Motocrossdüfte
Fahrradtraining 2. Platz
Flirrender Asphalt
Motocrossdüfte
Fahrradtraining 2. Platz
Flirrender Asphalt
Offene Fernen
Waldlose Vulkankuppen
Mitten in Deutschland
Love lost, replaced by
Yellow glowing forsythia,
Glittering raindrops
Da vermählen sich
Rhythmus und Melodie zu
etwas größerem
[Yo La Tengo – Autumn Sweater von I Can Hear the Heart Beating As One, 1997]
Die Augen öffnen
Eine friedliche Landschaft
Lasst uns verweilen
[Marion Brown – Bismillahi ‚Rrahmani‘ Rrahim von Vista, 1975]
Rechts und links Flügel
Übermenschliche Kräfte
Ich flieg dann mal weg
[The War On Drugs – Under the Pressure, 2014]
Blättergeraschel
Ringeltaubengeturtel
Hoch im Apfelbaum
Wir tasten uns vor
Da hinten am Horizont
Es gibt noch Hoffnung
[Pat Metheny – America the Beautiful / The People United Will Never Be Defeated]
Beck, allein zu zweit
Wenn die pedal steel jammert
Wieder in der Spur
[Beck, Sierra Ferrell – Ride Lonesome]
Andalusien
Von Frühbarock zu Impro
Kammerjazz, lyrisch
[Wolfgang Muthspiel, Collin Vallon, Mario Rom – Atlas]
Sich beim Durchrechnen
Immer wieder verheddern
Phantomfiguren
[Ellis Schatztruhe: Die drei Kardinalfehler]
Im Nachbarsgarten
Zwei Elstern verfolgen sich
Schäckern und zetern
Vom kühlen Keller
Über EG, 1. Stock
Hinauf zur Hölle
Zweiunddreißig Grad
Um acht am Kühlsten bei uns
Unterm Apfelbaum
Aus dem Backofen
Glühendheißer Wind kommt auf
Kurz vor 20 Uhr
Am frühen Abend
Ventilatoren entdeckt
Im Schrank im Keller
Mutter sagt, Vater
würde viel stärker unter
der Hitze leiden
Keine Bewegung
Auf Ledersofa liegen
Der Hitze trotzen
Den Vinho Verde
Schluck für Schluck apprezihiert
Das Wasser auf ex
Haaland, der Hüne
Exakt so groß wie ich, nur
Vier Kilo leichter!
Leipziger setzt sich
neben mich im vollen Zug
Hat nicht ganz unrecht
Reservierung weg
Klimaanlage fällt aus
Verspätung. Normal
Bedrückte Stimmung
Streicher verheißen Zukunft
Hör ich da Möwen?
[Shearwater – Aqaba von The Great Awakening, 2022]
Achtundzwanzig Grad
Mitternacht, Vordertaunus
Fenster auf, Luft rein
Jemand anrufen
Durch Summen der Töne der
Einzelnen Ziffern
Im aktiven Teil
der Altersteilzeit zu sein
Sehr gutes Gefühl
Diese Stimme, die
Dem Überirdischen so
Unglaublich nah kommt
[Shearwater – Xenarthran von The Great Awakening, 2022]
Es ist Sommer, wenn
Mir nachts beim Nacktrumlaufen
Immer noch warm ist
Starke Talk Talk Vibes
Am seidenen Faden hängt
Die Musik im Raum
[Shearwater – Detritivore von The Great Awakening, 2022]
Slowly sinking in
His voice an acquired taste
This is an album!
Letztes Spargelmahl
Johannisbeeren gepflückt
Im Rosenschatten
Brushed by a feather
British duo’s first, shy steps
Bossa nova charm
[Everything but the Girl – Night and Day (Cole Porter), 1982]

Netz voll Heringe
Panda jagt Islandpferde
Die Rache des Hahns
[Hlynur Pálmason – The Love that Remains, 2 aus 5]
Feine Mondsichel
Westlicher Abendhimmel
Fünfundzwanzig Grad
Rickenbacker mimes
Coltrane’s modal jazz sax play:
Psychedelic rock
[The Byrds – Eight Miles High, 1966]
Um acht Uhr morgens
Am Himmel Schäfchenwolken
Sonne brennt runter
6 feet under ground
Da ist es angenehm kühl,
feucht, dunkel und still
[Chris Cacavas – Disappear von Anonymous, 1997]
Die schwarze Nacht hat sich über mich gesenkt
Wie eine warme Decke, die alle Probleme zudeckt
In meinen Ohren rauscht es, ein kosmisches Hintergrundrauschen, das niemals aufhört
Manchmal denke ich, dass ich schreibe, um das Geschriebene sofort zu vergessen
Wie Gewölle, von dem man sich trennen muss
Wie kommt es, dass wir so einsam sind und im Laufe des Lebens noch einsamer werden? Dass es mit den Freundschaften bei mir nicht so hinhaut?
Ein Blog zu haben, in das man etwas schreiben kann, lindert die Einsamkeit ungemein
Mein kindlicher, unkaputtbarer Enthusiasmus, der aber irgendwie keinen Widerhall findet
Könnte es sein, dass ich den Menschen zu viel zumute?
Ich kann tausendmal auf die Schnauze fliegen, ich rappele mich aber immer wieder auf
Ansonsten freue ich mich auf den Hochrhöner, die Rhön habe ich wirklich liebgewonnen in den letzten 2 Jahren
Sie ist abgelegen und in der Mitte (von Deutschland)
Sie bietet herrliche Aussichten und die Kuppen haben so etwas Weiches, Rundes, Liebliches
Und doch kann es sehr kalt sein im Winter
Ich bin sehr gespannt. Wir starten im Süden in Unterfranken in Gemünden am Main, das Ziel ist Bad Salzungen in Thüringen im Norden, 2 Wochen ab Mitte Juli sind angesetzt
Wir werden sowohl die Kuppenrhön im Westen als auch die Lange Rhön im Osten, die übrigens kürzer ist, bewandern
Nach oben steigen
Alles Gewicht abwerfen
Aufgesaugt werden
[Seefeel – Moodswing, 1993]
Kimbas Wendepunkt
Negativ korreliert mit
Lufttemperatur

Lieder von früher
Zeitmaschinen in Jugend
Ich höre mich jung
[The Smiths – Oscillate Wildly von The World Won’t Listen, 1987 (2011 Remaster)]
Säufst du so weiter,
wird über dich entschieden
und nicht umgekehrt
[W. zu mir, 1988]
ins wasser springen
sich ins meer tragen lassen
von dem wellenkamm
[experimental aircraft – symphony, 2002]
Sakrale Klänge
Die Himmelsleiter hinauf
Tanz auf Lichtstrahlen
[Boards of Canada – You Retreat in Time and Space von Inferno (s.a.)]
Absturz auf Party
Alleinsein in der Menge
Nur noch heimwollen
[Ryan Adams – Anybody Wanna Take Me Home von Love Is Hell, 2004]
Sonntagnachmittag
Sich jedem Ton hingeben
Auf dem Weg zum Glück
[Steve Swallow – Two von Winter Songs]
Unterm Blätterdach
Im Hängesessel schaukelnd
Immer im Kreis rum
Zum Freistundenhof
Ohne Handy, Perso, Geld
Zur Freiheit verdammt
[Caligula, Inferno (Camus/Dante) Premiere vom aufBruch-Theater in der JVA Tegel]
Sofort aus dem Stand
Melodie mitten ins Herz
Das können nur sie
[Teenage Fanclub – Going Places von Grand Prix, 1995, cf. ]
Aus Fesseln befreit
Gitarre zeigt Gefühle
Frisst sich ins Gehirn
[Funkadelic – Maggot Brain, 1971]
Gut durchgekommen
Alle Staus und Unfälle
Auf Gegenfahrbahn
Eigentlich wollten
Wir ja beim Konzert sein, doch
Es war ausverkauft
[Element of Crime – Weißes Papier, 1993]
Die Saison vorbei
Englische Badeorte
So herrlich schön tot
[Morrissey – Everyday Is Like Sunday von Viva Hate, 1988]
Von alten Tanten
Die besten Patiencen
In Jugend gelernt
Improvisieren
Wenn Komponieren und Spiel
zusammenfallen
[Johanna Summer – Arrival von Dialoge]
Kokon aus Saiten
Schmerzlicher Liebeswirrwarr
Neu anfangen. Nackt.
[Big Thief – Carry (1st song of acoustic session)]
Kurz vor 4 morgens
Vogelgezwitscher hebt an
Verdammte Vögel
Nach dreizehn Jahren
Sie können es immer noch
Die Welt verzaubern
[Boards of Canada – You Retreat in Time and Space von Inferno]
Hoch am Firmament
funkeln Gitarrensaiten
Wüstennordlichter
[Meat Puppets – Aurora Borealis von II, 1984]
Die Pergola hoch
ranken hunderte Rosen
Dornig, kräftig pink
Ohne Hijab raus
Auf die Straßen Teherans
Mit Kopfhörerschutz
[Albinoni, Giazotto – Adagio in g-moll (Berliner Philharmoniker), via]
Nach einer sehr schlechten Nacht nehmen wir unser selbstgebasteltes Frühstück in der Küche ein. Ich futtere nach einem Mango-Smoothie ein Börek, ein Croissant, ein pain au chocolat und ein halbes Pfund sehr trockenen Quark mit einer Birne. Dazu schwarzen Tee.
Heute sind meine Füße und Beine bleischwer, die Knie eingerostet, die Waden steinhart. Die anstrengende Etappe vom Vortag zusammen mit der schlechten Nacht und evtl. dem Rotwein haben ihren Tribut gefordert. Unsere heutige Etappe ist sehr naturnah und sicherlich eine der schönsten und idylischsten des ganzen Weges.
Wir gehen durch den gut 1000 Einwohner – die Zahl steigt – zählenden Ort, der durch die Anbindung ans Netz der deutschen Bahn interessant für Berlinpendler ist und kommen an der geschlossenen Kirche und einem historischen Haus mit Stuckverzierungen vorbei.


Heute ist es wieder etwas wärmer geworden, die Sonne brennt runter auf unsere mit den Fischerhüten gut geschützten Köpfe. Kurz vor Schönholz höre ich sprudelnde Töne in der Luft. Es ist eine Heidelerche. Im Ort machen wir kurz Rast am Löschteich im Baumschatten.

Wir wählen nun die südliche Variante des Weges durch das sumpfige Gebiet des Nonnenfließes, wo es von Mücken wimmelt. Zudem gibt es hier viele Brennnesseln am teilweise leicht zugewachsenen Pfad. Wir sind schon wie während der ganzen Wanderung in kurzen Hosen unterwegs.

Hinter dem grünen Dickicht zeichnet sich Helmschrots verwunschene Neue Mühle ab, die heute für Gruppenseminare gebucht werden kann. Wir wundern uns etwas, wie die schwache Fließgeschwindigkeit des Wassers hier eine Mühle angetrieben haben soll.

Wir gelangen nun in offeneres Gelände, wo wir schneller vorankommen. Über eine Rinderweide geht es nach Trampe, wo wir die Mittagspause bei Kartoffelsalat sowie Kaffee und Cola einlegen. Damit bekämpfe ich meinen gefühlten Magnesium- und Mineralstoffmangel.


Anschließend werden meine Waden auch weicher und ich habe eine Weile lang das Gefühl, es geht sich von selbst. Zudem werde ich plötzlich gesprächig – am Vormittag hatte nur H. geredet – und ich schleppe mich nicht mehr hinter ihm her.
Nachdem wir im Wald die nördliche Ecke des Gamensees – der Umweg zur Badestelle, wo wir vor 7 Monaten auf dem Oderlandweg schon mal ins Wasser gegangen sind, ist uns zu weit – streifen, kommen wir nun hinein nach Cöthen. Die Schinkelkirche ist erneut geschlossen.

Wir machen wiederum eine Rast im Gut, wo uns die junge, wiederum barfüßige, sympathische Besitzerin wiedererkennt. Es wird gerade ein Anbau gebaut, von dem aus die historische Dampfmaschine über einen Dampfkessel angetrieben werden soll.
Die letzten drei Kilometer durch den Wald bis nach Falkenberg kriegen wir jetzt auch noch hin. Auf der Carlsburg können wir noch den weiten Blick nach Osten Richtung Oder genießen.
Eine schöne, abwechslungsreiche Wanderung findet ihr Ende. Der erste von womöglich drei Teilen der weitläufigen Berlinumrundung auf Schusters Rappen ist geschafft. Mal sehen, wie es weitergeht. Wir fahren mit Regionalzügen über Eberswalde und Bernau zur Yorckstraße und von da mit der S-Bahn zurück nach Wilmersdorf.

Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem 66 Seen Weg Ende Mai 2026.
Wir beginnen die sowohl von der Länge als auch von den Höhenmetern anspruchsvollste Etappe mit einem Frühstück im Festsaal, wo offensichtlich bald eine Feierlichkeit bevorsteht. Heute werden wir zehn Seen sehen und insgesamt 9,5 Stunden unterwegs sein. Wir sind bereits vor acht Uhr auf der Strecke.

Das Wetter ist angenehm, nicht mehr so hochsommerlich wie vor zwei Tagen, mit Temperaturen etwas über 20 Grad. Im Wegstück Richtung Stolzenhagener See hören wir immer wieder den hohen Gesang der Gartengrasmücken, die hier in den Bäumen sitzen. Am See hat jedes Grundstück einen Steg, teilweise mit Veranda und Bank, die Tore sind alle abgeschlossen.

Hinter dem noch geschlossenen Strandbad liegt direkt der Wandlitzsee, dessen Wasser sehr sauber ist und den wir unter den Augen eines Radfahrers beschwimmen. Am Ufer sehen wir einen Buntspecht, eine Elster sowie eine Amselfrau, die das Laub mit dem Schnabel durchwühlt.
Wir gehen nun die nach dem westdeutschen Kommunisten Phillipp Müller, der 1953 von der Polizei bei einer verbotenen Demo gegen die Wiederaufrüstung in Essen 1953 mit 21 Jahren erschossen wurde, benannte Uferstraße, an der einige Villen liegen, entlang. Am Chausseerand bröckelt der Asphalt ab, so dass ich ins Straucheln komme und auf die Knie falle. Glücklicherweise habe ich nur leichte Schürfungen.

In Wandlitzsee trinken wir draußen vor dem Ristorante alla Fontana, in dem wir vor zwei Tagen bereits gegessen hatten, einen der schlechtesten Cappuccinos meines Lebens und kaufen noch Obst etc. ein.
Hinter Wandlitz erreichen wir die drei heiligen Pfühle, an deren Ufer sehr viele umgestürzte Bäume liegen, die wie H. sofort bemerkt, vom Biber abgesägt wurden.

Hier gehen wir ein Stück in die falsche Richtung und folgen dann für eine Weile dem Liepnitzsee mit der in der Mitte liegenden Großen Werder, zu der man mit einer Fähre übersetzen kann. Die Endmoränen von der letzten Steinzeit sorgen heute für ein abwechslungsreiches Höhenprofil mit viel Auf und Ab.

Wir beobachten einen Reetdachdecker dabei, wie er das Reetdach eines Bistros abklopft und glattzieht.


Die Tierwelt kommt heute auch nicht zu kurz. Neben einem Mandarinentenpaar, das H. bestimmt und das vor uns davonschwimmt, sehen wir später am Obersee auf einem Baumstamm im Wasser eine Wasserschildkröte. Dort sind auch sehr viele Fische im Baumschatten am Ufer, das Wasser ist kristallklar und wir gönnen uns eine weitere Abkühlung.
Vorher hatten wir Ützdorf passiert und waren unter der A11, die nordwärts nach Stettin führt, durchgewandert. Außerdem treffen wir ein junges Paar mit langer, schwarzer Hose und Rucksack, die ihrem Hund überallhin folgen.

H. fällt auch hier wieder zuerst auf, was der verschiedene Baumbewuchs ausmacht. Links lichte Kiefern und relativ viel Bodenbewuchs, rechts Fichten und durch den Schatten weniger Vegetation am Boden.

Wir gehen nun unter der A11, die nach Stettin führt, lang zum Obersee. Auf einem Baumstamm im See sonnt sich eine Wasserschildkröte, die kurz bevor ich auf den Auslöser drücke, in den See taucht und von uns nicht mehr gesehen wird.

Ein Stück weiter sind Bänke und ein Spielplatz, wo wir beide etwas schaukeln und dann in das sehr saubere, angenehm temperierte Wasser gehen. Ich kann immer noch auf dem Rücken liegen, ohne unter zu gehen, mein Fettanteil ist noch hoch genug.


Der nächste Ort ist Lanke, kurz vorher eine Badestelle mit Steg und ein Lokal.
Nun geht es ein langes Stück am Hellsee lang. Anschließend durch den Wald an mehreren Fließen vorbei nach Biesenthal. Man muss hier in Bewegung bleiben, sonst stürzen sich sofort Schwärme von Mücken auf einen. Wir sind ein einfaches Ziel mit unseren kurzen Hosen, wehren uns aber wacker mit Mückenspray.


In Biesenthal kaufen wir Salat und Rotwein für heute Abend, sowie unser Frühstück für morgen. Dabei fällt auf, dass wir durchaus verschiedene Präferenzen haben, jeder kauft sich seine eigenen Ingredienzen.

Die letzten 4 km nach Melchow erst an der Straße, dann an einem Getreidefeld mit singenden Feldlerchen über uns entlang, schaffen wir jetzt auch noch. Etwas erschöpft und verschwitzt kommen wir im Begegnungszentrum an, wo der Schlüssel im Safe hinterlegt ist und wir den Abend mit Spaghetti in Tomatensauce, gemischtem Salat und einer Flasche Corbières ausklingen lassen. Um 10 fallen wir ins Bett.
Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem 66 Seen Weg Ende Mai 2026.
Wolkenkuckucksheim
Der Himmel voller Farben
Ready for take-off?
[The Orb feat. Rickie Lee Jones – Little Fluffy Clouds, 1990]
Gestern war unser Ruhetag. Ich schlafe nach der anstrengenden Vortagsetappe wie ein Murmeltier. H. hat die ganze Nacht Wasser getrunken und sein Dehydrierungsproblem gelöst.
Wir frühstücken im Herrenzimmer fürstlich mit Spiegelei etc. Ich werde heute viel Zeit mit meinem Laptop in dem besagten Zimmer verbringen, da ich noch etwas fertigstellen muss. Ohne Maus und mit kleinem Bildschirm dauert alles doppelt so lange.
Draußen an der Wand eines Lagergebäudes steht ein Spruch, der mich zum Nachdenken anregt. Er scheint symptomatisch für die Seelenlage der Ostdeutschen zu stehen. Für ihre Widerborstigkeit gegen den Staat – egal ob DDR oder BRD – ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und ihren Freiheitswillen. Ironischerweise angeblich geschrieben vom Verfasser des Deutschlandliedes, das er auf Helgoland schrieb. Wobei dieser Spruch nirgendwo in seinen Werken aufzutauchen scheint.

Mittags gehen wir bei schönstem Sonnenschein – die Temperaturen haben sich heute auf etwas über 20 Grad abgekühlt – hinüber zur natürlich geschlossenen Feldsteinkirche. Auf der anderen Straßenseite ein ebenfalls geschlossener Imbiss bzw. Partyservice, das Schlemmerkörbchen.


Beim Bäcker nehmen wir im familiären Ambiente des Hinterzimmers eine Soljanka sowie Kaffee und sehr leckeren Kirschkäsekuchen zu uns. Der Laden läuft gut.
Unser Hotel strahlt im Sonnenschein. Es ist mit dem Haus Oranienburg verbunden, war früher ein Gutshof und stammt aus der kurfürstlichen Zeit. Heute wird es gerne für Hochzeiten und Events wie Spätfrühstücke – also Brunche – genutzt.

Abends nehmen wir den Bus nach Osten in Richtung Rahmer See, wo in 5 km Entfernung das nächste Restaurant ist. Es gibt dort solide deutsche Küche, von den 24 Schnitzeln wähle ich die Romavariante mit Tomaten und überbackenem Feta. Absolut empfehlenswert.
Auf dem Rückweg werfen wir noch einen Blick in den öffentlichen Bücherschrank in einer Ex-Telefonzelle an der Bushaltestelle. H. kann Thor Heyerdahls Buch über seine Fahrt mit einem Schiff aus Papyrus von Marokko über den Atlantik nach Barbados nicht widerstehen, ich finde ein schmales Lexikon über Weinirrtümer.
Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem 66 Seen Weg Ende Mai 2026.
In Rückenlage
Ausatemzüge zählen
Bettschwere spüren
Nach sechs Stunden Schlaf
Durch das winzigste Geräusch
Aufgeweckt werden
Sich den ganzen Tag
Mit fast jedem Schritt quälen
Und doch fortfahren
Auf leichten Flügeln
Ein lauer Sommerabend
From London with love
[Tom Misch – Days of Us feat. Kaidi Akinnibi (via)]
Nach einer Nacht, in der sich mein Körper den nötigen Schlaf holt, frühstücken wir gleichzeitig mit der am Vorabend eingetroffenen Busladung Schweden. Wir setzen uns nach draußen in den Innenhof, um Ruhe zu haben. Das Frühstücksbüffet ist reichlich.
Der Vietnamese gestern Abend muss Zusatzstoffe wie Maltodextrin ins Bami Goreng gemischt haben, ich habe schon morgens durchsichtige flotte Lotte.
Im Drogeriemarkt um die Ecke besorge ich mir Mückenspray, Sonnencreme und Ureafußcreme. Anschließend noch ein Bulettenbrötchen beim Bäcker.
Heute steht die bisher härteste Etappe auf dem Programm. 25 Km bei Temperaturen bis 27 Grad. Allerdings haben wir meistens Schatten. Der Wasserbedarf ist trotzdem enorm. Am Nachmittag spüre ich, wie sich mein Kopf im Briesetal stark erhitzt.
Gleich beim Hinausgehen an der Ausfallstraße, die nicht für Fußgänger zugeschnitten ist, kommen wir in Konflikt mit einem Radfahrer, der auf dem schmalen, nur schwer erkennbaren Radweg rumpöbelt, weil wir nicht schnell genug zur Seite springen.

Wir gehen auf einem Teil des Mauerwegs über die Havel. Danach kommt eine junge Frau mit angeleintem Kampfhund und schreit uns an, wir sollten Platz machen. Eine latente Aggressivität hängt in der Luft.
Es geht nun durch den Laubwald, wir kommen unter der Bahn durch, die von Marquardt bis Gesundbrunnen führt und mit der wir am Ende des ersten Wandertages über Jungfernheide zurück nach Hause gefahren waren. Wir teilen unseren Weg für eine Weile mit dem Radweg Berlin-Kopenhagen. Es geht über eine kombinierte Radfahrer-, Fußgängerbrücke über die A111, die die westlichen Berliner Stadtteile mit dem Autobahnring A10 verbindet.
Wir kommen nun nach Birkenwerder. Es fällt auf, dass heute alle möglichen Einkehrorte auf dem Weg geschlossen sind. Auch die Havelbaude öffnet nur von Freitag bis Sonntag.

Nach dem kleinen städtischen Mönchsee, an dem zwei junge Burschen in kompletter Anglermontur uns darauf hinweisen, ruhig zu sein, um nicht die Karpfen zu verschrecken, kommen wir jetzt zum schon außerhalb des Ortes gelegenen Boddensee. In Ufernähe liegen viele Äste am Seeboden, die für die Füße schmerzhaft zu begehen sind, aber nach zwei, drei Metern wird der Grund schlammig und wir stürzen uns zur Abkühlung in die Fluten. Herrlich! Hier halten wir auch unsere Mittagsrast, das Bulettenbrötchen mit Ketchup und Zwiebeln mundet hervorragend.
Nachdem wir die A10 und die Bahnstrecke von Berlin nach Oranienburg unterquert haben, kommen wir auf einen Holzbohlenweg durch das Briesetal, dem wir jetzt für viele Kilometer folgen werden.

Hier werden wir von den Erlen vor der starken Sonneneinstrahlung geschützt. Das Mückenspray bewährt sich. Auf alten, zum Teil verrottenden Baumstämmen hängen immer wieder zum Teil recht große Populationen von Porlingen, worauf H. mich aufmerksam macht. H. hat in seiner Jugend einen Jagdschein gemacht und sieht im Wald mehr als ich.

Ich höre, wie schon die vergangenen Tage, immer wieder einen Kuckuck rufen. Was er mir wohl sagen will? Dass ich besser auf meine Umwelt achten soll?
Mir fallen hier die vielen Grüntöne und die Wasserspiegelungen auf, die die Natur verzaubern.

Wir kommen an einer Einrichtung für Suchtkranke am Briesesee vorbei. Man kann sich gut vorstellen, dass sich die idyllische, ruhige, naturnahe Lage positiv auf die Rekonvaleszenz der Patienten auswirkt.
Die Erlen stehen oft im Wasser, die umgefallenen Bäume zersetzen sich langsam und werden irgendwann zu Torf. Nach einer Weile – wir laufen gut 2 Stunden an der Briese entlang – haben auch wir uns satt gesehen am Erlenbruch und erreichen die von vielen Lkw befahrene Summter Chaussee.

Hier geht es weiter geradeaus zur Zühlsdorfer Mühle, wo überall Nutzholz rumliegt. Von hier sind es nur noch drei Km auf sandigem Pfad durch den Kiefernwald nach Wensickendorf. Wir sind hier in einer völlig anderen, für Brandenburg typischeren, trockenen Vegetationszone.

An der Summter Chaussee im Ort erfrische ich mich mit einem Softeis, unser historisches Landhotel liegt an der T-Kreuzung zweier Hauptstraßen, wir kommen im ruhigen hinteren Bereich unter.
Da es hier keinerlei Restauration gibt, fahren wir mit Bus und Bahn über Wandlitz nach Wandlitzsee, wo wir beim Italiener im riesigen Wintergarten mit Blick auf Strandbad und See die am Tag verbrannten Kalorien wieder zu kompensieren versuchen. Ich verschlinge meine Gemüsepizza Ancona mit Knoblauch mit gesundem Appetit. Der Rückweg gestaltet sich komplex, da wir in Wandlitz versehentlich den Bus nach Bernau nehmen. Als wir den Fehler bemerken, steigen wir im Wald an der Haltestelle Anglersruhe aus, wo uns derselbe Busfahrer nach einer halben Stunde wieder lachend aufsammelt. Hier wäre noch so gut wie nie jemand zugestiegen, wir wären gut für die Statistik.
Morgen legen wir einen Ruhetag ein. H. wird seinen durch Dehydration leicht angeschlagenen Körper auskurieren, ich ein bisschen Statistik treiben. Übermorgen geht es dann weiter mit der Königsetappe von Wensickendorf nach Melchow.
Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem 66 Seen Weg Ende Mai 2026.
Sich ganz auflösen
Verschmelzen mit dem andern
Und der merkt es nicht
[Mazzy Star – Fade into You, live at Shoreline Amphitheatre 1994]
Ich verbringe eine gefühlt schlaflose Nacht mit vielen Schlafunterbrechungen, bin am nächsten Morgen dank zweier Sprühstöße Melatonin jedoch trotzdem recht ausgeruht.
Wir frühstücken im Gemeinschaftsraum unserer Unterkunft. Der mit Frischkäse gefüllte Hefezopf und der Naturjoghurt munden sehr gut. Wir treffen auf eine Frau aus Stuttgart mit einem Pekinesen namens Big Boy. Sie ist alleine mit dem Nachtzug für das Pokalfinale angereist.
Wir sind bereits 8h23 auf unserem Weg und springen in den bereits gut frequentierten, sehr angenehm temperierten, nagegelegenen Nymphensee.

Der heutige Pfingstmontag beschert uns wiederum hochsommerliche Temperaturen. Es geht anfangs am Havelkanal entlang, später kommen wir in den Wald, wo mir die letzten Tropfen meines grünen Fläschchens Anti-Brumm gute Dienste gegen die Mückenschwärme leisten.

Am Kanal hängen zwischen den Erlen drei Hängematten. Drei junge Männer genießen das dolce far niente.

Es geht sich heute besser als gestern, der Naturweganteil ist größer und die Füße haben sich eingegroovt. Auf dem Weg treffen wir vor der Schönwalder Schleuse niemanden. Dort kommen uns Leute mit Rädern entgegen, andere rasten.

H. weist mich darauf hin, dass man im Wald schön beobachten kann, wie der lichte Mischwald zu einer ausgiebigen Bodenbewachsung geführt hat, während der reine Laubwald weniger Licht durchlässt und der Boden unbewachsen und stattdessen mit abgefallenen Blättern bedeckt ist.



In Schönwalde Dorf rasten wir in einer überdachten Bushaltestelle, die etwas Schatten spendet. Hinter uns sitzt ein Typ im mittleren Alter auf dem Fensterbrett eines Hauses oben im 1. Stock und glotzt aufs Handy, ohne von seiner Umwelt Notiz zu nehmen.
Die barocke Schönwalder Kirche mit einer Wagner-Orgel von 1739 – der Silbermann des Nordens – ist uns leider verschlossen.

Hier in der Gegend sind sehr viele Pferdehöfe, wir sehen eine junge Frau auf der Reitbahn Dressur üben. Zudem sind Heerscharen von Radlern – sowohl E-Bikes als auch Rennräder – unterwegs, Fußgänger treffen wir kaum. Ein Radler will uns einen anderen, angeblich kürzeren Weg nach Henningsdorf an der Hauptstraße weisen und schüttelt den Kopf über unsere Beratungsresistenz. Er kennt offensichtlich nicht den schönen sandigen Weg durch den Wald, der nicht länger ist.

Gegen 15 Uhr kommen wir an unserem abgerockten Hotel im Zentrum von Henningsdorf an und checken ein. In Henningsdorf wurde 1910 von dem AEG-Gründer Emil Rathenau, dem Vater von Walter, die Abteilung Flugzeugbau angesiedelt, die 1912 ein erstes Holzflugzeug baute. Heute ist Alstom im Bereich Bahntechnik tätig. Nach der Dusche und Siesta laufen wir durch die Fußgängerzone und essen wieder draußen bei einem Vietnamesen. Ich nehme Bami Goreng, was mich an meine Kindheit erinnert, wo wir gelegentlich beim Indonesier in Venlo essen waren. H. trinkt zum Abschluss einen vietnamesischen Kaffee auf Kondensmilch, der bestimmt 10 Minuten durchs Sieb tropft, bevor er fertig ist.
Am Hauseingang gegenüber spielt sich ein kleines Familiendrama ab. Eine junge Frau steht an der Tür mit ihren ca. 6-7 jährigen Kindern. Das Mädchen liegt am Boden mit einer kleinen Wunde am Knie, ihr Bruder hat sie wohl geschubst. Der Bruder läuft auf Zehenspitzen mit einem völlig nach innen verrenkten Fuß. Nachdem Mutter und Tochter ins Haus gegangen sind, sperrt er sich versehentlich aus, weint bitterlich und wird schließlich von seiner Mutter getröstet.

Zum Abschluss trinken wir im verlassenen Außenbereich hinter dem Hotel noch ein Absackerbier und lassen den lauen Abend mit guten Gesprächen ausklingen.
Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem 66 Seen Weg Ende Mai 2026.
Nach einer erholsamen Nacht im heimischen Bett machen wir uns am Pfingstsonntag um viertel vor acht auf zur U-Bahnstation. Wir haben Glück mit den Verbindungen, der Regionalzug nach Potsdam muss auf den Zug einer anderen Gesellschaft warten, der anschließende Zug nach Marquardt wartet aber ebenso. In Marquardt steigen außer uns zwei weitere Wanderer aus, die vor uns laufen.
Das Wetter ist sommerlich mit Temperaturen um die 25 Grad, morgens ist es noch angenehm kühl. Wir gehen die Alternativroute über Uetz, ein verschlafenes Nest, das bereits Fontane bereiste, der sich hier von einem wegen zunehmend schlechter Geschäfte griesgrämigen Fährmann über die Wublitz übersetzen ließ. Mit dem Bau der Reichsautobahn – heute der knapp 200 km lange Autobahnring A10 um Berlin – in den 30er Jahren verlandete die Wublitz und die Fährstelle verschwand völlig.
Nachdem ich ein Foto des Protestplakats an dem Zaun eines Hauses gemacht habe, kommt eine Frau aus dem Haus und stellt sich hinter uns ostentativ auf den Weg, willkommen scheinen wir hier nicht zu sein.

Es geht nun an verblühten Rapsfeldern vorbei hinauf auf den Galgenberg. Ich höre den glucksenden Gesang einiger Feldlerchen in der Luft. Ein großer Feldhase steht weit vor uns auf dem Weg. Am Feldrand neben Mohn auch Kornblumen, der Pestizideinsatz scheint begrenzt zu sein.

Wir kommen nun zum Havelkanal, der auf 34 km von Paretz bis Henningsdorf die um Berlin mäandernde Havel mit sich selbst verbindet. Er wurde zu DDR-Zeiten angelegt, um Westberliner Gebiet zu umschiffen. Heute erfüllt er so gut wie keinen praktischen Zweck mehr und wird vor allem von privaten Motor- und Paddelbooten in der Freizeit genutzt. Einen großen Teil der Strecke gehen wir im Schatten von Erlen. Vor uns stolziert eine Bachstelze.

Auf der anderen Seite des Kanals sehen wir zwei unscheinbare Graureiher, die unbeweglich dastehen und auf das Wasser nach Fischen schauen.
Eine zehnköpfige Entenfamilie schwimmt in Formation in unsere Gehrichtung. Die Vegetation ist üppig und vielfältig. Später als der Weg hinter Wustermark zum Wiesenweg wird, höre ich Mönchsgrasmücken ihr abwechslungsreiches Liedchen zwitschern.

Der Weg heute ist zwar etwas eintönig, aber meist angenehm zu gehen. In Wustermark esse ich ein großes, erfrischendes Heidelbeersofteis an einem Eisstand, Einkehrmöglichkeiten gibt es nirgendwo.

Tief über den Wiesen fliegen Schwalben. Unter einer Brücke treffen wir unsere Mitwanderer wieder, die in großen Abständen Tagesetappen auf dem 66 Seen Weg machen, von der Natur begeistert sind und etwas neidisch auf uns sind, die wir mehrere Etappen hintereinander machen und vor Ort übernachten.
In Brieselang liegt unsere Unterkunft am westlichen Ortsende hinter dem Bahnhof. Der Weg zieht sich ewig. Wir gönnen uns eine türkische Pizza, dazu schlürfe ich zwei kleine Ayranbecher. Unsere Unterkunft liegt an der Hauptstraße durch den Ort. Später nach der Dusche und Siesta gehen wir noch einmal raus um einen nahegelegenen, kleinen See und essen vietnamesisch. Der Tofu ist sehr weich und hat nur wenig Geschmack.
Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem 66 Seen Weg Ende Mai 2026.
Pfingstsamstagmorgen, herrlichstes Sommerwetter und mein Nachbar H. und ich starten die nächste Wanderung, eine Woche auf dem 66 Seen Weg um Berlin. Hierzu fahren wir erstmal nach Potsdam, wo wir gegen 9 den Alten Markt mit der Nikolaikirche, dem Landtag und den Museen nahezu für uns allein haben. Da sich in Potsdam eine Sehenswürdigkeit an die andere reiht, bleiben wir oft stehen und kommen hier noch nicht richtig in unseren Wanderfluss.

Der 66 Seen Weg startet am Brandenburger Tor am Ende der Fußgängerzone. Die erste Baummarkierung mit dem blauen Punkt ist schon etwas verblichen, insgesamt ist der Weg heute nur sehr sporadisch markiert, aber ich habe ja den GPS-Track.

Das erste Highlight ist der Park von Sanssouci, in den wir am Obelisken einsteigen. Hier treffen wir auf eine Joggerin und sehen links die Friedenskirche. Von Schinkel bzw. Persius, seinem Schüler werden wir heute noch einige der charakteristischen, den italienischen Cantabiles aus der Renaissance nachempfundenen Türme sehen.


Rechts im Park erreichen wir die Neptungrotte, die innen u.a. mit Jakobsmuscheln versehen ist, wie passend!

Am Schloss stehen die Worte „Sans, Souci.“. Eine zufriedenstellende Antwort auf den Sinn der ungewöhnlichen Schreibweise können uns weder die Einheimischen noch die KI geben. Es gibt sogar ein versponnenes Buch zum Thema. Evtl. liegen ästhetische Gründe vor. Im Museumsshop erstehe ich ein zweisprachiges Reclamheftchen mit Mark Twains The awful German language.

Hinter dem Schloss kommen wir zur Alten Mühle, hier steht ein Flötenspieler in der Tracht Friedrichs des Großen, der in einer Flötenpause versucht, mit vorbeiflanierenden Touristinnen ins Gespräch zu kommen.

Bald stoßen wir auf den Bornstedter See zur Linken. Weiter geht es durch den Wald zum Ruinenberg, wo das Wasser zum Betrieb der großen Fontäne im Park Sanssouci hochgepumpt wurde. Von hier gibt es eine schöne Aussicht nach Potsdam, die wir leider nicht genießen.

Wir kommen zu der Alexandrowka, der Holzhaussiedlung, die Friedrich Wilhelm III. für die russischen Chorsänger errichten ließ. Sie werden z.T. noch heute von Nachkommen bewohnt, es gibt u.a. ein russisches Restaurant.

Der nächste See, der Heilige See, ist rechts zu sehen. Am Marmorpalais weist mich H. auf ein Schauspiel am Himmel aufmerksam. Drei Krähen attackieren immer wieder einen Greifvogel im Flug mit den Schnäbeln, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und majestätisch durch die Luft schwebt.
Wir kommen zum Cäcilienhof, wo im Sommer 1945 Churchill, Stalin und Truman u.a. um die Zukunft Deutschlands verhandelten. Hier ist eine Baustelle, an der wir seitlich vorbeigehen zur Alten Meierei.

An dem pünktlich um 12 öffnenden Biergarten halten wir Rast und haben von hier eine schöne Sicht auf den Jungfernsee, auf dem auch Personendampfschiffe unterwegs sind.

Nun geht es hinauf zum Pfingstberg, den eine private Gesellschaft meint, okkupieren zu können. Wir kommen an der Russisch-Orthodoxen Kapelle vorbei, in der ich mich über Google Translate mit der Russin am Eingang austausche. Es gibt hier für alle offene Gottesdienste.

Der Rest des Weges verläuft flach im Barnimer Flur. Endlich können wir mal etwas Strecke machen. Wir kommen am Persiusturm – wieder in der Form eines schlichten Cantabile – vorbei und schließlich zum verwunschenen Park des Schlosses Marquardt. Hier finden wir eine gut besuchte Badestelle und stürzen uns langsam – das Wasser ist in Ufernähe sehr seicht – in die Fluten. Die Temperaturdifferenzen zwischen Oberfläche und tiefer unten sind enorm.

Am ersten Ziel, dem Bahnhof Marquardt angekommen, nehmen wir den Regionalzug nach Jungfernheide, wo wir in die U7 zurück nach Wilmersdorf steigen. Ich habe in Marquardt kein Quartier gefunden, so dass wir zuhause übernachten dürfen. Ich spüre meine Füße und erhole mich auf dem Balkon bei zwei Weißbier.
Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem 66 Seen Weg Ende Mai 2026.
Tiefste Melodie
Tränenbäche, die Wangen
Hinunterstürzend
[King Crimson – Starless von Red, 1974, s.a.]
Drei Krähen greifen
Am Himmel den Greifvogel
Immer wieder an
Alleine gehen
Unterwegs immer wieder
die Gleichen treffen
Autobahnbrücken
Demos gegen Regierung
Für Frieden. Echt jetzt?
Lange Kolonne
der Bundeswehr überholt
vor Herleshausen
Inkompatibel
Meine diversen Freunde
Untereinander
Ein vages Tasten
Aus dem Nichts heranfliegend
Ein Schleier aus Samt
[Tuxedomoon / Cult With No Name – Do It for Van Gogh von Blue Velvet Revisited, 2015]
She brings me water
Sweeter than wine, when she smiles,
She smi-iles for me
[Rain Tree Crow – Pocket Full of Change, 1991]
A guitar that jangles
Sounding like a bell that chimes
Both will never lie
[The Eighteenth Day of May – Sir Casey Jones, 2005 (via)]
Der schlechte Leumund
Unsres nächsten Verwandten
In Bezug auf Sucht
[Low – Monkey, 2005]