Frutarier werden
macOS statt Windows, ein Überblick
Auf Apple umsteigen heißt: Geld ausgeben und sich umgewöhnen. Wir zeigen, wie Sie günstig zu einem Mac kommen, und was er anders und besser als Windows macht.
Je dicker die Börse, desto leichter fällt der Umstieg auf einen Mac und macOS. Dann kann man schlicht alles neu kaufen. Wer als Windows-10-Aussteiger überlegt, seinen Intel-PC in einen Hackintosh zu verwandeln (Artikel dazu siehe ct.de/ykdw), braucht große Bastelfreude und Leidensbereitschaft.
Lohnend und weniger aufwendig ist es, zunächst vielleicht mit einem gebrauchten (Intel-)Mac zu starten, weil die eher noch aufrüstbar ausfallen und deutlich günstiger zu haben sind als gebrauchte und neue Geräte mit M-Prozessoren. Käufer sollten sich allerdings bewusst sein, dass sie damit auf ein Abstellgleis fahren. Schon nächstes Jahr will Apple überhaupt keine neuen macOS-Versionen mehr für Intel-Prozessoren veröffentlichen.
Egal, ob für den Apple-Gebrauchtkauf oder die -Schnäppchenjagd: Es ist zum einen hilfreich, die Fristen zu kennen, innerhalb derer Apple seine Geräte und Betriebssysteme noch mit aktueller Software versorgt. Zum anderen sollten Sie schon eine Ahnung davon haben, was Sie in der anderen Welt erwartet. Der Artikel kümmert sich um beide Aspekte.
Support-Zyklen
Grundsätzlich liefert Apple jeweils für die letzten drei macOS-Versionen Aktualisierungen. Da üblicherweise einmal pro Jahr eine neue Version erscheint, erhalten nur jeweils die drei letzten Versionen überhaupt Updates. Für noch ältere Versionen rückt Apple keine Updates mehr heraus. Eine generelle Garantie für Sicherheitsupdates für diese drei Versionen gibt das Unternehmen allerdings nicht, nur für die jeweils aktuelle.
Hinzu kommt, dass nicht jedes macOS auf jedem Mac läuft. Apple veröffentlicht ausführliche Listen, welche Version auf welchen Geräten funktioniert (siehe ct.de/ykdw). Als Faustregel kann man sagen, dass Apple für fünf bis sieben Jahre Updates und frische Betriebssysteme für ein Gerät liefert. Das gilt immer ausgehend vom Erstverkaufstag. Beispiel: Der letzte Mac Mini mit Intel Prozessor (Modell 2018) wurde zwar bis 2023 von Apple angeboten, wird aber vom kommenden macOS Tahoe nicht mehr unterstützt.
Nicht mehr von Apple offiziell unterstützte Geräte lassen sich über spezielle Software (dem OpenCore Legacy Patcher) oft noch mit neueren macOS-Versionen beschicken (Software und Artikel dazu siehe ct.de/ykdw). Aber auch hier gilt: Das ist eher etwas für Tüftler. Wer einen einfachen Einstieg in die Apple-Welt sucht, wird eher unglücklich. Das Vorgenannte ist eher etwas für Apple-Freunde mit Bastelambition.
Apple verhindert nicht aktiv, ein älteres macOS auf einem Mac zu nutzen. Allerdings muss man sich darauf einstellen, dass kritische Sicherheitslücken offen bleiben – selbst wenn alle Programme noch auf aktuellem Stand gehalten sind. Und: Neuere Features, etwa aus dem Bereich Hand-off/Continuity-Funktionen, um ein iPad als Zweitbildschirm (Sidecar) oder ein iPhone als Webcam (Integrationskamera) zu nutzen, funktionieren nur mit halbwegs aktueller Hard- und Software.
Kaufberatung
Wenn die Mac-Hardware für den Umstieg möglichst günstig sein soll, empfiehlt es sich, den Gebrauchtmarkt zu sondieren. Beschränken Sie Ihre Suche nicht nur auf ein Gerät mit Intel-Prozessor. Die neueren Generationen mit M-/ARM-Prozessoren sind schon einige Jahre auf dem Markt.
Oft gibt es bei den einschlägigen Gebraucht-PC-Verkäufern auch Apple-Hardware mit Gewährleistung und obendrein einer Garantie. Beim Privatkauf können Sie nach Geräten mit Restgarantie Ausschau halten. Gemessen am Erwerb neuer Hardware sind Apple-Geräte allerdings teuer, besonders in Relation zu Windows-PCs. So ist Neukauf durchaus attraktiv und man kann einen gebrauchten Mac später noch gut veräußern.
Wenn es um einen Computer geht, der als Schreibmaschine, E-Mail-Station und Surfstation dienen soll, dann genügt heute schon die Grundausstattung eines Mac mini (mitunter für unter 600 Euro) oder MacBook Air (für unter 1000 Euro), beide mit 16 GByte RAM und 256 GByte SSD – besonders bei den aktuellen Geräten mit M-Prozessor. Klingt für Windows-Verhältnisse erst mal wenig, genügt aber für die genannten Alltagsaufgaben und einiges mehr.
Wichtig zu wissen: Macs lassen sich nur in Ausnahmefällen aufrüsten. RAM-Riegel nachstecken, SSD austauschen oder womöglich Steckkarten ergänzen ist nahezu nie vorgesehen – wenn es doch gelingen soll, ist viel Bastelgeschick gefragt, weil Spezialschrauben herauszudrehen sind, Komponenten aus beengten Gehäusen zu bergen und filigrane Stecker heil ab- und wieder draufzufummeln sind. Wenn Speicherplatz nicht im Gerät stecken muss, stellt ein USB-C-Laufwerk eine gute und günstige Ergänzung dar.
Ob Desktop oder Notebook ist eine Geschmacksfrage. Für Desktopgeräte ist wichtig zu wissen, dass Bildschirm, Maus und weitere Peripherie eines Windows-PCs weiterhin taugen. Ein Wechsel empfiehlt sich bei der Tastatur, später mehr dazu. Bei Scannern und Druckern kann es mit Treibern schwierig werden, wenn die Geräte schon sehr alt oder reine Windows-Geräte sind (hier kann ein Raspi vermitteln, Artikel dazu siehe ct.de/ykdw). Falls die Kabelverbinder nicht passen oder nicht ausreichen, braucht man außerdem passende USB-Hubs oder USB-C/Thunderbolt-Video-Adapter.
Beim Gebrauchtkauf eines Macs mit Intel-Prozessor sollten Sie bedenken, dass der Support für diese Geräte im Grunde schon jetzt ausleppert: Die kommende macOS-Version Tahoe (macOS 26) unterstützt nur noch ausgewählte Intel-Modelle von iMac, MacBook Pro und Mac Pro.
Andererseits, wenn Ihnen der Arbeitgeber einen abgeschriebenen Mac für wenige Euro überlässt, werden Sie den auch noch eine Weile mit den bisherigen macOS-Versionen verwenden können. Das sollte locker genügen, um auszuprobieren, ob Sie in macOS eine neue Heimat finden oder lieber weiterziehen wollen. Mit Linux lässt sich ein solches Gerät später in jedem Fall beglücken.
Ein Vorgriff: Achten Sie beim Kauf eines gebrauchten Macs darauf, dass der nicht mehr mit einem Apple-Konto verknüpft ist (zum Konto gleich mehr). Apple bietet eine Suchfunktion von Geräten an, die auch das Sperren und Löschen aus der Ferne erlaubt. Es genügt, wenn der Verkäufer das Gerät in seinem Konto entfernt.
Ob ein Mac mit einer solchen Aktivierungssperre versehen ist, lässt sich über einen Start in die Wiederherstellung feststellen: Wenn dort eine Apple-ID erfragt wird, ist die Sperre aktiv. Sie lässt sich nur mit dem jeweiligen Apple-Konto, dem passenden Passwort und einem weiteren Gerät für den zweiten Faktor entfernen.
Windows auf dem Mac
Für alle, die damit liebäugeln, einen Intel-Mac auch Windows ausführen zu lassen: Das ist grundsätzlich möglich, wird aber von Apple schon seit einiger Zeit nicht mehr konsequent unterstützt. Die Installationshilfe für Windows namens „Boot Camp“, die auch Windows mit passenden Treibern erweiterte, stammt von 2015 und ist für Windows 10 gedacht. Mit etwas Trickserei gelingt es aber doch, auch Windows 11 auf solche Geräte zu bekommen (Artikel dazu siehe ct.de/ykdw).
Wer als Mac-Umsteiger von Windows nicht lassen kann, stößt früher oder später darauf, dass das Microsoft-Betriebssystem auf Apple-Hardware ja auch in einer virtuellen Maschine laufen kann. Das stimmt, hat aber heutzutage Haken: Auf den aktuellen Modellen mit M-, also ARM-CPU, läuft die x86-Version von Windows nicht oder wenn, nur in einer langsamen Emulation, wenn man bereit ist, in zusätzliche Software dafür zu investieren (Parallels).
Was möglich ist: In einer virtuellen Maschine die ARM-Fassung von Windows einzurichten und die darin enthaltene Emulation das Ausführen von Intel-Kost erledigen zu lassen (Artikel dazu siehe ct.de/ykdw. Die Virtualisierung selbst steckt schon in macOS. Um sie zu bedienen, gibt es das Open-Source-Projekt UTM – mit dem Kauf im App Store unterstützen Sie das Projekt, mit einem ebenfalls möglichen GitHub-Download nicht.
Nicht ohne Apple-Konto
Um ein Apple-Konto (vormals „Apple ID“ heute „Apple Account“) kommen Sie nicht herum: Es ist für den Bezug von Programmen aus dem Apple App Store nötig. Software können Sie zwar auch aus dem Internet herunterladen und installieren, aber oft ist das aus dem App Store bequemer und gerade für Neulinge sicherer. Um auf die nächste Hauptversion von macOS umzustellen, ist es ebenfalls unverzichtbar.
Wer sich für einen Mac entscheidet, sollte sich darüber bewusst sein, dass Apple-Geräte familiären Anschluss erstreben: Ein Mac gewinnt noch mal, wenn Sie ihn per Apple-Watch entsperren, wenn Sie Daten aus seiner Zwischenablage auf dem iPhone einfügen können, wenn Sie offene Browserfenster von Gerät zu Gerät schieben können oder Maus und Tastatur des Desktop-Macs auch das daneben geparkte MacBook steuern.
Damit das alles (und mehr) funktioniert, genügt es, wenn Sie an allen Geräten mit demselben Apple-Konto angemeldet sind. Manches mag auch ohne klappen, aber da das für die Nutzung eines Macs oder anderer Apple-Geräte ohnehin nicht praktikabel ist, dürfte sich für die meisten die damit verbundene Forschung und Konfigurationsarbeit kaum lohnen. Sie merken schon: Wer eine Allergie gegen Onlinekonten hat, ist bei Apple falsch aufgehoben.
Im Vergleich zu Windows geht Apple bei seinen Konten einen etwas anderen Weg: Sie können ein Apple-Konto mit einer beliebigen E-Mail-Adresse erstellen. Jedes lokale Konto auf einem Mac lässt sich mit einem solchen Apple-Konto verknüpfen. Das Konto, das die Funktionen zum Wiederfinden eines Macs aktiviert, erhält besondere Rechte: Es kann lokale Passwörter zurücksetzen und den Mac aus der Ferne sperren oder sogar löschen (siehe auch den vorangehenden Hinweis zum Gebrauchtkauf).
Für den Einkauf im App Store lässt sich eine Kreditkarte für das Apple-Konto hinterlegen oder mit Guthaben per Gutscheinkarte versehen. Das ist allerdings nicht obligatorisch. Mit zunehmendem Nutzungsgrad von Apple-Geräten und -Diensten wird das Apple-Konto zu einer weiteren digitalen Identität. Es ist deshalb empfehlenswert, Apples Empfehlungen für das Aktivieren eines zweiten Faktors zu folgen. Das gilt besonders dann, wenn Sie Apples iCloud-Dienst zum Ablegen von Daten und Fotos nutzen wollen.
Datenschutzfreundliche Funktionen sind Teil der Plattform. Unter anderem schließt der Browser Tracker aus. Ein Passwortmanager mit Passkeys ist Teil des Betriebssystems und bietet einen ausgeklügelten Dienst an, um die Datenspur der Nutzer zu minimieren (iCloud Private Relay). Mit der britischen Regierung streitet Apple über die Vollverschlüsselung der Nutzerdaten in der iCloud. An welchen Server Geräte für welche Zwecke Daten an Apple schicken, dokumentiert das Unternehmen, Artikel dazu siehe ct.de/ykdw.
Tipps für Umsteiger
Gerade für die ersten Wochen nach einem Umstieg ist es wichtig, außerhalb üblicher Windows-Gewohnheiten zu denken: Software, die regelmäßig nach Viren sucht und im Hintergrund aktive Schädlinge zu erkennen verspricht, gibt es für den Mac. Aber nötig ist die nicht, und mancher IT-Experte warnt davor, weil die tendenziell selbst Schaden anrichtet, weil sie Einfallstore für Schädlinge schafft, die ohne gar nicht offenstünden.
Wenn Sie Software wieder loswerden wollen, genügt es auf dem Mac normalerweise, das Programm in den Papierkorb zu werfen – Deinstallationssoftware hat Seltenheitswert. Geld für Office werden Sie nicht ausgeben müssen: Die Apple-eigenen Office-Anwendungen, Pages für Texte, Numbers zur Tabellenkalkulation und Keynote für Präsentationen stehen Mac-Nutzern kostenlos zur Verfügung. LibreOffice ist ebenfalls erhältlich, wenn eine der Apple-Anwendungen mal eine Microsoft-Office-Datei verschmäht.
Mitunter lassen Kleinigkeiten einen Mac-Umstieg schwierig erscheinen: Die meisten Programme nutzen die zentrale Menüleiste am oberen Bildschirmrand. Ihr Inhalt ändert sich mit dem Programmwechsel, nur das Apple-Menü und die Symbole am rechten Rand bleiben gleich. Die Tastenbelegung ist subtil anders: Zentrale Taste, um Befehle an Programme zu senden, etwa um aus der Zwischenablage zu kopieren, ist beim Mac nicht Strg, sondern Cmd – also eher die Windows-Taste. Es empfiehlt sich deshalb, auch eine Tastatur zu verwenden, die zumindest die Apple-typische Tastenbelegung abbildet.
Tastenkombinationen, die unter Windows die Konsole sperren, erzeugen auf dem Mac den für E-Mail wichtigen Klammeraffen. Die Windows-Kombination für ebendieses Symbol schließt unter macOS das laufende Programm – das dürfte jeden Umsteiger anfangs nerven. Man kann sich mit Programmen helfen, die Tastenkombinationen umbiegen, aber letztlich verlängert das eher das Umstiegsleiden.
Unter macOS können Sie sich darauf verlassen, systemweit gültige Einstellungen auch in den Systemeinstellungen zu finden. Eine Suche dort fördert auch verwinkelte Optionen zutage. Die globale Suche „Spotlight“, die über Cmd+Leertaste erreichbar ist, findet darüber hinaus Programme, die nicht im Dock, also der Symbolleiste am unteren Bildschirmrand zu sehen sind. Das ist oft schneller, als mühsam im Programmordner nachzusehen.
Informationen über Hardware und Blicke in Systemprotokolle sind stets über das Apple-Menü im Systembericht zu erreichen. Sehr spezielle Einstellungen, für die es keine Einträge in den Systemeinstellungen gibt, stehen in XML-Dateien mit der Endung „.plist“. Die kann man direkt bearbeiten, oft gibt es aber auch spezialisierte Programme, die das für bestimmte Aufgaben übernehmen. Wer Dinge gern auf der Kommandozeile erledigt, findet im Terminal eine ausgewachsene Unix-Umgebung.
Für den Umgang mit Dateien und Datenträger ist beim Mac der Finder zuständig. Wer bisher mit dem Windows-Explorer gearbeitet hat, wird sich an vielen Stellen umstellen müssen: Die Sortierungen sind subtil anders, während Windows Ordner und Dateien in jeweils einem Block darstellt, mischt der Finder sie zum Beispiel nach Datum des letzten Zugriffs – das kann sehr nerven, wenn man wechselnd Windows und macOS nutzt. Wer mit der Sortierung hadert, kann sie auf dem Mac aber auch anpassen.
Laufwerksbuchstaben gibt es unter macOS nicht: Stattdessen hängt es externe Datenträger wie USB-Sticks als sogenanntes Volume ein. Um einen USB-Stick abzuziehen und dem System dies mitzuteilen, zieht man sein Symbol – sehr gewöhnungsbedürftig – auf den Papierkorb. Der verwandelt sich dann in ein Symbol für eine Auswurftaste.
Softwarequellen
Software für macOS erhalten Sie auf mehreren Wegen: Die Software aus dem App Store von Apple hat den Vorteil, dass sie einige Tests durchlaufen haben muss, bevor sie überhaupt dort gelistet wird. Insbesondere ist die Identität der Schöpfer dort klar.
Ebenso ist es möglich, Programme aus dem Web herunterzuladen und zu installieren oder natürlich auch solche auf erworbenen Datenträgern einzurichten. Je nach Einstellungen muss man macOS aber erst dazu bringen, solchen Quellen zu vertrauen.
Gerade bei macOS-Umsteigern aus dem Unix-Umfeld stehen obendrein Paketmanager hoch im Kurs, die mit einem einzigen Befehl auf der Kommandozeile auch komplexe Anwendungen einrichten können. Besonders beliebt ist das vor Biermetaphern strotzende „Homebrew“. MacPorts gilt als technisch überlegen, zickt aber oft nach macOS-Versionswechseln.
Solche Paketmanager spucken nicht jedes für macOS verfügbare Programm aus, sondern speisen sich vor allem aus Open-Source-Projekten. Dazu gehören durchaus auch grafische Anwendungsprogramme wie Browser, also nicht nur Dinge für die Kommandozeile, auch wenn darin die Stärke der Paketmanager liegt.
Backup & Umzug
Womit macOS seit vielen Jahren glänzen kann, ist eine runde Backuplösung namens „Time Machine“, die auch den Wechsel auf einen neuen Mac erleichtert. Sie schreibt regelmäßig inkrementelle Backups auf externe Platten oder Netzwerklaufwerke. Die meisten gängigen NAS bieten heute eine Option für Time Machine an. Der Nutzer kann in den Time-Machine-Backups eine Zeitreise antreten, also gezielt Daten aus älteren Datenbeständen einsehen und wiederherstellen.
Beim Einrichten eines neuen Mac oder bei der Neuinstallation des Betriebssystems kann ein Time-Machine-Backup als Datenquelle dienen. Auf diese Weise werden Benutzerdaten und auf Wunsch auch installierte Programme in der neuen Umgebung wiederhergestellt.
Generell hat Apple über die Jahre ein großes Geschick darin bewiesen, Wechsel von einer Prozessorarchitektur auf eine neue so zu gestalten, dass Nutzer nicht sämtliche Software dafür neu beschaffen müssen. Der Weg ist lang: von Motorola 68k zu PowerPC auf Intel hin zu den seit einigen Jahren aktuellen eigenen M-Prozessoren mit ARM-Kern. Zentral dabei ist eine Emulation namens „Rosetta“, die heute nur noch selten notwendig ist, wenn man auf einem modernen Mac arbeitet.
Wer von einem Intel-Mac auf einen ARM-Mac wechselt, kann über den Migrationsassistenten sein Time-Machine-Backup mitsamt Programmen umziehen. Dank Rosetta lassen sich die Apps auch direkt weiterverwenden.
Ebenfalls positiv fällt auf, dass macOS bei Updates geduldig ist. Sie werden dem Nutzer per Push-Nachricht angekündigt. Dass aber ein Update in einer aktiven Nutzungssession losrennt und die Arbeit des Benutzers mit einem Reboot unterbricht, passiert nicht. Updates innerhalb einer macOS-Version und solche auf eine neue Version gelingen ebenfalls in aller Regel.
Als Notfallmaßnahme bei unerwünschten Update-Spätfolgen empfiehlt Apple Time Machine. Eine Deinstallation von Updates scheitert an den Maßnahmen Apples, die Systemintegrität zu schützen. So sind viele Dateien nicht einmal für Nutzer „root“ zugänglich, der normalerweise in Unix-Systemen allmächtig ist. Im Hintergrund nutzt Apple Volume-Snapshots und kryptografische Signaturen. Obendrein müssen Kernel-Treiber signiert sein, (auch nicht Store-)Apps sollten es.
Cmd+Q
Der Umstieg auf macOS hat seinen Preis – mit etwas Geschick beim Einkaufen kann man den drücken. Wer langfristig bei der Plattform bleibt, wird ziemlich sicher Geld in die Hand nehmen, um neuere und weitere Geräte anzuschaffen. Apple versucht durchaus auch, seinen Kunden Neuerungen aufzudrücken, etwa nach macOS-Upgrades, Cloudfunktionen und KI. Aber noch genügt ein einmaliges „Nein“, um die auszuschlagen.
Vor Änderungen an Look-and-Feel des Betriebssystems sind Nutzer nicht gefeit. Apple dreht immer wieder daran. Zuletzt beim kommenden Tahoe mit Transparenzeffekten, die bei den Vorabversionen so schlecht bei den Nutzern ankamen, dass sie wohl in der vorgesehenen Form nicht im endgültigen Produkt landen.
Die meisten dieser Änderungen sind für an Apple gewöhnte Nutzer aber kosmetischer Natur. Ein rigoros ersetztes Bedienkonzept, wie es Microsoft mit der Kacheloberfläche bei Windows 8 versuchte, oder Werbung in den Menüs müssen Mac-Nutzer aller Erfahrung nach nicht befürchten.
Ob macOS die bessere Plattform ist und ob Sie Apple Bemühen um Transparenz und Privatsphäre seiner Nutzer abnehmen, müssen Sie für sich selbst entscheiden. Die Unterschiede zu Microsoft treten doch sehr offensichtlich zu Tage. Dennoch bleibt der Wechsel in die Welt des Alu-Obst ein Schritt in einen goldenen Käfig, immerhin glänzt der auch von innen. (ps@ct.de)
Apple-Kompatibilitätslisten, vertiefende Artikel, Downloads: ct.de/ykdw