Die Dachkammer ist in Dunkelheit versunken – man müsste vielleicht bloß mit einigem Willen die Hände ausstrecken, dann könnte man Plejaden pflücken, denke ich, und nehme den letzten Schluck Shiraz. Hier oben, mitten im Gerümpel, das Wimmeln der Grillen und Käuze draußen, herrscht das schönste Gleichgewicht von Einfall und Erinnerung, und auch die Hitze verfliegt im Wind, der jetzt durchs Fenster zieht. Fast will sich das Haus in plötzliche Schwerelosigkeit heben, da prasseln erste Tropfen, die Blätter fegen vom Tisch.
Mayball. Er bindet noch schnell einem seiner Studenten auf der Straße die Fliege, dann stellen sie sich in die Schlange, die bis um die Ecke von Bene’t Chapel reicht. Clara trägt ein Kleid, das wohl zum Blau ihrer Haare passen soll; Louise ein schwarzes, das sie ziemlich blass erscheinen lässt. Head Porter George begrüßt sie vorm Tor, indem er seinen Stock festlich schwingt. Es dauert drei Parliament, bis sie endlich durch das Tor von Corpus schreiten. Sie trinken türkischen Kaffee und essen Baklava unter dem Maulbeerbaum. Henry sitzt ganz in Grau an der Shisha, wie ein Sultan von Getreuen umgeben. Larry der Hund trägt einen kleinen Frack. Warmes Licht fällt schräg durch die Zinnen. Ein paar Leute posieren vor der Parker Library mit einer großen weißen Eule und dem Löwenbaby. Bubbly en masse.
Nachdem M. alle Blätter von den Stufen gesammelt hat, schüttelt sie den Kopf und seufzt: »Monströs, was du alles verschweigst, und was du auf der anderen Seite zu viel sagst, was mehr verrät, als dir lieb sein kann.« Wir sitzen auf der Treppe, der Donner hat alles Licht verschluckt. Blitze zucken. »Vielleicht ist es Unfug«, sage ich, »aber alles, was sich fügt, fügt sich einem Chaos zu Trotz, das mit aufgerissenem Maul umhergeht.« »Wie ein Krokodil?« »Nein, wie ein Monstrum, an dem sich die Schönheit des Kosmos ablesen lässt.«


