundation zeigte sich, dass ein Konflikt aus dem vergangenen Jahr weiter die Mitglieder beschäftigt. Im Sommer 2024 war ein sehr aktiver Entwickler aus dem Vorstand und dem Projekt ausgeschlossen worden, weil er gegen den Verhaltenskodex (Code of Conduct, CoC) verstoßen habe. Bis heute ist nicht öffentlich bekannt, worin dieses Fehlverhalten bestand, da der CoC-Prozess vertraulich behandelt wird. Diverse Entwickler stellten dazu kritische Rückfragen an den aktuellen Vorstand. Der Vorsitzende Robert McQueen räumte „Fehler bei der Ausführung“ ein, aber bekräftigte die inhaltliche Richtigkeit der Entscheidung.